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Umfrage: Smartphones für Kinder mittlerweile selbstverständlich

(Foto: AdobeStock)

Rund jedes zweite Kind in Deutschland im Alter zwischen sechs und sieben Jahren nutzt laut einer Umfrage zumindest ab und zu ein Smartphone – vor fünf Jahren waren es noch 20 Prozent.


„Und nahezu hundert Prozent der Kinder ab 12 Jahren haben ein eigenes Handy“, sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, am Dienstag bei der Vorstellung der Studie. Die Geräte ließen sich aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegdenken. „Sie sollten deshalb frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen“, sagte Berg. Eltern sollten ihre Kinder auf dem Weg in die digitale Welt „sehr aufmerksam begleiten“.

Ganz oben auf der Liste steht bei den zehn- bis 18-Jährigen vor allem das Streamen von Musik (88 Prozent), gefolgt vom Anschauen von Videos (87 Prozent). 78 Prozent der Befragten nehmen zudem mit ihrem Smartphones Fotos und Videos auf, 61 Prozent sind mit dem Gerät in sozialen Netzwerken unterwegs. Unter den sechs- bis sieben-Jährigen hätten soziale Netzwerke allerdings keinerlei Bedeutung, sagte Berg.

Favoriten unter den Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken sind vor allem Whatsapp und Instagram. „Whatsapp nutzt unter den 14- bis 18-Jährigen fast jeder, auch die Verbreitung von Instagram und Snapchat ist sehr hoch“, sagte Berg. Facebook spielt demnach eine eher kleine Rolle. Unter den 16- bis 18-Jährigen nutzten 39 Prozent Facebook, Twitter liege bei 23 Prozent.

Alltag ohne Handy nicht mehr vorstellbar

Für mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) hat das Smartphone eine so bedeutende Rolle, dass sie sich einen Alltag ohne Handy nicht mehr vorstellen können. Kinder hätten ein Recht auf digitale Teilhabe, sagte Berg und trat damit Forderungen entgegen, den Zugriff auf Smartphones für Kinder zu begrenzen oder komplett zu verbieten.

Berg betonte, Eltern hätten dabei die Aufgabe, ihren Kindern einen „verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone“ beizubringen. „Dazu gehört auch, dass man sein Handy auch mal beiseitelegt.“ Ein Handyverbot in bestimmten Situationen gilt demnach für 65 Prozent der Befragten zu Hause. Ein „Riesenversäumnis“ sieht Berg dagegen in den Schulen, die nicht genügend zur Stärkung der Medienkompetenz bei den Kindern beitrügen. „Handys komplett in Schulen zu verbieten, halte ich zum Beispiel für grundfalsch.“

Der Studie zufolge machen die meisten Kinder schon früh erste Schritte im Internet. Demnach nutzen 40 Prozent der sechs- bis sieben-Jährigen zumindest gelegentlich das Netz. Ab zwölf Jahren sind dann nahezu fast alle online (97 Prozent). „Das Internet ist für Jugendliche das Tor zur Welt“, sagte Berg.

Dabei verhalten sich die meisten Jugendlichen durchaus verantwortungsvoll im Umgang mit den eigenen Daten. 67 Prozent der Befragten gaben an, darauf zu achten, welche Informationen sie ins Netz stellen. Doch zwei von fünf Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren haben auch schon negative Erfahrungen gemacht. „Gerade für Jüngere sollten Eltern geschützte Surf-Räume im Internet einrichten und sie über mögliche Gefahren aufklären“, sagte Berg. Kinder müssten im Netz von ihren Eltern an die Hand genommen werden. dpa

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2 Kommentare
Andreas
Andreas

Zu unkritischer Journalismus, Boulevardniveau. Woher sollen die Jugendliche „Medienkompetenz“ lernen, wenn schon die Eltern dazu unfähig sind? Spielräume für Spielräume schaffen? Im Land, welches die meisten Smartphones herstellt gibt es Gesetze zum Schutz der nachfolgenden Generationen, bei uns geht’s „Digitalisierung der Schulen“ sei Dank in die andere Richtung. Ja dann, Dankeschön….

https://science.orf.at/stories/2826778/

Antworten
Tina

Ich finde das es nicht schwer ist den eignen Kindern den Umgang mit digitalen Medien näher zu bringen und sie bei der verantwortungsvollen Nutzung zu unterstützen. Dafür gehört für mich nicht nur die Nutzung von Smartphones, sondern auch die von Tablets und PCs.

Da ich aus der IT-Branche komme war für mich der erste Schritt meinen Kindern spielerisch die Programmiersprachen näher zubringen. So bekamen sie auch ein Hintergrundverständnis für die Abläufe.

Einen tollen Vergleich von Programmiersprachen für Kinder habe ich hier gefunden.

https://www.moms.de/programmiersprachen-fuer-kinder/

Natürlich ist es auch immer wichtig zu beobachten und zu besprechen wie oft und was mit dem mobilen Gerät gemacht wird.

Liebe Grüße
Tina

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