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Nach Insolvenz: Unisters Reisesparte findet einen Käufer

(Foto: Unister)

Die insolvente Reisesparte von Unister wurde an einen neuen Investor verkauft. Damit sind die Arbeitsplätze vorerst gesichert. Unterdessen gehen die Ermittlungen wegen Betrugs weiter.

Das insolvente Leipziger Internetunternehmen Unister hat seine Reisesparte verkauft. Unister-Travel mit den Portalen ab-in-den-urlaub.de, urlaubstours.de, reisen.de, billigflüge.de und reisegeier.de sei an die Gesellschaft Rockaway Capital SE veräußert worden, teilte Insolvenzverwalter Lukas Flöther am Freitag in Leipzig mit.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Alle 520 Arbeitsplätze im Travelgeschäft sollen erhalten bleiben. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Rockaway ist nach Angaben von Flöther eine auf die Digitalbranche spezialisierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Prag. Die Gläubiger haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Der Betriebsübergang sei für den 1. Januar 2017 geplant.

Unister: Geschäftsführer und Firmengründer Thomas Wagner kam kürzlich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. (Foto: Thomas Wagner)
Unister: Geschäftsführer und Firmengründer Thomas Wagner kam kürzlich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. (Foto: Thomas Wagner)

Zuvor hatten sich nach offiziellen Angaben rund 20 Investoren für Unister interessiert. „Das Interesse von Seiten der Investoren ist nach wie vor sehr hoch“, teilte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther im vergangenen August mit. Unter den Interessenten seien vor allem strategische Investoren, aber auch „einige wenige Finanzinvestoren“ gewesen, hieß es damals. Der jetzt gefundene Käufer, Rockaway Capital, agierte bislang primär im E-Commerce-Segment und übernahm in Osteuropa bereits mehrere Unternehmen.

Gründer kam bei Flugzeugabsturz ums Leben

Der Unister-Konzern betreibt über 40 Internetportale, darunter fluege.de und ab-in-den-urlaub.de. Nach dem Tod von Firmenchef Thomas Wagner hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Der 38-Jährige war bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Im Zusammenhang mit dem Tod des Unister-Chefs ermittelt die Sächsische Generalstaatsanwaltschaft auch wegen Betrugs- und Untreueverdachts. Kurz vor dem Unglück soll Wagner in Italien um einen hohen Geldbetrag betrogen worden sein. dpa/dhr

Mehr zum Thema: Fall eines Internet-Imperiums – Was genau ist bei Unister eigentlich passiert?

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