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Facebook-Währung Libra vor dem Aus? Zuckerberg äußert Zweifel

(Foto: Shutterstock)

Facebook hat Investoren gewarnt, dass die geplante Digitalwährung Libra scheitern könnte. Offenbar ist der Gegenwind der Behörden zu groß – oder gibt es noch andere Gründe für die Warnung?

Es ist erst wenige Wochen her, dass Facebook die Pläne für seine Digitalwährung Libra öffentlich gemacht hat. An Bord sind Schwergewichte aus dem Payment- und E-Commerce-Bereich wie Mastercard, Visa, Paypal und Uber. Der Startschuss soll schon 2020 erfolgen – eigentlich. Denn dem Projekt schlug von Anfang an viel Gegenwind aus der Politik und Finanzbranche entgegen. Jetzt hat Facebook Investoren vor einem möglichen Scheitern von Libra gewarnt.

Facebook: Keine Garantie für Libra-Start

In dem Bereich Risikofaktoren des letzten Quartalsberichts hat Facebook die Warnung untergebracht, es könne nicht garantieren, dass Libra in naher Zukunft oder überhaupt gelauncht werde. Libra sei von Regierungen und Regulierungsbehörden einer eingehenden Prüfung unterzogen worden. Facebook gehe davon aus, dass diese Prüfung fortgesetzt werden, zitiert CNBC aus der Meldung an die Börsenaufsicht SEC.

Darüber hinaus unterliege die Akzeptanz einer solchen Währung einer erheblichen Unsicherheit. Und: Facebook habe kaum Erfahrungen mit digitalen Währungen oder der Blockchain-Technologie, was die Fähigkeit, ein solches Produkt erfolgreich zu entwickeln und zu vermarkten, stark beeinflussen könne. Facebook sei sich daher bewusst, dass das Projekt Libra langwierig sein könne und der Konzern auf externe Unterstützung angewiesen sei.

Facebook will mit Behörden und Experten an Libra arbeiten

Wichtig für den Erfolg der Digitalwährung sei es zudem, sich mit Regulierungsbehörden, Politikern und Experten zu beraten, wie eine Facebook-Sprecherin CNBC sagte. Daher habe Facebook die Libra Association mit ihren namhaften Mitgliedern ins Leben gerufen und die Pläne frühzeitig bekannt gemacht. Das hätte es noch vor ein paar Jahren nicht gegeben, hatte auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg eingeräumt. Da hätte Facebook versucht, das Projekt allein durchzuziehen.

t3n meint:

Steht Facebooks Digitalwährung wirklich vor dem kompletten Aus, wie es die Warnung in dem Quartalsbericht befürchten lässt? Zweifelt Mark Zuckerberg an der eigenen Idee, nur weil sie nicht allen gefällt? Das ist eigentlich nur schwer zu glauben. Viel eher dürfte sich Facebook mit dem Hinweis in dem Quartalsbericht rechtlich absichern. Dass Libra von den Regulierungsbehörden zugelassen wird, ist ja tatsächlich keine ausgemachte Sache. Zugleich will Zuckerberg mit der Warnung sicher auch den Druck auf eben jene Behörden erhöhen, indem er ihren entscheidenden Einfluss auf das Projekt betont. Facebook hat durchaus die Macht, nicht nur finanziell, Libra auf den Weg zu bringen – und mögliche Hürden aus dem Weg zu räumen.

Jörn Brien

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5 Kommentare
Peter

Gut das in dem Artikel CNBC erwähnt wird, das ein Facebook-Mitarbeiter betont „Wichtig für den Erfolg der Digitalwährung sei es zudem, sich mit Regulierungsbehörden, Politikern und Experten zu beraten“

Facebook betont ja immer die Unabhängigkeit von Libra, hat mit Facebook ja eigentlich fast gar nichts zu tun, und die Schweizer (hey, die sind schließlich seriös) beaufsichtigen ja alles.

Nur doof das auf dem gerade angesprochenen CNBC die Schweizer sagen sie haben in der Beziehung von Facebook noch gar nichts gehört ( https://www.cnbc.com/2019/07/16/fdpic-says-facebook-has-not-contacted-about-libra-data-protections.html )

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Jörn Brien

Dabei geht es um die Datenschutzbehörde der Schweiz. Mit denen hat Facebook eigenen Angaben zufolge auch noch nicht gesprochen. Mit der Finanzmarktaufsicht war Facebook bzw. jemand vom Projekt wegen Libra aber schon im Austausch: „FINMA confirmed to CNBC it was in contact with initiators of the Libra project“.

Antworten
Peter

Hallo Jörn, da hast du natürlich recht. Nun wird mir auch wegen Facebook was anderes klar: Wie erwähnt ist es laut denen „wichtig für den Erfolg … sich mit Experten zu beraten“. Da sie mit den Datenschützern nicht beraten haben hält also Facebook die einfach für keine Experten. Und somit sind die bei Facebook gehäuft antreffenden Datenschutzprobleme einfach auf einen Mangel an Experten zurückzuführen :-)

Benedikt
Benedikt

Gut so! Ich hatte gehofft, dass dieses Projekt scheitert und so ist es ausnahmsweise auch mal gekommen.
Facebook eine Währung zu überlassen ist eine vollständig absurde Idee. Facebook verdient nicht noch mehr Daten, Geld und Macht. Damit umgehen können sie erwiesenermaßen nicht

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Da ist noch gar nichts gescheitert, deswegen: Abwarten! Abgesehen davon ist Libra rechtlich weder

– eine Währung,
– noch Geld,
– oder ein Zahlungsmittel,

sondern ein privatrechtliches Schuldscheinsystem. Und Schuldscheine kann jeder nach Belieben emittieren (§ 371 BGB). Die Frage ist lediglich ob rein finanzsystemgedeckte Schuldscheinsysteme durch Dritte initiiert und betrieben werden dürfen (§ 952 Abs. 1 S. 2 BGB, denn das ist neu. Da dies bei Bitcoin u. ä. bejaht wird, wird dies bei Libra sicher nicht anders sein.

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