News

Venezuela koppelt Bolivar an Kryptowährung Petro

Bolivar wird entwertet und an die Kryptowährung Petro gekoppelt. (Foto: Gabor Kenyeres/Shutterstock)

Ausgerechnet eine Kryptowährung soll Venezuela aus der tiefen ökonomischen Krise helfen. Staatspräsident Maduro entwertet die Landeswährung Bolivar um 96 Prozent und koppelt sie an den Petro.

Im Februar hatte Venezuela als erstes Land der Welt mit der Ausgabe einer eigenen Kryptowährung begonnen. Der Petro ist kürzlich offiziell gestartet und wird für rund 60 US-Dollar gehandelt. Jetzt dient der Petro dem krisengeschüttelten Venezuela als Rettungsanker für die Landeswährung Bolivar. Die wurde von Staatspräsident Nicolas Madura um 96 Prozent entwertet – für einen Dollar muss man sechs Millionen neue Bolivar auf den Tisch legen. Weitere Maßnahmen: Beim neuen Bolivar werden fünf Nullen gestrichen, die Währung wird an den Petro gekoppelt, wie die Zeitung Die Welt berichtet.

Kryptowährung Petro wird zur offiziellen Recheneinheit Venezuelas

Damit wird der Petro zur offiziellen Recheneinheit des Landes, wie es in dem Bericht heißt. Mit dem Start der mit den Ölvorräten Venezuelas gedeckten Kryptowährung ist ein Petro genau 3.600 neue Bolivar wert. Ob die drastische Maßnahme – die je nach Standpunkt als revolutionär oder als Harakiri bewertet wird – der Wirtschaft des südamerikanischen Landes wieder auf die Beine helfen kann, ist fraglich. Allein im vergangenen Jahr soll die Wirtschaft Venezuelas um zwölf Prozent zurückgegangen sein. Die für die Kraft des Petro wichtige Ölproduktion ist in den vergangenen Jahren eingebrochen.

Neben Bedenken wirtschaftlicher Art wirft für Experten auch die Kryptowährung selbst Fragen auf, die den Erfolg des Experiments überschatten könnten. Gerüchten zufolge soll ein großer Teil der Petro-Einheiten im Frühjahr mit hohen Abschlägen verkauft worden sein. Insgesamt soll Venezuela drei Milliarden Dollar damit eingenommen haben. Blockchain-Insider sollen die Kryptowährung aber als Scam bezeichnet haben, wie Techcrunch berichtet. Zudem könnte Maduro aufgrund fehlender fester Regeln jederzeit neue Petros ausgeben — und die digitale Währung damit entwerten.

Ebenfalls interessant: Warum Kryptowährungen zum Strohhalm für Krisenstaaten werden

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.