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Vatikan meets Silicon Valley: Konferenz hinterfragt Gemeinwohl von Technologie

Im Vatikan wird der Einfluss des digitalen Fortschritts auf die Gesellschaft diskutiert. (Foto: sdecoret/Shutterstock)

Im Vatikan wird aktuell der ethische Nutzen von Technik diskutiert. Die Konferenz soll Chancen und Risiken neuer Technologien hinterfragen.

Am Donnerstag ist im Vatikan eine dreitägige Konferenz zum Thema „Gemeinwohl im digitalen Zeitalter“ gestartet. Dabei treffen Vertreter von Unternehmen wie Facebook, Mozilla und Western Digital auf Ethikexperten und Regierungsvertreter, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Es geht unter anderem um künstliche Intelligenz, Robotik, Cybersicherheit und Kinderschutz im Internet, wie Vatikan News berichtet.

Ethik schon bei Produktion mitdenken

Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla Foundation, kritisierte zum Auftakt der Konferenz, die Technologie-Industrie habe bisher alle neuen Produkte als Gewinn für das Gemeinwohl betrachtet. Datenmissbrauch, Online-Spionage oder Hate-Speech haben aber inzwischen gezeigt, dass das nicht immer gilt.

Gavin Corn, Chef der Abteilung Cybersicherheit bei Facebook, unterstrich das mit dem Beispiel des Attentats in Christchurch im März, das der Täter live gestreamt hatte. Corn forderte, Tech-Unternehmen müssten Abteilungen einrichten, die sich mit der möglichen unethischen Benutzung ihrer Produkte auseinandersetzen – und zwar schon während der Entwicklung.

Am Freitag soll Papst Franziskus die Konferenz besuchen. Die Ergebnisse könnten möglicherweise die Grundlage für ein Schreiben des Papstes zu Künstlicher Intelligenz bilden, wie Reuters unter Berufung auf Insider-Informationen berichtet.

2015 hatte der Papst bereits einem solchen Text zum Thema Umweltschutz veröffentlicht. Schon darin war er in einem eigenen Kapitel auf Technologie eingegangen, sowohl auf Chancen als auch auf Risiken: „Das technokratische Paradigma ist nämlich heute so dominant geworden, dass es sehr schwierig ist, auf seine Mittel zu verzichten, und noch schwieriger, sie zu gebrauchen, ohne von ihrer Logik beherrscht zu werden.“

Nachdem der Auftakt der Konferenz am Donnerstag für Medienvertreter geöffnet war, diskutieren die Teilnehmer an den kommenden zwei Tagen hinter verschlossenen Türen.

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