Porträt

Diese Gründer wollen das Erbe von Protonet antreten

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Auch beim Datenschutz sieht der Gründer sein Startup im Vorteil. Die notwendigen Schlüssel für den Datentransfer auf dem Server würden erst vor Ort beim Kunden generiert, könnten also weder von Uniki, noch auf dem Postweg abgefangen werden. Zudem verstünden sich die Server bereits mit Anwendungen aus bekannten Softwareumgebungen wie Atlassian. „Damit können wir schon jetzt Funktionen liefern, die Protonet jahrelang versprochen hat“, sagt Bollwein selbstbewusst. Als Beispiel nennt er unter anderem die Synchronisation mit Microsoft Exchange.

Lieber Startup als Ebay-Verkäufer

Kennengelernt haben sich Bollwein und der Informatiker Roman Leuprecht vor einigen Jahren über den Freundeskreis. Aus Gesprächen über die NSA-Enthüllungen ergab sich die Idee, Server auch für die Allgemeinheit konfigurierbar zu machen und diese über Ebay zu verkaufen. Doch nachdem Bollwein einen Prototyp einer graphischen Benutzeroberfläche für die Server geschrieben hatte, kam alles anders.

So sieht die Benutzeroberfläche von Unuki OS aus. (Bild: Uniki)

Bevor es in den Verkauf ging, bewarben sich die Gründer mit ihrer Idee bei einigen Förderprogrammen und erhielten schnell ein Exist-Stipendium. Das Förderprogramm der Bundesregierung unterstützt junge Gründer mit bis zu 3.000 Euro monatlich. „Das hat uns angespornt, größer zu denken“, sagt Bollwein.

Gewinnzone für nächstes Jahr angepeilt

Inzwischen ist aus dem Studentenprojekt ein Startup mit sechs Mitarbeitern geworden. Vom Techfounders-Accelerator und einem Business Angel erhielten die Gründer eine Anschubfinanzierung von knapp 250.000 Euro. Hergestellt werden die Serverboxen noch in einer Werkstatt in München. „Natürlich braucht die Business-Skalierung aber auch Investment, nicht nur die Produkt-Entwicklung“, sagt Bollwein. Eine Crowdfunding-Kampagne nach dem Vorbild von Protonet schließt er deshalb nicht aus. Bis Ende des Jahres sollen 100 Server verkauft sein.

Die vergleichsweise zurückhaltende Vertriebsstrategie begründet Bollwein mit frühen Gewinnabsichten. „Uns ist es wichtig, das Unternehmen auf solide Beine zu stellen. Deshalb wollen wir schon ab Anfang 2018 mit dem jetzigen Geschäftsmodell profitabel arbeiten“, sagt der Gründer. Eine angedachte Crowdfunding-Kampagne könnte also dazu dienen, ein skalierbares Geschäftsmodell zu realisieren. „Zum Beispiel können wir über den App-Store regelmäßige Einnahmen erzielen“, so Bollwein.

In diesem Jahr rechnen Bollwein und Leuprecht mit einem Umsatz von bestenfalls 200.000 Euro. Im nächsten Jahr sollen es durch den Aufbau eines Vertriebsteams bereits 800.000 Euro sein. Die  Nachfrage nach den silbernen Uniki-Serverboxen scheint jedenfalls vorhanden, glaubt man Bollwein. Allein aus dem Protonet-Lager hätten sich bereits rund 30 Kunden nach einem Serverwechsel erkundigt.

Mehr zum Thema: Die beliebtesten NAS-Server im Vergleich

 

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3 Kommentare
coocser
coocser

Für den Preis stelle ich mir lieber 30 Raspis hin. Wer soll das bezahlen???

Selbst ein NAS ist 3x günstiger!

Ich wette diese Hardware wird auch nur 1 Jahr die Schaufenster zieren.

Trotzdem viel Erfolg.

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Markus
Markus

Deren Zielgruppe kann mit dem Raspis nichts anfangen und etwas selbst zu machen ist oft günstiger, aber doch kein Hinderungsgrund für erfolgreiche Geschäfte. Ich sehe da eher etablierte Anbieter wie Qnap&Co als Konkurrenten und selbst deren teure Dinger sind günstiger, etablierter, skalierbarer und bereits bei Firmen im Einsatz. Dagegen wird es schwer mit dem Ansatz.

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PeteW
PeteW

Bin mir nicht sicher, wo jetzt genau die USP der Gründer liegt. Die Lösung bietet „Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten, aber auch zur Dateispeicherung und Kollaborationen zwischen Teams.“ Ok, alles schöne Funktionen. Aber auch ein heiß umkämpftes Feld.

Da fällt mir sofort ownCloud, NextCloud oder auch Hosted Exchange ein. Letzteres kriege ich für wenige Euro im Monat. Auf einem V-Server kann ich mir ownCloud selbst installieren. Viele Anbieter beiten das aber auch out-of-the box. Kosten: Wieder einige Euro pro Monat. Wer’s on-premise mag, der ist bei ei QNAP, Synology und WD bestens und billig aufgehoben. Die Synchronisationsfunktionen kriegen die sehr gut hin – auch bei Datenhoheit.

Uniki muss also noch etwas mehr bieten, um Server in größerer Stückzahl abzusetzen.

Ist es das UnikiOS? Hmm, das könnte es sein! Aber einen App-Store für Business Applikationen hat auch schon Protonet versucht und sind gescheitert. Und Protonet hatte einige Vorteile: Protonet war gut finanziert, hatte einige Erfahrung , viel mehr Man-Power und eine für die Größe des Unternehmens unglaubliche Präsenz im Markt.

Ach und übrigens: Sowas gibt es übrigens auch schon. Mir fallen da auf Anhieb der Univention Server (https://www.univention.de) und der Server der Firma ionas (www.ionas-server.com) ein. Letzterer ist auch eine on-premise Lösung.

Ich wünsche den Gründern viel Erfolg. Ich denke aber, es wird Ihnen sehr schwer fallen, dass zu schaffen, woran Protonet gescheitert ist.

PS: Eine Business Lösung auf Raspi Basis – auch wenn es 30 sind – bietet wohl kaum die Zuverlässigkeit und Stabilität, die ein B2B Gerät aufweisen muss.

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