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Orientiert an Apple: Volkswagen baut eigenes Ökosystem „Auto + X“

(Bild: VW)

Der Autokonzern Volkswagen will nicht nur massiv in die Elektromobilität investieren, sondern auch ein Ökosystem mit Diensten aufbauen, aus denen Kunden nicht mehr herauswollen. Dabei orientieren sich die Wolfsburger an keinem geringeren Vorbild als Apple.

Volkswagen meets Apple: Auto + X

Auto + X – Volkswagen setzt künftig verstärkt auf Vernetzung. (Bild: VW)
Auto + X – Volkswagen setzt künftig verstärkt auf Vernetzung. (Bild: VW)

Volkswagen hat in den nächsten Jahren eine Menge vor: Bis 2025 will der Wolfsburger Autokonzern sein Kerngeschäft massiv umstellen und nicht nur ein großer Player im Bereich der Elektromobilität werden, sondern auch den Bereich der Connected Cars mitsamt eines großen Ökosystems ausbauen. Und das nicht ohne Grund: Laut Dr. Volkmar Tanneberger, Chef der VW-Entwicklungsabteilung, werden 90 Prozent der Produktinnovationen der Automobilindustrie in den Bereichen Elektronik und Elektrik stattfinden. Außerdem werden sich nach seiner Prognose die Umsätze im Connected-Car-Sektor zwischen 2015 bis 2020 auf 110 Milliarden Euro vervierfachen.

„90% der Produkt-innovationen der Automobilindustrie werden in der Elektronik & Elektrik stattfinden.“

Den Ausführungen Tannebergers zufolge will Volkswagen ab 2019 mit der „Digitalisierung der Mobilität“ loslegen und seine neue Vision „Das Auto + X“ in die Tat umsetzen. Das Auto wird höchstwahrscheinlich zugleich auf dem neuen Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren. Das „X“ steht dabei für alle Dienste und Services, die softwareseitig aktivier- und steuerbar sind. Hierzu zählen beispielsweise so profane Dinge wie Infotainment-Funktionen und Multimedia-Angebote, aber auch die Steuerung diverser Funktionen des Autos bis hin zur Anmeldung des Fahrers bei den Volkswagen-Diensten. Volkswagen-Kunden dürfte das „Volkswagen-Car-Net“ nicht unbekannt sein – dieses Portal soll künftig umfangreich ausgebaut werden.

Das „X“ besteht aus vielen Elementen – der „Service-Struktur für Mitglieder“. (Bild: Volkswagen)
Das „X“ besteht aus vielen Elementen – der „Service-Struktur für Mitglieder“. (Bild: Volkswagen)

Vorbild Apple: Volkswagen arbeitet an eigenen Ökosystem

Mit dem entstehenden Ökosystem verfolgt Volkswagen mehrere Ziele: Zum einen soll das Autoerlebnis individualisiert werden. Hierfür kann der Fahrer all seine Präferenzen wie beispielsweise die Position der Seiten- und Rückspiegel, die Einstellungen der Sitze, Temperatur, der Lieblingssender und Navigationsrouten, beispielsweise zur Arbeit und nach Hause, sowie alle weiteren erdenklichen Daten im persönlichen VW-Konto ablegen. Diese werden dann beim Login abgerufen und automatisch eingestellt. Darüber hinaus will Volkswagen Dienste von Drittanbietern ins Auto holen.

Das Ökosystem orientiert sich am „goldenen Käfig“ von Apple. (Bild: Volkswagen)
Das Ökosystem orientiert sich an Apples „goldenem Käfig“. (Bild: Volkswagen)

Tanneberger orientiert sich bei dem Konzept weitgehend an Apples Erfolgskonzept: Mit dem persönlichen Profil erhält der Fahrer Zugriff auf das VW-Ökosystem, das zum einen aus den Fahrzeugen als „Touch Points“, zum anderen aber auch aus dem digitalen Content wie Assistenz-Systemen, Car-Net-Funktionen, weiteren Services sowie Anwendungen von Drittanbietern besteht.

Ist man einmal „drin“, sollen die Mehrwerte den Kunden halten. (Bild: Volkswagen)
Ist man einmal „drin“, sollen die Mehrwerte den Kunden halten. (Bild: Volkswagen)

Um den Vergleich mit Apple klarer darzustellen: Die Apple-ID ist die VW-Group-ID, die iPhones und iPads sind die Golfs, Tiguans und Tourans und die Anwendungen sind die genannten Elemente aus Diensten und Apps. Genauso wie Apple will VW seine Dienste so mehrwertig aufbauen, dass Kunden sie nicht mehr missen möchten. Allerdings gehört auch dazu, dass bestimmte Apps und Services kostenpflichtig werden und diese nur im VW-Universum nutzbar sind - der Ausstieg aus dem VW-Kosmos wäre dann vergleichbar mit dem Wechsel von iOS zu Android: Alle gekauften und mit dem Ökosystem verbundenen Services müsste man sich bei einem anderen Hersteller wieder neu zulegen.

Mit den Zusatzdiensten will Volkswagen unter anderem das Kundenerlebnis erhöhen. (Bild: Volkswagen)
Mit den Zusatzdiensten will Volkswagen unter anderem das Kundenerlebnis erhöhen. (Bild: Volkswagen)

Volkswagen überlegt sogar, noch einen Schritt weiter zu gehen: Bestimmte vorinstallierte Funktionen könnten gegen einen Aufpreis aktiviert werden. Diese Zusatzfunktionen sind an den VW-Account gebunden, sodass sie nur vom jeweiligen Fahrer verwendet werden können. Optional könnten die Funktionen auch mit einem Familienkonto verknüpft werden, sodass jeder „User“ das Zusatzpaket nutzen kann. Verkauft man das Auto, muss der Neubesitzer die Zusatzdienste erneut kaufen oder abonnieren.

VW Budd-e. (Bild: VW)

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Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen die Basisfunktionen an den Start gehen. Der genaue Umfang ist derzeit zwar noch nicht kommuniziert worden, wir können allerdings davon ausgehen, dass Fahrzeuge künftig mehr den Charakter eines Smartphones erhalten werden. Wir loggen uns mit unserem Konto ein, das Auto wird mit unseren Voreinstellungen gefüttert, Zusatzdienste und Anwendungen werden optional aus dem App-Store bezogen. Die Vision des vernetzten Autos klingt danach, als könnte das Reisen mit den eigenen vier Rädern um einiges komfortabler werden. Was die freizuschaltenden Zusatzdienste anbelangt, gibt es zurzeit noch zu viele Fragezeichen, als dass man diese Option jetzt schon bewerten könnte.

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2 Reaktionen
Irrelephant

Das Abo Modell für Dienstleistungen im Individualverkehr ... da kann sich O´Larry (Ryanair) noch etwas abschauen.

Ganz ehrlich, wenn ich als Kunde beim Kauf schon einen Teil der Ausstattung bezahlen muss ohne den Teil dann nachher ohne Abo benützen zu können, dann werde ich halt zur Konkurrenz gehen :-)

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MacMc

Wäre mal spannend zu wissen an welchem Standort dann fähige ITler gesucht werden.
Genug Schmerzensgeld sollte die Bude locker machen können um in dem Umfeld gegen Windmühlen der Kreativität zu kämpfen.

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