Kolumne

Unterschätztes Tool für digitale Nomaden: Die isolierte Trinkflasche

(Foto: Shutterstock)

Eine vakuumisolierte Trinkflasche scheint nicht direkt zu den wichtigen Tools im Leben eines digitalen Nomaden zu gehören. Warum das für unseren Autor Katsche doch so ist, erzählt er hier.

Ich tu mich schwer mit Ausstattung, die aus dem Bereich Outdoor kommt – auch wenn ich selbst eigentlich gerne viel draußen bin. Weil ich allerdings gerne Wasser mit mir rumtrage und natürlich versuche, Plastik zu vermeiden, wollte ich mir eine Aluflasche zulegen. Eine schlichte, leichte, in die gerne viel reinpasst, sollte es werden. Doch die Einzige rief vom Sofa: „Vakuumisoliert!“ – „Aber ich will doch nur Wasser mitnehmen?“ – „Vakuumisoliert!“, hörte ich wieder.

Wenn meine Frau sich derart äußert, habe ich gelernt, zu fliehen oder klein beizugeben. Widerwillig kaufte ich also eine vakuumisolierte Trinkflasche mit lächerlichen 473 Millilitern Fassungsvermögen. Eine Entscheidung, die eines der größten Problem im digitalen Nomadentum für mich endgültig lösen sollte.

Work-Life-Balance, Entwurzelung, Einsamkeit

Die Vorteile von Trinkflaschen liegen auf der Hand: An Flughäfen hinter der Sicherheitsschleuse, im Coworking-Space oder bei Autofahrten etwas dabei zu haben, in das man Wasser einfüllen kann, ist eine gute Sache. Natürlich: Tee und Kaffee bleiben wunderbar heiß und wärmen an kühlen Abenden am Fjord oder nach dem morgendlichen Surfen im Atlantik. Für mich dennoch: unnötiger Luxus. Ich begann, meine Frau zu verfluchen. Doch der wahre Segen entpuppte sich einst auf längeren Expedition in einer größere Gruppe.

Neben Abschaltproblemen zählt Einsamkeit bei Nomaden ja leider zu der häufigsten Nebenwirkung. Auch deshalb sind gemeinsame sportliche Aktivitäten etwas, das ich jedem und jeder nur ans Herz legen kann. Trendsport Nr. 1 auch 2019: Wandern. Verrückt, aber ist so. Zu keinem Trend (Beschleunigung/Digitalisierung) fehlt der Gegentrend (Entschleunigung/Natur). Und beim Wandern braucht man was zu schlucken, also ergibt eine Trinkflasche Sinn. Doch 473 Milliliter sind eben nicht viel Wasser und auch eisgekühlt wird das nicht mehr. Zwei große Plastikflaschen sind also meist unumgänglich oder irgendwas Leichtes, nicht Isoliertes. Nach einer Stunde bei 30 Grad im Dschungel ist dann alles brühwarm, aber dennoch willkommen und lebensverlängernd.

Den Gini aus der Flasche lassen

Trotzdem schleppe ich seither zu jeder Gruppenwanderung – gerade in der Hitze – neben meinem großen Wasservorrat auch die Aluflasche mit. Ihr großer Auftritt kommt am Gipfel, oder kurz vor Ende, wenn keiner mehr kann und sich alle nur noch schwitzend und auf offnen Blasen laufend auf zu Hause freuen, auf die Hütte und ja, eben auf das, was ich dann aus dem Rucksack zaubere  – auch nach sechs Stunden in der Hitze: 473 Milliliter goldenes, prickelndes und eiskaltes Bier! Diese Gesichter jedes Mal. Ein Traum! So werden durstige Wanderer zu Freunden fürs Leben. Garantiert.

Übrigens: Auch ein Mojito, Gin-Tonic oder Malzbier (…) bleibt herrlich kalt in so einer Isolierflasche, nicht nur auf dem Berggipfel. Ab und zu muss man sich belohnen. Und je unerwarteter, desto schöner.

Mehr Tipps und Tricks für digitale Nomaden findest du hier.

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Dein t3n-Team

2 Kommentare
Stephan H
Stephan H

Direkt eine bestellt ;-)

Antworten
Michel Walther

Wir empfehlen Aluminium wie auch Plastik möglichst zu vermeiden. BPA-Frei sollte eine Trinkflasche auf jeden Fall sein. Allerdings stellen wir uns auch immer wieder die Frage, wenn eine Trinkflasche mit ein oder gar zwei Litern Volumen gewünscht (die es ja auch gibt) wird, wer diese dann auf dem Schreibtisch stehen bzw. beim Wandern noch mitschleppen möchte? Ist man nicht gerade im Outback unterwegs, lässt sich solch eine Flasche auch jederzeit nachfüllen.

Teefreundliche Grüße

Michél – amapodo Team

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