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Verbraucherschutz: 1&1 darf Router-Wahl nicht einschränken

(Bild: United Internet)

Bei der Bestellung von DSL-Tarifen im Internet stellt 1&1 seine zukünftigen Kunden vor eine Router-Wahl – ansonsten kann der Vertrag nicht ohne Weiteres abgeschlossen werden. Das ist nicht zulässig, wie das Landgericht Koblenz entschieden hat.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat erfolgreich gegen den Netzanbieter 1&1 geklagt. Das Landgericht Koblenz hat den Verbraucherschützern in ihrer Einschätzung recht gegeben, dass 1&1 seine künftigen Kunden irreführend vor die Wahl stellt, einen bestimmten Router zu ihrem DSL-Vertrag auswählen zu müssen.

„Internetdienstleister dürfen ihren Kunden keinen bestimmten Router aufzwingen“, sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim VZBV. „Deshalb ist es irreführend, wenn ein Unternehmen suggeriert, für die Nutzung seiner Tarife müssten die Kunden einen der angebotenen Router mitbestellen.“

Will ein Nutzer auf der Website von 1&1 einen DSL-Vertrag abschließen, wird er dazu aufgefordert, aus einer Liste von Routern zu wählen. Dazu bekommt der Nutzer den Hinweis, dass er einen der folgenden Router benötige. Das ist so nicht richtig, da die Tarife aufgrund der im Telekommunikationsgesetz festgelegten freien Routerwahl auch mit anderen Geräten funktionieren.

Formulierung auf der Website erweckt falschen Eindruck

Laut dem Gericht erweckt 1&1 aufgrund der Formulierung auf seiner Website allerdings den Eindruck, dass tatsächlich einer der Router notwendig sei. Dieser Eindruck werde noch dadurch verstärkt, dass der Bestellvorgang ohne eine Gerätewahl nicht fortgesetzt werden könne. An der Einschätzung des Gerichts ändert auch die Tatsache nichts, dass künftige Kunden den kostenlosen 1&1-Router wählen können.

1&1 hatte vor Gericht erklärt, dass an anderer Stelle darauf hingewiesen wird, dass auch andere Router verwendet werden können. Kunden könnten auch über die Hotline weitere Informationen erhalten. Dem Gericht genügte das offenbar nicht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, 1&1 kann noch Beschwerde einlegen.

Autor des Artikels ist Tobias Költzsch.

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3 Kommentare
DPV

Gut für den Verbraucher aber viele Kunden vergessen nunmal einen Router mit zu bestellen oder haben dann den falschen daheim. Daher ist die Auswahl (Vorgabe) gar nicht so schlecht. Soweit ich weiss konnte man auch immer angeben das man ein eigenes Gerät oder nicht?

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Dennis

Man sollte schon selber entscheiden können ob man einen Router mitbestellt oder nicht. Denn noch gibt es Vorteile wenn er gemietet wird, nach meinen Erfahrungen kostet es nicht mehr als 5 Euro monatlich, wenn neue Technik rauskommt kann der Router ausgetauscht werden und wenn er aus irgendeinem Grund nicht funktioniert tauscht man ihn einfach aus.

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Chris1983

Meiner Meinung sollte man auf jeden Fall Entscheiden können ob man einen Router mitbestellt oder nicht. Ich bin selber ein Fan davon, dass ich mir meinen eigenen Router mit meinen Spezifikationen selber raus suche. Meistens sind die Router die man Angeboten bekommt leider nicht so gut. Als Gamer hat man z.B. Andere Anforderungen (kurze zugriffsgeschwindigkeiten) als jemand der nur Streamt usw. Ich habe zu Hause einen Gaming Router der echt fantastisch ist, kann den mitgelieferten von meinem Internetanbieter nicht verwenden weil der wirklich schlecht ist.

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