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Einblicke in die neue UI: Das bringt VLC Media Player 4

Der VLC-Chefentwickler hat Einblicke in Version 4 des Mediaplayers gegeben. (Bild: Videolan)

VLC-Chefentwickler Kempf hat auf einer Konferenz erstmals die neue Benutzeroberfläche des Mediaplayers in Version 4 gezeigt. Einiges unter der Haube wird neu und alte Betriebssystemversionen werden nicht mehr unterstützt.

Unter dem Codenamen Otto Chriek entsteht aktuell der VLC Media Player in Version 4. VLC-Chefentwickler Jean-Baptiste Kempf hat in einem Vortrag auf der Fosdem-Konferenz jetzt die für Version 4 geplanten Features vorgestellt. Darin wird viel unter der Haube von Grund auf erneuert, am offensichtlichsten sind aber die Änderungen an der Nutzeroberfläche.

VLC Media Player 4: Medien-Bibliothek kommt von Android auf iOS und den Desktop

Die Medienbibliothek kommt mit Version 4 des VLC Media Players auf den Desktop, hier unter Linux. (Bild: Videolan)

Die Medienbibliothek kommt mit Version 4 des VLC Media Players auf den Desktop, hier unter Linux. (Bild: Videolan)

Mit Version 4 kommt die von Android bekannte Medien-Bibliothek auch auf iOS und die Desktop-Varianten. Sie soll keinen komplexen Mediaplayer ersetzen, kann aber Audio, Video und Playlists aus bestimmten Ordnern indizieren. Wer diese Bibliothek nicht haben will, kann sie in den Einstellungen komplett deaktivieren. Nutzer, die Dateien direkt über den Dateimanager ihres Betriebssystems starten, bekommen sie auch nicht zu Gesicht, es startet direkt der Player, um die Ladezeit weiterhin kurz zu halten.

Auch die überarbeitete Oberfläche fällt auf, die Kempf das erste Mal der Öffentlichkeit in seiner Präsentation zeigte. Sie kommt mit mehr Transparenzen, außerdem sind Anpassungen für die Linux-Oberflächen Gnome und KDE mit an Bord, damit der Player dort nativer wirkt. Kempf scherzt in seinem Vortrag, dass VLC damit jetzt auch in der Technikwelt von vor einigen Jahren angekommen sei.

VLC Media Player bekommt Airplay-1-Support

Die Hauptansicht des Players kommt künftig moderner mit Transparenzen. (Bild: Videolan)

Die Hauptansicht des Players kommt künftig moderner mit Transparenzen. (Bild: Videolan)

Auf der CES Anfang Januar hatte Videolan angekündigt, nach dem Chromecast-Support in Version 3 auch Airplay in den Mediaplayer zu integrieren. Damit können Nutzer Inhalte kabellos beispielsweise an den Apple TV oder Apples Homepod übertragen. In seiner Präsentation auf der Fosdem konkretisierte er die Ankündigung und gab bekannt, dass es allerdings nur Version 1 des Standards in den VLC Media Player schaffen wird. Damit entgehen den Nutzern die Vorteile von Airplay 2 wie Multiroom-Audio, verbessertes Buffern sowie das verzögerungsfreie Pausieren.

Mit an Bord ist außerdem UPnP, das vom Namen her vielen nichts sagen dürfte. Auf den Standard setzen vor allem smarte Fernseher, um kabellos Inhalte über das Netzwerk entgegen zu nehmen.

Input- und Output-Manager wurden neu entwickelt

Neu in Version 4 sind auch der Input-Manager sowie die Playlist. Sie wurden von Grund auf neu entwickelt, was für Nutzer vor allem den Vorteil hat, dass die Audiowiedergabe zwischen aufeinanderfolgenden Tracks jetzt unterbrechungsfrei ist. Bisher hatte das Team Altlasten mitgeschleppt, die die Verbesserung verhindert hatten. Damit wurde auch die Synchronisation von Audio und Bild bei Video-Wiedergabe verbessert.

Auch der komplette Video-Output wurde neu entwickelt, damit schließt sich auch die im VLC Media Player integrierte Uhr kurz, die jetzt präziser ist. Bisher hatte sie wenige Frames Verzögerung, durch die neue Architektur im Hintergrund schließt der Mediaplayer jetzt zur kostenpflichtigen Konkurrenz auf und zeigt die Zeit präzise aufs Frame an.

Auch auf dem Mac sieht der VLC Media Player künftig frischer aus. (Bild: Videolan)

Auch auf dem Mac sieht der VLC Media Player künftig frischer aus. (Bild: Videolan)

Mit Version 3 brachte der VLC Media Player Unterstützung für 360-Grad-Videos. Sie wird in Version 4 um Support für VR-Headsets erweitert. In die Entwicklung des Features sei viel Arbeit geflossen, um nicht 250 Megabyte große Libraries mit ausliefern zu müssen. Unterstützt werden die Headsets auf macOS, Windows, Linux und Android.

Zu den weiteren Neuerungen zählt die Unterstützung von SDI als Stream-Output. Für Netzwerk-Shares wird SMB jetzt auch in Version 2 und 3 unterstützt. Außerdem wird unter Linux künftig der Display-Server Wayland unterstützt. Für Windows 7 ist DirectX 9 an Bord, DirectX 11 für Windows 10.

VLC Media Player streicht Support für ältere Betriebssysteme

Mit Version 4 fällt die Unterstützung für ältere Betriebssystemversionen. Nicht mehr unterstützt werden Windows XP und Vista, macOS 10.7 bis 10.10. Mindestens benötigen Nutzer künftig also macOS 10.11 oder Windows 7. Unter Linux fällt der Support für Xvideo weg, es muss Open-GL installiert sein. Bei den mobilen Systemen fällt die Unterstützung für Android 2.2 bis 4.1 weg, unter iOS Version 7, 8 und 9 sowie eventuell auch 10.

Das Erscheinungsdatum von Version 4 steht noch nicht fest. Die Folien zum Vortrag können hier eingesehen werden, auch eine Videoaufzeichnung im Webm-Format steht zur Verfügung.

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