Ratgeber

Warum noch reisen? Technik und Lösungen für Video-Konferenzen

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Microsoft Skype und Skype for Business: Lösung für alle Office-Gelegenheiten

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Zwei Produkte, zwei gleichklingende Namen – Video-Telefonie und -Konferenzen aus dem Hause Microsoft. Skype dürfte vielen Nutzern aus dem privaten Umfeld schon lange ein Begriff sein und wurde vor wenigen Jahren zum Synonym für Videokonferenzen in diesem Umfeld. Die Bildqualität und auch die Stabilität waren dabei allerdings häufig nur mit viel gutem Willen als „ausreichend“ zu bezeichnen.

Nachdem Microsoft die Firma Skype im Jahr 2011 aufgekauft hat, wurde die Software nach und nach zusammen mit den Windows-Betriebssystemen ausgeliefert. Was damals noch Lync hieß und zuvor als Office-Communications oder Live-Messenger bezeichnet wurde, mutierte dann im Zusammenspiel mit Office 365 zu „Skype for Business“. Trotz der Namensähnlichkeit mit dem weiterhin kostenfreien Skype, handelt es sich bei Skype for Business um eine Profi-Lösung mit zusätzlichen Funktionen, die von den Administratoren über verschiedenste Optionen bereitgestellt werden können.

Gerade der Vergleich mit Webex oder Goto Meeting zeigt deutlich, dass Skype for Business viel mehr aus der Messenger-Technologie kommt: Jeder Benutzer hat ein klar definiertes Konto, über das er dann in der Anwendung erreichbar ist – dank Integration von SIP und der Verknüpfung mit Telefonanlagen auch per Rufnummer. Ganz der Messenger-Manier folgend besitzen Benutzer somit auch einen angezeigten Status, wie zum Beispiel „Im Büro“ oder „Unterwegs“. Von Linux einmal abgesehen unterstützt Microsofts Lösung alle Betriebssystemplattformen. Dank der Integration in Microsofts Produktlandschaft gibt es auch eine Anzeige der Verfügbarkeit von Kontakten und Gruppen, die dann auf dem Exchange-Adressbuch beruht. Die Software bietet sich sowohl für das Desktop-Sharing, die Telepräsenz als auch für IP-Telefonie und die Abwicklung von Videokonferenzen – auch in HD-Qualität – an. Insgesamt gab es in der Testphase keine Probleme, was die Bild- und Tonqualität anging, und auch die freie Skype-Version bietet heute eine weitaus bessere Qualität als zu früheren Zeiten. Besprechung können Benutzer im Idealfall direkt aus Outlook heraus planen. Sie finden dazu im Kalendermodul den Eintrag „Skype-Besprechung“. Der Anwender bearbeitet den Text der E-Mail-Einladung wie gewohnt, während die Software selbstständige zusätzliche Felder wie den Link in die Sitzung und die Konferenz-ID einsetzt. Dank der Integration in die Exchange-Welt sieht der Benutzer bereits in der Planungsphase, ob Teilnehmer möglicherweise bereits zu diesem Zeitpunkt ihre Abwesenheit signalisieren.

Skype for Business präsentierte sich als gute Software innerhalb der Microsoft-Produktwelt. Im Zusammenspiel mit den anderen Office-Anwendungen sowie Sharepoint- und Exchange-Server-Diensten bietet die Software alles, was der Kunde braucht. Selbst in einem einfachen Office-365-Plan für wenige Benutzer ist die Software bereits enthalten. Im Vergleich zur kostenlosen Skype-Variante, bei der in den ersten 60 Tagen Besprechungen mit bis zu zehn Personen möglich sind, nach dieser Zeit nur noch mit bis zu drei Personen, bietet die kostenpflichtige Variante Online-Besprechungen mit bis zu 250 Personen. Die Anzahl der gleichzeitigen Video-Streams in der Office-365/Cloud-Variante gibt der Hersteller mit fünf HD-Verbindungen an, bei Verwendung eines lokalen Skype-Servers erhöht sich die Anzahl. Screensharing, Teilnahme per Festnetzanschluss und Aufzeichnung einer Sitzung sind unter Skype for Business ebenfalls problemlos möglich.

Join.me: Einfaches Präsentieren plus iPad als Schwerpunkte

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Die amerikanische Firma Logmein bietet neben dem bereits vorgestelltem Goto Meeting eine weitere Lösung für das Präsentieren und Video-Konferenzen an: Join.me wird dabei von der Firma als Kollaborationstool positioniert. Dabei hebt das Unternehmen besonders die Einfachheit im Umgang mit der Software heraus: So sollen unnötige Downloads und Prozesse vermieden werden und die Bildschirmfreigabe und Zusammenarbeit mit „nur einem Klick“ zu erledigen sein. Wer die Website von Join.me aufruft, kann dort sofort ein Meeting starten oder mittels eines Codes an einer bereits bestehenden Besprechung teilnehmen. Bei Auswahl eines neuen Meetings bekommt der Nutzer zudem die Option zur Verfügung gestellt, ein sogenanntes „Free-Konto“ anzulegen. Dadurch bekommt er dann die Möglichkeit, die Pro-Version für 14 Tage (bei Versenden einer Einladung an weitere Kollegen für 21 Tage) zu testen.

Das Herunterladen und Installieren dieser App klappt sehr schnell und auch die Freigabe des Bildschirms mittels Browser-Interface geht schnell vonstatten, wenn auch nicht immer nur mit einem Klick. Grundsätzlich bietet Join.me alle Funktionen, die eine Konferenzlösung haben sollte, allerdings muss dazu mindestens die Pro-Version erworben werden. Diese kostet 15 Euro pro Nutzer und Anwender. Mit ihr können Nutzer Online-Meetings mit bis zu 50 Teilnehmern führen, Besprechungen aufzeichnen und nicht nur den gesamten Bildschirm wie in der Free-Version, sondern auch einzelne Fenster für andere Teilnehmer freigeben. Von allen Lösungen, die wir uns für diesen Artikel angeschaut haben, ist Join.me zweifellos mit der „modernsten“ Oberfläche ausgestattet. Besonders Tablet-Nutzer werden sich mit den „Bubbels“ sicher wohlfühlen. So zeigte sich dann auch, dass Nutzer bei Verwendung eines iOS-Gerätes dem Versprechen der „One-Klick-Bedienung“ am nächsten kommen. Wer allerdings wie wir seine mobilen Geräte entsprechend abgesichert hat, kommt um eine ganze Reihe von Klicks nicht herum – das gilt auch für entsprechend abgesicherte Browser auf dem Desktop. Da fiel zudem auf, dass Join.me den Safari-Browser für die Internet-Telefonie auf dem Mac OS X-Systemen nicht unterstützt. Auch die Tatsache, dass Whiteboards in allen Versionen der Software nur unter iOS bereitstehen, zeigt die Ausrichtung deutlich. Wer also vor allen Dingen mobile Mitarbeiter mit iOS-Endgeräten in seinen Konferenzen hat, sollte einen Blick auf diese Software werfen.

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Ein Kommentar
hannakoch
hannakoch

Sehr guter Artikel, der zusammenfassend die Dinge in die richtige Perspektive rückt und beim Vergleichen der unterschiedlichen Videokonferenz-Plattformen eine beeindruckende Arbeit geleistet hat. Allerdings bin ich überrascht, dass der Autor nicht Blizz in diese Liste aufgenommen hat. Blizz von TeamViewer ist ein deutsches Produkt – wie kommt es, dass man es nicht aufgeführt hat? Als jemand, der den größten Teil des Tages an Online Meetings teilnimmt, darf ich behaupten, dass Blizz genau das macht, was es soll, und manchmal sogar besser als einige der in Ihrem Artikel vorgestellten Plattformen. Ich schlage vor, einen Blick darauf zu werfen und eventuell die Liste zu komplettieren

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