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Verschlüsselung: FBI kann über die Hälfte der beschlagnahmten Smartphones nicht knacken

(Foto: dpa)

Das FBI kann offenbar über die Hälfte der beschlagnahmten Smartphones nicht knacken. Die Verschlüsselung der Geräte sei ein großes Problem für die Ermittlungen, sagte der FBI-Direktor.

Verschlüsselung: FBI scheiterte an tausenden Smartphones

2016 hatte das iPhone eines der San-Bernadino-Attentäter für Schlagzeilen gesorgt. Das FBI verlangte von Hersteller Apple, das Gerät zu entschlüsseln und die Daten den Ermittlern zugänglich zu machen. Apple lehnte dies mit dem Verweis ab, dass die iPhones so designt sind, dass selbst der Hersteller nicht an die Daten herankommt. Später hatte eine unbekannte Firma das iPhone doch knacken können. Bei über der Hälfte der beschlagnahmten Smartphones gelingt das dem FBI aber nicht, wie dessen Direktor Christopher Wray jetzt eingestand.

Verschlüsselung: Smartphones stellen FBI vor „große, große Probleme“. (Foto: Shutterstock)

Die Verschlüsselung der Geräte – bei vielen Smartphones ist dies im gesperrten Modus Standard – sei ein „großes, großes Problem“, sagte Wray am Sonntag bei einer Polizeikonferenz in Philadelphia, wie die BBC online berichtet. In den vergangenen elf Monaten hätten fast 7.000 verschlüsselte Smartphones von den FBI-Technikern nicht geknackt werden können. Das entspricht mehr als der Hälfte der Geräte, bei denen die Ermittler an die darauf gespeicherten Daten gelangen wollten.

Wray forderte ein besseres Gleichgewicht zwischen der Verschlüsselung und der Notwendigkeit, den Behörden bessere Tools an die Hand zu geben, um die öffentliche Sicherheit gewährleisten zu können. Das FBI hatte schon Anfang des vergangenen Jahres von Apple eine Art iPhone-Hintertür verlangt, mit der die Sicherheitsmechanismen außer Kraft gesetzt würden. Dabei ging es zwar um den oben beschriebenen speziellen Fall des Terroristen-Smartphones. Apple-Chef Tim Cook sprach aber von einem gefährlichen Präzedenzfall.

Smartphones: Verschlüsselung gehört zum Leben dazu

Der Cybersicherheitsexperte Alan Woodward von der University of Surrey erklärte jetzt, dass solche möglichen Hintertüren ohnehin unpraktisch seien und die Sicherheit der Nutzer gefährdeten. Die Verschlüsselung sei jetzt eine Tatsache, die zum Leben gehöre, auch wenn polizeiliche Ermittler das frustriere. Darüber hinaus wäre im Falle einer fehlenden Verschlüsselung ab Werk die Nachrüstung über eine Software möglich, sagte Woodward der BBC.

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Eine Reaktion
Thomas

Ich glaube, dass ein großer Teil der Bevölkerung den Wunsch der Behörden nachvollziehen kann. Grundsätzlich können die Informationen auf den Smartphones von Verdächtigen mit Sicherheit bei den Ermittlungen helfen. Ich bin auch sicher, dass viele von uns dazu bereit wären einen Teil der Verschlüsselung zu öffnen. Wenn wir davon ausgehen könnten, dass es ordentliche Kontrollmechanismen und wenig bis keinen Missbrauch gibt.

Leider haben aber bisher alle Behörden dieser Welt nur damit geglänzt, es maßlos zu übertreiben, wahllos alles zu speichern und die Rechte der Bürger mit Füßen zu treten wo immer es möglich war. Und in diesem Zusammenhang ist die Verschlüsselung aller Geräte reiner Selbstschutz. Vor allem bei einer Justiz die auf Basis dürftiger Informationen und fragwürdiger Beweise Urteile fällt.

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