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US-Militär soll Fake-News bekämpfen

(Foto: In Green / Shutterstock)

Die US-Regierung hat die DARPA damit beauftragt, ein System aufzubauen, das in der Lage ist, Fake News von echten Informationen zu unterscheiden. In vier Jahren könnte es einsatzbereit sein.

Das US-Verteidigungsministerium will gegen Fake vorgehen. Die Forschungsabteilung des Ministeriums soll jetzt eine Software entwickeln, die in der Lage sein soll, falsche Informationen aus Trainingsbeständen mit mehr als 500.000 Geschichten, Fotos, Videos und Audio-Inhalten zu identifizieren.

System soll auf heuritische Erkennung trainiert werden

Nach einer zunächst auf vier Jahre angelegten Trainingsphase soll das System erweitert und für den Kampf gegen gezielte Falschinformationen, die das Potenzial hätten, die Gesellschaft zu polarisieren, eingesetzt werden. Das soll dann eine heuristische Erkennung werden, die auf Deep Learning basiert.

Die DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) ist eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten, die Forschungs-Projekte für die US-Streitkräfte durchführt. Ihr bekanntestes Projekt ist das Arpanet, aus dem das Internet hervorging.

Das jüngste Projekt der DARPA trifft in den USA auf eine Stimmung der Unsicherheit und den Wunsch, die kommenden Präsidentschaftswahlen 2020 gegen gezielte Einflussnahme von außen zu schützen. Schon anlässlich der ersten Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hatte es Versuche gegeben, die Wahlen durch massive Social-Media-Kampagnen zu beeinflussen. Donald Trump hat etwaige positive Effekte derartiger Kampagnen zugunsten seiner eigenen Wahl stets zurückgewiesen.

Experten sind skeptisch

Experten, wie die Kommunikations-Professorin Jennifer Grygiel von der Syracuse University, sind skeptisch. Sie findet das Projekt der DARPA allenfalls „interessant” und wünscht dabei „viel Glück”, ist sich aber sicher, dass es nicht die erwarteten Ergebnisse wird erreichen können. Im Gespräch mit Bloomberg empfiehlt sie stattdessen, der Bevölkerung Medienkompetenz zu vermitteln und eine Gesetzgebung auf den Weg zu bringen, die Fake News und Desinformationskampagnen sanktioniert.

Diese Gesetzgebung scheitert indes am republikanischen Mehrheitsführer im Senat, Mitchell McConnell, der sich strikt weigert, über eine solche Gesetzgebungsinitiative zu diskutieren. Die Demokratenchefin Nancy Pelosi hat McConnell daher den Spitznamen #MoscowMitch gegeben, um plakativ zu zeigen, wem McConnells Weigerung letztlich nutzen könnte.

t3n meint:

Skepsis am Fake-News-Projekt der DARPA scheint auch unter technologischen Aspekten angebracht. So entwickelt sich die Technik der Erstellung gefälschter Inhalte in einem Tempo, das es der DARPA schwer machen wird, bei einem projektierten Testverlauf von vier Jahren mit dem Fortschritt mitzuhalten. Gerade die immer besser funktionierende Herstellung sogenannter Deep Fakes, die wir hier bei t3n kürzlich betrachtet haben, erschwert Algorithmen die Erkennung immer mehr.

Insbesondere, wenn Deep Fakes auf mehreren Ebenen funktionieren, also wenn etwa eine gefälschte Person in einer gefälschten Umgebung gefälschte Dinge sagt und gefälschte Dinge tut, wird es sehr komplex. Wenn ein solcher Deep Fake nun noch wie ein Bot mit Nutzern interagieren könnte, wäre der Manipulation im großen Stil nur noch wenig entgegenzusetzen.

Dieter Petereit

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