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Upspin: Google-Angestellte basteln an globalem File-Sharing-System

(Bild: Shutterstock / Rawpixel.com)

Dateien über das Netzwerk teilen, ohne lästige Up- und Downloads oder verwirrende Rechteverwaltung: Das Open-Source-Projekt Upspin soll das Problem in Angriff nehmen. 

Alles ist eine Datei, egal ob ein lokales oder entferntes Objekt. Diesem Grundprinzip des Betriebssystems Plan 9 folgend haben einige Angestellte von Google mit Upspin ein experimentelles System zum globalen Teilen von Dateien erstellt, wie das Team im Security-Blog des Unternehmens bekanntgibt. Die beteiligten Google-Entwickler arbeiteten an Go oder Plan 9, wie etwa Rob Pike, der maßgeblich an der Entwicklung von Plan 9 beteiligt war und wenig überraschend einer der treibenden Entwickler von Upspin ist.

Netzwerk soll im globalen Namensraum zusammengefasst werden

Die Idee von Upspin ist es, Dateien über das Netzwerk in einem globalen Namensraum zusammenfassen. „Ist der Upspin-Name einer Datei gegeben, kann diese sicher geteilt, effizient ohne Upload und Download kopiert und von allen mit einer Berechtigung von überall mit einer Netzwerkverbindung abgerufen werden“, heißt es in der Ankündigung. Der Verzicht auf Up- und Download bedeutet in diesem Kontext, dass die Datei nicht auf einen Server transferiert werden muss, wie dies etwa bei Dropbox und Owncloud oder Nextcloud der Fall ist. Nutzer können über Upspin quasi direkt auf entfernte Dateien zugreifen.

Leicht zu nutzen und sicher

Gedacht sei das System bisher vor allem für „Privatnutzer, Familien oder Gruppen von Freunden. Obwohl Upspin im Unternehmenseinsatz Anwendung finden könnte, denken wir, dass die Fokussierung auf den Consumer-Fall eine leicht verständliche und einfach zu bedienende Freigabe ermöglicht“, schreibt das Team.

Zum Auffinden und Adressieren der Dateien sollen die E-Mail-Adressen der Nutzer dienen, gefolgt vom Pfad der Datei. Neben statischen Dateien könne so auch auf Ordner oder dynamisch generierte Inhalte wie Sensordaten zugegriffen werden. Die eigentliche Übertragung wird dabei Ende-zu-Ende verschlüsselt und der lokale Zugriff über ein Userspace-Dateisystem (Fuse) geregelt.

Kein globales Datei-System

Derzeit ist Upspin nicht viel mehr als ein Experiment von einigen Google-Entwicklern, die wie Pike an Plan 9 sowie an der Programmiersprache Go gearbeitet haben. Pike war auch an der Erstellung von Go beteiligt. Zu den Vorteilen von Upspin schreiben sie: „Upspin sieht ein bisschen aus wie ein globales Dateisystem, aber dessen wirklicher Beitrag ist eine Sammlung von Schnittstellen, Protokollen und Komponenten, aus denen ein Informationsverwaltungssystem aufgebaut werden kann, mit Eigenschaften wie Sicherheit und Zugriffskontrolle, die für eine moderne, vernetzte Welt geeignet sind.“

Darüber hinaus sei Upspin explizit keine App und auch kein Web-Dienst, sondern schlicht Software, die auf vernetzten Geräten laufe, um ein modernes Netzwerk zum Speichern und Teilen von Informationen zu erstellen. Diese Infrastruktur-Schicht könne aber von anderen Anwendungen und Diensten verwendet werden, um darauf aufzubauen.

Kein Google-Projekt

Wichtig ist den Beteiligten auch, darauf zu verweisen, dass es sich bei Upspin lediglich um ein Open-Source-Projekt von Google-Angestellten handelt, nicht jedoch um ein Produkt von Google. Der Code dazu findet sich auf Github. Weitere Details zu Upspin gibt es auf der Projektseite.

Wie das Häschen Glenda für Plan 9 und der Gopher von Go, eine Taschenratte, verfügt übrigens auch Upspin mit Augie über ein Maskottchen, das von Rob Pikes Frau, der Illustratorin Renée French, gestaltet worden ist.

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