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Startups

Unternehmenskultur: „Die beste Investition, die Startups machen können“

„Die beste Investition, die Startups machen können“ – mit diesen Worten hat Sitar Teli auf dem Pioneers Festival ihre Keynote über Unternehmenskultur eröffnet. Doch was ist Unternehmenskultur überhaupt und wie lässt sie sich am besten umsetzen?

Was Unternehmenskultur nicht ist

Tischtennis-Platte, bequeme Couchgarnituren und kostenlose Mahlzeiten. Das Alltagsbild in vielen Startups. Der Hintergrund: Mehr Unternehmenskultur und eine damit eng verbundene, oft höhere Loyalität der Mitarbeiter. Alles Klischee, wie Sitar Teli auf dem Pioneers Festival in Wien erklärt. „Tischkicker und Couchgarnituren haben in Wahrheit nichts mit Unternehmenskultur zu tun.“

Sitar Teli muss es wissen. Die Britin investiert seit fast zehn Jahren in europäische Startups, hat eine Vorliebe für Unternehmen mit Sinn für schickes Produktdesign und weitsichtige Visionen. Zu ihrem Portfolio gehören Investitionen in SoundCloud ebenso wie ein Mentorenposten beim Company Builder Seedcamp.

Stattdessen entsteht Unternehmenskultur dort, wo sie allein nur funktionieren kann: In den Köpfen der Gründer. Daher gebe es laut Teli auch kein Startup ohne Unternehmenskultur. „Es gibt nur gute und schlechte Kulturen“, wie sie sagt. Doch worauf kommt es bei einer guten Unternehmenskultur an? Sitar Teli hat den Besuchern des Pioneers Festivals drei wichtige Tipps mit auf den Weg gegeben.

Values, Mission, Team: 3 Bausteine für gute Unternehmenskultur, wie Teli auf dem Pioneers Festival erklärt. (Bild; t3n.de)
Values, Mission, Team: 3 Bausteine für gute Unternehmenskultur, wie Teli auf dem Pioneers Festival erklärt. (Bild; t3n.de)

1. „Values“ – Lebe deine unternehmerischen Werte vor

Der erste Baustein einer guten Unternehmenskultur sind die „Values“, also unternehmerische Werte. Begeisterung für das Produkt, Disziplin und Wertschätzung für das Tun der eigenen Mitarbeiter müssen von der Führungsspitze eines jeden Startups verstanden und vorgelebt werden. Wichtig ist, dass sich Gründer dabei nur solchen Werten verschreiben, die sie auch selbst in sich tragen und beherrschen. „Wer bestimmte Values nicht überzeugend vorleben kann, sollte sie auch nicht zum Leitmotiv des eigenen Handels machen“, appelliert Sitar Teli.

2. „Mission“ – Habe ein klares Ziel vor Augen

Als zweiten Baustein benennt Teli das „Mission Thinking“. Schon ganz zu Anfang gehört in Startups dazu eine eindeutige und transparente Vision. Teli verweist in ihrem Vortrag explizit auf das Beispiel Amazon. Die Unternehmenskultur des Online-Versandhauses wurde entscheidend durch die Vision geprägt.

Unternehmenskultur: Amazons Mission hat die Kultur des Online-Versandhändlers maßgeblich mitgeprägt. (Bild: t3n.de)
Unternehmenskultur: Amazons Mission hat die Kultur des Online-Versandhändlers maßgeblich mitgeprägt. (Bild: t3n.de)

„Jedes Startup braucht eine Mission“, sagt Teli. Viele Startups machen den Fehler, zu Beginn nur das Produkt, nicht jedoch die langfristige Mission im Kopf zu haben. Die Gefahr: „Irgendwann wissen die Mitarbeiter nicht mehr, wofür sie morgens aus dem Bett steigen sollen.“ Das drückt auf die Unternehmenskultur. Ohne eine auf das Kernprodukt zugeschnittene Mission und kontinuierlich neu auferlegte Ziele geht also nichts.

3. „Team“ – Lasse Deine Mitarbeiter sich lieben

Investoren wie Sitar Teli stehen auf großartige Teams. Doch die kommen selten von allein. „Die richtige Unternehmenskultur bestimmt darüber, wie schnell ein Startup in Zukunft neue Talente ins Boot holen kann“, sagt sie. Damit das gelingt, muss die Chemie aber schon im bestehenden Team stimmen, wie Teli vor rund 1.000 anwesenden Entrepreneuren erklärt. Startups sollten dafür sorgen, dass jeder im Team mit jedem gerne zusammenarbeitet.

Fazit

Eine gute Unternehmenskultur kann sich für Startups bezahlt machen. Sie hilft dabei, die Loyalität des Teams zu erhöhen. Zugleich kann sie auch eine wichtige Stütze für unternehmerische Entscheidungen darstellen. Unternehmenskultur strahlt darüber hinaus insofern nach außen hin ab, als sie auch den Umgang des Startups mit den Kunden beeinflussen kann. Allerdings ist Unternehmenskultur nichts, was auf Knopfdruck initiiert werden kann. Eine Lehre, die auch Sitar Teli kennt. Für sie steht die Unternehmenskultur genauso wie die Suche nach Investoren und Kunden immer Anfang einer jeden Gründung und beginnt im Kopf der Gründer. „Erst wenn sie verstanden und vorgelebt wird, dann könnt ihr die Tischtennis-Platte aufbauen.“

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2 Reaktionen
Lisa

Sehr inspirierend, vielen Dank! Ja, ich denke, zu viele Unternehmen machen den Fehler zu denken, mit kostenlosem Latte Macchiato und einem Billardtisch haben sie bereits eine Unternehmenskultur geschaffen, die Mitarbeiter motiviert und bindet.

Dabei kommt es eben genau auf die Themen an, die Sitar Teli genannt hat: Eine Mission, die motiviert und ein Teamumfeld, das Freude an der Arbeit macht. Was aus meiner Sicht überraschenderweise hier noch fehlt ist Wertschätzung. Ich glaube, wenn die Wertschätzung nicht ausgedrückt oder knapp gehalten wird ist das einer der Hauptgründe, warum Mitarbeiter gehen, außer dem Gehalt.

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AlexandraTebart

Eine gesunde Unternehmenskultur zu entwickeln und zu leben ist nicht nur die beste Investition von Start-Ups, sie ist aus meiner Sicht sogar unerlässlich.
Das gilt allerdings auch für bestehende Unternehmen, bei Fusionen oder Generationswechsel. Für sie ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob sie noch auf dem richtigen Kurs sind, ob Vision, Mission und Philosophie auch von jedem im Unternehmen bekannt sind und ob nach deren Umsetzung gestrebt wird - insbesondere von den Führungsverantwortlichen.

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