News

US-Verlage reichen Klage gegen Audible ein

US-Verlage wollen mit einer Klage gegen das Amazon-Unternehmen Audible den Rollout von Audible Captions verhindern (Foto: Shutterstock)

US-Verlage haben Audible wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung verklagt, um den Rollout der Speech-to-Text Funktion „Audible Captions“ zu verhindern.

Einige der größten Verlage der USA haben heute unter Berufung auf vorsätzliche Urheberrechtsverletzung das Amazon-Unternehmen Audible vor einem US-Bezirksgericht verklagt. Ziel der Klage sei es, den Rollout des geplanten Text-to-Speech-Features „Audible Captions“ zu verhindern, das Hörbücher als sichtbaren Text darstellt. Das berichten The Verge und die Nachrichtenagentur Reuters.

Audible Captions soll Urheberrechte verletzen

Mit der Klage soll eine einstweilige Verfügung erwirkt werden, mit der man irreparable Schäden für gegenwärtige und zukünftige urheberrechtliche Interessen wahren könne. Eingereicht wurde sie von Mitgliedern des „Association of American Publishers“ Verbandes, kurz „AAP“, darunter unter anderem die Verlage „Chronicle Books“, „Scholastic“, „Simon & Schuster“ und „Penguin Random House“. In einer Erklärung des Verbandes heißt es, man sei äußerst enttäuscht über Audibles absichtliche Missachtung von Autoren, Verlagen und Urheberrechten.

Die AAP-Präsidentin, Maria A. Pallante, wirft dem Unternehmen vor, einen kommerziellen Vorteil aus literarischen Werken ziehen zu wollen, ohne diese geschaffen zu haben oder sie zu besitzen. Audible würde dadurch ein Produkt vorantreiben, das nicht autorisiert sei, in etablierte Märkte eingreife und mit diesen konkurriere. So stehe dem Unternehmen lediglich das Recht zu, die Hörbücher und Hörspiele zu verkaufen – nicht aber, sie in Texte umzuwandeln und diese dann wiederum bereitzustellen. Darüber hinaus sei Audible Captions nicht fehlerfrei. Die Fehlerquote stehe in starkem Kontrast zu hochwertigen und sorgfältig geprüften E-Books und sei ein Nachteil für alle Betroffenen, einschließlich der Leser, so Pallante.

Ankündigung führte zu Unmut bei Publishern

Im Juli hatte Audible das neue Feature über ein YouTube-Video angekündigt. In dem Video ist zu sehen, wie ein Hörbuch als Text dargestellt wird und sich Textpassagen bei Wikipedia nachschlagen oder in andere Sprachen übersetzen lassen.

Mehrere Verlage äußerten nach der Veröffentlichung des Videos ihren Unmut über das Feature. Audible Captions verletze Urheberrechte, die Produktion der Hörbücher sei über Verträge abgedeckt, die Veröffentlichung der Texte hingegen nicht. Das Feature führe dazu, dass Audible-Nutzer weniger E-Books kaufen würden. Gegenüber The Verge äußerte der Verlag Penguin Random House, sich bereits an Audible gewandt zu haben. Offenbar ohne Erfolg, wie die Klage nun zeigt. So soll Maria Pallante zudem in einem Interview geäußert haben, dass wiederholte Kommunikationsbemühungen mit Audible – einschließlich Unterlassungserklärungen – zu keinerlei Änderungen geführt hätten. Simon & Schuster hingegen bezeichnete Audible Captions nach der Veröffentlichung des Videos als „unbefugte und dreiste Verletzung der Rechte von Autoren und Verlegern“. Es sei eine klare Verletzung der Verkaufsbedingungen. Audible hat sich auf Anfrage von Reuters bislang nicht zur Klage geäußert.

AAP schreibt sich Erfolg von Audible auf die Fahne

Die Association of American Publishers vertritt Buch-, Journal- und Bildungsverlage in rechtlichen und politischen Fragen. In der Klage soll vermerkt sein, dass Verlage jedes Jahr „viele Millionen US-Dollar“ investieren würden, um Autoren zu unterstützen und Bücher zu verbreiten. Dazu gehöre auch die Produktion von Audiokommentaren, durch die Audible dem Verband zufolge in erster Linie überhaupt so populär sei.

Das könnte dich auch interessieren:

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung