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Nach 70-Millionen-Investment: Dieses Startup will das klassische Musik-Label ersetzen

Unitedmasters-Chef Steve Stoute. (Foto: dpa)

Unitedmasters will das klassische Musik-Label ersetzen. Dazu hat die Marketing-Plattform für Musiker 70 Millionen US-Dollar von Alphabet, Andreesen Horowitz und anderen Investoren erhalten.

Die Marketing-Plattform Unitedmasters soll Musiker bei der Vermarktung unterstützen und dadurch, so zumindest der ambitionierte Plan der Macher, sogar das klassische Musik-Label ersetzen. Das Startup steht unter der Leitung des erfolgreichen Musik-Managers Steve Stoute, der in den 1990er Jahren beispielsweise Will Smith und Nas zu Stars gemacht hat. Das nötige Kleingeld kommt unter anderem von Google-Mutter Alphabet, dem Risikokapitalunternehmen Andreesen Horowitz und der Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox. Gemeinsam haben sie 70 Millionen US-Dollar in Unitedmasters investiert.

Unitedmasters: Marketing-Dienstleister als Label-Ersatz

Das Geschäftsmodell von Unitedmasters soll wie folgt funktionieren: Der Anbieter bringt die Musik der Kunden auf die verschiedenen Streaming-Plattformen und versorgt sie darüber hinaus mit aggregierten Informationen zur Hörerschaft. Außerdem sollen Musiker oder deren Management Marketing-Ratschläge erhalten. Darüber hinaus will das Startup beim Aufbau von Kooperationen zwischen Musikern und Marken helfen. Die Idee: Wenn Fans eines bestimmten Musikers auf der Suche nach einem neuen Auto sind, könnten sie Werbeanzeigen mit dessen Musik angezeigt bekommen.

Unitedmasters unterstützt Musiker beim Marketing. (Screenshot: unitedmasters.com)

Im Gegenzug wird Unitedmasters dann allerdings einen Teil der auf Spotify und Co. generierten Einkünfte behalten. In einigen Fällen soll es aber auch individuelle Verträge geben. In diesen Fällen könnte das Startup dann beispielsweise am Verkauf von Merchandising-Artikeln oder Konzerttickets beteiligt werden.

Kritiker dürften im Geschäftsmodell von Unitedmasters die Fortsetzung eines Trends sehen, den wir schon vom E-Book-Selbstverlag kennen: Da es keine Vorschüsse oder andere vorab gezahlte Unterstützung gibt, bleibt das gesamte finanzielle Risiko beim Kulturschaffenden hängen. Die Profite müssen die Künstler – wenngleich auch zu einem kleineren Teil – trotzdem teilen.

Wer seine Tracks im eigenen Kellerstudio bastelt, dürfte sich daran kaum stören, solange sich die Gegenleistung in Form von Marketing-Unterstützung rentiert. Wenn aber Ausgaben für professionelle Studiomusiker oder Tontechniker vorgelegt werden müssen, dann könnte ein klassischer Label-Deal nach wie vor die bessere Alternative sein. Zumal ein talentierter Musiker nicht notwendigerweise auch ein guter Marketer ist.

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