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E-Commerce

Verkaufen ins Ausland: 3 Experten-Tipps für Onlinehändler von der dmexco [Video]

(Grafik: Shutterstock)

Der Verkauf ins Ausland kann eine gute Expansionsmöglichkeit darstellen, wir haben für euch während der dmexco mit Experten gesprochen und einige wertvolle Tipps für den Start eingesammelt.

Das Geld liegt im Ausland sicher auch nicht auf der Straße, trotzdem verbuchen Onlinehändler im Ausland oft Erfolgsgeschichten. Eine Expansion kann im besten Fall im Ausland überraschenderweise auch mal größere Wachstumsraten produzieren als das Inlandsgeschäft. Es ist ganz simpel: Ohne es auszuprobieren, lässt sich nicht sagen, wie die eigenen Produkte im Ausland ankommen.

Ein Start ins Auslandsgeschäft muss gut vorbereitet sein, es gibt vieles zu bedenken: Besonderheiten von Land und Leuten, Einkaufsgewohnheiten, Liefergewohnheiten und nicht zu letzt die rechtlichen Anforderungen im jeweiligen Land. Wir haben während der dmexco Experten aus unterschiedlichen Zweigen der E-Commerce-Welt um ihre Tipps für euch gebeten: Welche Themen spielen für Onlinehändler, die ins Ausland starten möchten, gerade eine besonders große Rolle?

warenausgang
Expansion ins Ausland muss auch die örtliche Logistik berücksichtigen. (Foto: © industrieblick - Fotolia.com)

Prestashop: „Denke, handle und agiere wie ein lokaler Händler“

Country-Manager Hagen Meischner vom Open-Source-Shopsystem-Hersteller Prestashop empfiehlt Händlern den Verkauf nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Mal eben den Onlineshop mit der Landessprache versehen und fertig, das sei keine gute Idee. Besser sei es den Wettbewerber im Land soweit wie möglich zu imitieren, also genauer gesagt wie ein lokaler Händler zu denken und zu agieren. Welche Zahlungsmethoden sind im Wettbewerb verbreitet, wie wird zugestellt, wie sieht die Bildsprache der Artikel aus, und wie die Anordnung der Onlineshop-Elemente? Muss ein separates Template für das Land über den Shop gelegt werden? Manchmal lässt sich die Templateauswahl mit einer technischen Geotargeting-Lösung auf der selben Installation realisieren. Dabei geht es nicht darum jemanden zu kopieren, sondern ein Gefühl dafür zu bekommen was im Markt üblich ist. Wie die europäische Konkurrenz oder die Konkurrenz aus den Heimatmärkten versucht dort zu landen spielt eine untergeordnetne Rolle.

Dem Kunden die notwendige Sicherheit geben, dass er sich an einen Kauf im Ausland traut: Eine landestypische Domain, eine lokale Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse speziell für die Kunden dieses Landes. Die Kundenbetreuung mit der Landessprache versehen, auch kleine Onlinehändler können sich mit beispielsweise mit studentischen Teilzeitkräften aus dem jeweiligen Land behelfen. Es geht nicht darum vorzutäuschen, dass ein Standort im Land vorhanden ist , es geht darum dem Kunden den gleichen Service zu ermöglichen, wie er ihn bei einem lokalen Händler bekommt: Eine lokale Telefonnummer, Lokale Rücksendeadresse und Service in der Landessprache.

Zum Markteintritt möglichst auf lokale Partner zurückzugreifen kann einiges erleichtern: Beispielsweise im Bereich Payment, Gutscheinportale, lokale Handelsplattformen, oder dem Logistikpartner – auch sollten Händler durch Marktbeobachtung herausfinden, welcher Anbieter vor Ort präferiert wird.

Prestashop befeuert seine Internationalisierung: Der Integrationsfonds bei Presta

Die Internationalisierungsfähigkeit von fertigen Onlineshopsystemen lebt von der Anzahl der möglichen Anbindungen an lokale Partner und Angebote. Beim Shopsystem Prestashop geschieht dies durch lokale Module, die beispielsweise eine Anbindung an Logistik- oder Marketingpartner ermöglicht.

Den Wachstum des eigenen Ökosystems will Prestashop jetzt mit einem „Integrationsfonds“ befeuern. Entwickler können ihr Modul-Konzept bei Prestashop online einreichen und sich um eine Unterstützung aus dem Prestashop-Fonds für die Erstellung des Moduls bewerben. Die Unterstützung wird später über die Umsatzbeteiligung am Verkauf des Moduls zurückerstattet: Normalerweise bekommen Prestashop-Entwickler 70 Prozent der Erlöse aus dem Marktplatz, bei der Nutzung des Integrationsfonds wird zuerst die Unterstützung wieder zurückgezahlt. Deshalb bekommen die Entwickler bis die Unterstützung zurückgezahlt ist, nur 30 Prozent Umsatzbeteiligung.

Actindo: „Jeder einzelne Verkauf muss mittlerweile umsatzsteuerrechtlich einzeln betrachtet werden“

Der Verkauf ins Ausland eröffnet nicht nur neue Märkte, sondern auch neue rechtliche Anforderungen. Ein gutes Beispiel dafür ist aktuell die sogenannte Lieferschwellen-Betrachtung, wie uns Boris Krstic vom E-Commerce-ERP-Spezialisten Actindo erläutert: Digitale Güter müssen beim Verkauf innerhalb der EU mit generell mit der Umsatzsteuer des Kunden-Landes versehen werden. Ab einer gewissen Grenze gilt diese Regelung auch für physische Güter: Überschreitet der Händler einen bestimmten, jährlichen Umsatzbetrag, zum Beispiel in Österreich 35.000 Euro, dann wird er nach EU-Recht dazu verpflichtet nach Österreich nicht mehr mit 19 Prozent, sondern mit den in Österreich üblichen 20 Prozent Umsatzsteuer zu verkaufen.

Ein weiteres aktuelles Thema sei die Umsatzsteuererstattung für schweizer Onlinekunden in Deutschland, die aufgrund von Regelungen der Behörden keine Rückerstattungen mehr erwarten könnten.

(Grafik: Actindo)
ERP-Systeme sollten das Fremdwährungshandling und die Beleganpassung anhand des Ziellands automatisch beherrschen. Eine Übersicht über die notwendigen Prozesse gibt diese Infografik von Actindo. (Grafik: Actindo)

Interview mit Christoph Bülow von Adyen: „Lasst den Kunden so bezahlen, wie er gerne möchte“

Der Payment-Provider Adyen betont im Interview die Wichtigkeit der Zahlungsmethoden im jeweiligen Land. Ähnlich wie wir in Deutschland bevorzugt per Rechnung, Lastschrift oder Paypal zahlen, hat nahezu jedes Land seine eigenen, präferierten Zahlungsmethoden. In den Niederlanden beispielsweise das Verfahren „ideal“. Wir haben uns mit Christoph von Bülow, Country Manager Germany bei Adyen, über Payment im Ausland unterhalten.

Dieser Artikel zum Verkaufen im Ausland gefällt dir vielleicht auch noch:  E-Commerce im Ausland: Die 10 wichtigsten Umsatzsteuer-Tipps für 2015.

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2 Reaktionen
Chris

Der Artikel hat es auf den Punkt gebracht. Onlineverkauf im eigenen Land mit einem eigenen Onlineshop kann jeder bewältigen. In vielen Bereichen gibt es gute Verkaufszahlen, auch, wenn man jetzt starten möchte. Wer im Ausland seine Produkte anbieten möchte, kann mit namhaften Herstellern sicherlich Punkten. Hier spielt dann aber der Preis eine große Rolle. Bei unbekannten Produktnamen ist dies weit aus schwieriger. Eine richtige Planung und Umsetzung des eigenen Onlineshops ist Grundvoraussetzung.

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WebshopHilfe

Hier hast du recht. Ich denke aber, ohne jemand vor Ort zu haben der den Mark gut kennt, ist es fast unmöglich es richtig erfogreich umzusetzten.

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