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Undercover-Video: Cambridge-Analytica-Boss prahlt mit schmutzigen Tricks

Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix plaudert über Einflussnahme auf Wahlen. (Screenshot: Channel4/Youtube/t3n.de)

In einem Undercover-Video des britischen Fernsehsenders Channel 4 prahlt der Cambridge-Analytica-Boss Alexander Nix damit, dass seine Firma 200 Wahlen beeinflusst habe. Später hat er dies dementiert.

Die Affäre um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica weitet sich immer mehr zu einem Skandal aus: Am Wochenende hatten neue Berichte einen tieferen Einblick in die Vorgänge bei der angeblichen Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen gegeben. Dabei geriet auch Facebook wieder in den Fokus. Cambridge Analytica soll sich – unberechtigt – Zugriff auf die Daten von rund 50 Millionen Nutzerprofilen verschafft haben. In einem Undercover-Video des britischen TV-Senders Channel 4 hat Cambridge-Analytica-Boss Alexander Nix jetzt ganz offen mit schmutzigen Tricks geprahlt, die sein Unternehmen einsetze.

Cambridge Analytica: Undercover-Video bringt Firmenchef Nix in Bedrängnis

Demnach ist Datenmissbrauch nur ein kleiner Teil des Repertoires. Nix hat angedeutet, dass es neben der gezielten Werbung – unter Berücksichtigung eigens erstellter Profile  – weitere Mittel der politischen Einflussnahme gebe. So hat der Firmenboss von der Möglichkeit berichtet, Politiker bei der Annahme von Bestechungsgeldern zu filmen und das Video zu veröffentlichen. Auch der Einsatz von Prostituierten mit anschließender Erpressung sei ins Spiel gebracht worden, berichtet der Standard. Insgesamt 200 Wahlen rund um den Globus will Cambridge Analytica laut heimlich mitgeschnittener Gespräche beeinflusst haben.

Dass davon bisher kaum etwas an die Öffentlichkeit geraten ist, liegt laut Nix daran, dass die Aktivitäten möglichst geheim gehalten würden. Cambridge Analytica operiere demnach mit einem Geflecht aus Tarnfirmen, die etwa heimliche Einreisen – von als Studenten oder Touristen getarnten – Mitarbeitern in die Zielländer realisieren könnten. Bei der Wahl in Kenia, bei der die US-Firma für die Wiederwahl von Präsident Uhuru Kenyatta gesorgt haben will, wurde etwa mit gezielter Desinformation gegen die politischen Gegner des Regierungschefs gearbeitet.

Cambridge Analytica hat im Nachhinein übrigens versucht, die in dem Video dargestellten Szenen umzudeuten: Angeblich hätten die Manager der Firma die Journalisten, die als Mitglieder einer Familie aus Sri Lanka getarnt waren, nur testen wollen. Die Klienten seien darauf abgeklopft worden, ob sie unethische oder gar illegale Absichten planten, hieß es weiter. Die Analysefirma selbst habe sich nicht auf solche Methoden eingelassen. Die Ausstrahlung des Videos wollte Cambridge Analytica aber im Vorfeld verhindern. Laut Channel 4 sei es aber zu mehreren Nachfragen seitens Cambridge Analytica gekommen, ob und wann das Geschäft zustande komme.

Affäre um Analysefirma Cambridge Analytica könnte Facebook Hunderte Milliarden Dollar kosten. (Screenshot: cambridgeanalytica.org/t3n.de)

Für Cambridge Analytica, aber auch für Facebook, könnte die Angelegenheit teuer werden. Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks wollen den Fall untersuchen. Es drohen Regulierungen, die Facebook durchaus wirtschaftlichen Schaden zufügen könnten. Laut einem Bericht der Washington Post droht Facebook eine Strafe von bis zu zwei Milliarden US-Dollar, wenn sich herausstellen sollte, dass die Datenaffäre ein Datenschutzabkommen zwischen Facebook und der US-Handelsaufsicht FTC verletze.

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Eine Reaktion
Gecko

Hallo,

ich kann nur raten emotionslos Informationen aus möglichst vielen verschiedenen voneinander unabhängigen Quellen entgegezunehmen und diese anschließend genauso emotionslos, über eine geraume Zeit zu analysieren/filtern. Es kristalisiert sich in vielen Fällen ein unabhängoiges Bild heraus. Es war nie so einfach wie heute aus vielen "verschiedenen" Quellen Informationen zu ein und der selben Sache abzugreifen.

Viele Grüße

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