Ratgeber

Vorstellungsgespräch: Personaler verrät, welche Floskel am meisten nervt

Vorstellungsgespräch: Floskeln bringen Personaler zum Gähnen. (Foto: Shutterstock-Baranq)

Bewerber versuchen sich häufig mit auswendig gelernten Antworten aus Ratgebern ins rechte Licht zu rücken. Doch viele Floskeln ziehen im Vorstellungsgespräch nicht mehr.

Vorstellungsgespräche sind für viele Bewerber das blanke Grauen. Vor allem introvertierte und schüchterne Menschen versuchen sich häufig so zu verkaufen, wie es Ratgeber vorgeben. Doch was da drin steht, lesen in der Regel auch tausende andere Mitstreiter. Personaler geraten deshalb immer häufiger ins Gähnen, wenn auf Fragen nur mit standardisierten Floskeln geantwortet wird.

Vorstellungsgespräch: Stärken brauchen Beispiele zur Untermauerung

Floskeln im Vorstellungsgespräch: Lieber einmal mehr vorbereiten und Beispiele nennen. (Foto: Shutterstock-Roman Samborskyi)

Der Personalleiter von Class, Christoph Molinari, hat in einer Diskussion des Kölner Absolventenkongress erklärt, welche gängige Antwort ihn besonders nerve. „Die Antwort, die ich auf die Frage nach den besten Charaktereigenschaften am häufigsten kriege, ist ‚teamfähig‘. Ganz ehrlich? Ich kann es bald nicht mehr hören“, verriet er laut Business Insider den Anwesenden.

„Teamfähigkeit ist Voraussetzung, um in der heutigen Arbeitswelt zu bestehen.“

Sobald er nachhakt, was das überhaupt für die Person heiße und was für Eigenschaften eines Teamplayers sie mitbringe, so Molinari weiter, wird die Luft für viele Bewerbern schon dünner. Und genau das nerve ihn am meisten, sagt der HR-Fachmann. Teamfähigkeit sei seiner Meinung nach nämlich „keine Stärke, sondern Voraussetzung, um in der heutigen Arbeitswelt zu bestehen“.

Bewerber, die sich so einschätzen, können das zwar im Bewerbungsgespräch angeben, sollten dann aber auch mit Beispielen untermauern können, was sie darunter verstehen. Die Schilderung einer konkreten Situation, in denen er die Stärke bewiesen habe, zeigt, dass der Bewerber sie nicht nur nennt, weil er denkt, dass der Personaler zufrieden ist. Beispiele zeigen recht deutlich, ob der Gegenüber es ernst meint.

Dieser Ratschlag ist allgemein anwendbar. Bewerber tun gut daran, sich während der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch unbedingt mit Beispielen für ihre genannten Stärken, aber auch Schwächen, zu beschäftigen. Wer bei etwaigen Nachfragen ins Stocken gerät, hinterlässt im schlimmsten Fall einen eher unehrlichen Eindruck. Für viele Jobsuchende kann das ein vorzeitiges Aus bedeuten.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: 10 Rückfragen im Vorstellungsgespräch – und was eine Expertin von ihnen hält

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
IT_Berater_oo
IT_Berater_oo

Ich lach mich schlapp.
1. Seid froh, wenn sich junge Leute überhaupt für genau euren Betrieb interessieren. Glaubt mir, es gibt mehr als genug und Bessere als Euch
2. Ich kann bestimmte Personalfloskeln auch zum Erbrechen nicht mehr hören. „Welche Stärken haben Sie“ – „Was war ihr grösster Mißerfolg“ . Als ob irgendjemand das einem 08/15 Lappen verraten würde.
3. Personaler … also die Möchtegern Profi Recruiter … die auch nur ihr Programm abspulen und in 99% der Fälle absolut null Plan haben, ob jemand zum Fachbereich passt. Profi Personaler, ha! Ins Personalmanagement als Azubi eingestiegen, von Psychologie keinen Plan, das eigene Leben nicht im Griff, intolerant, naiv, planlos, inkompetent.
HR ist in SO vielen Betrieben ein Synonym für Hanswürste und Flachpfeifen. Das kommt nicht von ungefähr.

Ja, es gibt sie, die guten HR Leute. Aber die sind selten. Und alle anderen quälen Bewerber und Fachbereiche mit ihren oberflächlich-dümmlichen Spielchen.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.