Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Viktor und sein Wunderding: Strom produzieren aus dem Nichts

(Foto: TTstudio / Shutterstock)

Strom produzieren mittels Vibrationen? Das Startup Revibe verspricht genau das, um so Energie an autarken Orten zur Verfügung stellen zu können. Der weite Weg des Startups soll sich bald auszahlen.

Der blonde Skandinavier Viktor steht mit leuchtenden Augen vor mir und erklärt mir, dass er zaubern kann – jedenfalls so ungefähr. Er zeigt mir den kleinen, klobigen Prototypen, den er einfach an jede vibrierende Oberfläche heften kann, und schon produziert und speichert das Ding Strom alleine durch Schwingung. Das ist besonders praktisch, wenn gerade kein Strom da ist oder eine temporäre Verkabelung, zum Beispiel bei Messsensoren, zu aufwendig wäre. Es funktioniert sowohl in Hubschraubern als auch zum Beispiel bei der Deutschen Bahn, dem aktuellen Accelerator von Revibe.

Startup TV hat Revibe eine Weile für euch begleitet.

Solide, junge Startup-Karriere

Das junge Unternehmen hat bis jetzt eine klassische und ziemlich solide Startup-Karriere hingelegt. Als Spin-off des Saab-Konzerns und über bis heute vier weitere Accelerator-Programme entwickelte das junge Team von Viktor, Erik und Per die Idee eher konservativ, dafür aber mit viel Hingabe weiter. Interessant ist dabei besonders, dass die Gründer nicht einem technischen Hintergrund entstammen, sondern an der Chalmers School of Entrepreneurship in Göteborg studiert haben und die erst in Ansätzen von zwei Ingenieuren bei Saab Training Systems entwickelte Idee aufgegriffen, daraus einen Business-Case erarbeitetet und sie zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt haben.

Saab Training Systems baut als Tochter des Saab-Konzerns hauptsächlich Verteidigungssysteme für die Rüstungsindustrie. So wurde quasi aus War-Tech nun Clean-Tech. Wo Revibe sich in Zukunft bewegen wird, ist ebenfalls noch unklar. Viktor erklärt, dass es nun nach dem beendeten Acceleratorprogramm in Berlin erstmal zurück nach Göteborg geht. Er kann sich aber vorstellen, bald ein Sales-Office in Berlin zu eröffnen. Auch ein Umzug des Hauptsitzes nach Stockholm und eine baldige Expansion in die USA zieht er in Betracht.

Lösungen, die auf Kundenwünsche angepasst werden

Es sei nicht einfach gewesen, das erste Mal die Idee auf einen realen und anspruchsvollen Kunden wie zum Beispiel ein Bahnunternehmen zu spezifizieren. Lange hätten sie nur unter Laborbedingungen gearbeitet und es war schwierig, für den Pilottest direkt raus in die Gleisanlagen gehen zu können. Sie hätten lernen müssen, dass solche Prozesse in größeren Unternehmen auch massiv mehr Zeit benötigen. Die gemachte Erfahrung lasse es aber nun zu, Lösungen relativ rasch auf Wünsche von neuen Kunden zu adaptieren.

Dabei geht es nach der Auto- und Bahnbranche auch gerade in Richtung Flugindustrie und Maschinen im Bergbau. Jetzt muss erstmal die Massenproduktion vorbereitet werden, und, wie Viktor erklärt, ist auch weiterhin nicht sofort mit dem Roll-Out zu rechnen. Diesen terminiert er für das Jahr 2019. Dann seien die intensiven Feldversuche abgeschlossen und es werde das Jahr schlechthin für ReVibe, verspricht er. Das charmante Lächeln lässt mich irgendwie an den weiteren Erfolg des Unternehmens glauben, denn die Idee, Strom überall produzieren zu können, ist bestechend.

Ebenfalls spannend: 

 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

2 Reaktionen
Phynic

Rein physikalisch wird das überhaupt nichts bringen. Das Prinzip "Mechanische Energie (Hier Vibrationen) in Elektrische Energie" folgt den Regeln der Induktion.

Bei der Vibration wird wahrscheinlich ein nicht-magnetischer Leiter in einem Magnetfeld bewegt. Die Elektronen werden mitbewegt und sammeln sich an einem Ende des Leiters (Lorentzkraft). Die Elektronen wollen sich wieder ausgleichen und erzeugen dabei Induktionsspannung. Ich konnte dieses Experiment vor einer Woche selbst durchführen. Die Ergebnisse waren ernüchternd, von Strom kann man nicht wirklich sprechen, so gering sind die Spannungen. Wie MayesticCat bereits sagte - für Messgeräte würde das eventuell reichen, für größere Geräte allerdings nicht.

Falls ihr selbst die Spannung errechnen möchtet:

U = l * v * B

l steht für die Länge des Leiters im Magnetfeld, v für die Geschwindigkeit und B für die Feldstärke des Magneten.

Meine Meinung: Dieses Startup ist der totale Reinfall, physikalisch gesehen.

MayesticCat

"Strom" und "Strom", vielleicht hätte man erwähnen sollen wie viel Strom sich damit erzeugen lässt. Für ein paar Messsensoren wirds wohl reichen, aber reicht es auch um die Weichen in einem Stellwerk zu stellen?

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst