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Die 9 ½ häufigsten Vorurteile gegenüber Magento

(Grafik: Phoenix Media)

Auf der Suche nach der passenden Onlineshop-Lösung stößt man schnell auf Magento – genauso schnell aber auch auf konträre Meinungen. Unser Gastautor hat sich mit den häufigsten Vorurteilen beschäftigt und sie einem Check unterzogen.

Vorurteil 1: Hohe Hardware-Anforderungen

Oftmals wird Magento nachgesagt, das System sei sehr ressourcenhungrig und würde immense Anforderungen an die Hardware stellen.

Damit die Plattform stabil und schnell läuft, müssen aufgrund von Komplexität und Systemarchitektur bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Gerade beim Verkauf vieler Produkte ist es unabdingbar, einen entsprechenden Server einzusetzen. Dieser muss eine vernünftige Performance sicherstellen – auch dann, wenn sich viele Kunden im Shop aufhalten. Genauso sollte der Arbeitsspeicher passend dimensioniert sein.

Seitens der Shop-Plattform gibt es für den Betrieb eines Onlineshops allerdings keine genauen Vorgaben.

Vorurteil 2: Kostspieliges Server-Hosting

Daraus resultierend wird schnell die Meinung laut, die anfallenden Hosting-Kosten seien enorm teuer, die Performance der Server sei zu schwach, ständig müsse man nachjustieren.

Dabei übersehen die Meinungsträger die Tatsache, dass nicht automatisch jeder Anbieter für das Hosting eines Onlineshops gleichermaßen in Frage kommt. Denn Hosting ist nicht gleich Hosting: So unterscheiden sich beispielsweise die Anforderungen im E-Commerce gravierend von denen einer reinen Webseite.

Diesem Vorurteil kann Magento gegenüberstellen, dass die Plattform wachsenden Traffic im Shop sehr gut skalieren kann. Logischerweise können dann die Kosten für das Hosting tatsächlich ansteigen. Aber auch nur dann, wenn gleichzeitig die Zugriffsrate in die Höhe geht.

Vorurteil 3: Teure Shop-Umsetzung

Allzu oft heißt es aus Entscheider-Kreisen, die Kosten für die Einrichtung und Umsetzung durch einen qualifizierten Dienstleister seien zu hoch. Diese Annahme rührt mitunter daher, dass speziell bei kleinen und mittelgroßen E-Commerce-Projekten natürlich nicht alle Punkte von vornherein klar definiert werden können.

Im Umkehrschluss ergeben sich deswegen auch während des Umsetzungsprozesses relevante Änderungen an Layout oder Logik. Dabei darf man die verschiedenen Anbieter nicht direkt über einen Kamm scheren. Denn Preise variieren. Hinzu kommt, dass die zu tragenden Kosten je nach individuellen Bedürfnissen auch maßgeblich vom Kunden selbst beeinflusst werden können. Dieser Punkt leitet direkt auf das nächste Vorurteil über.

Vorurteil 4: Magento eignet sich nur für „Big Player“

Auch das lässt sich so pauschal nicht sagen. Egal ob kleines, mittelständisches oder großes Unternehmen: Eines der wesentlichen Kriterien für den Erfolg auf der Magento-Plattform stellt die richtige Vorbereitung dar. Wenn auch der Einstieg in ein anderes Shopsystem auf den ersten Blick einfacher wirken mag, so ist das, wenn überhaupt, nur zu Beginn der Fall. Denn bei jedem Shopsystem wird Wissen benötigt. Fairerweise muss man an dieser Stelle erwähnen, dass Magento natürlich komplexer ist als zum Beispiel ein Onlineshop, der auf Wordpress läuft. Jedoch unterscheidet sich auch das Anspruchsdenken dahinter. Es gibt nicht nur unzählige Tutorials und Bücher zum Thema Magento, sondern auch zahlreiche Tipps, die aufzeigen, was es zu beachten gilt.

Bevor eine Entscheidung über das passende Shop-System getroffen wird und die Umsetzung beginnt, muss eine klare Planung und Zielsetzung erfolgen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es währenddessen keinerlei Änderungen mehr geben darf. Dennoch dienen die initial getroffenen Aussagen als Maßstab, anhand derer in Zusammenarbeit mit der dienstleistenden Agentur ein Strategiepapier sowie Zeitplan ausgearbeitet werden.

Auch für kleinere Unternehmen ist Magento deswegen nicht von vornherein ausgeschlossen. Gerade in Sachen Skalierbarkeit weist die Shop-Lösung enormes Potenzial auf. Und seien wir doch mal ehrlich: Welcher Shop-Betreiber will mit seinem Onlineshop nicht dauerhaft erfolgreich sein und wachsen?

Vorurteil 5: Komplexität

Ein weiteres verbreitetes Vorurteil gegenüber Magento lautet: Komplexität. Häufig kommen Interessenten zu dem Schluss, dass andere gebrauchsfertig laufende Shop-Systeme einfacher und schneller zu bedienen seien.

Wirkt die Benutzerfreundlichkeit von Magento 1 heutzutage vielleicht etwas in die Jahre gekommen, so trumpft Magento 2 in diesem Kontext groß auf. Die Übersichtlichkeit und die Anordnung der Menüs wurden verbessert, ebenso die Benutzerschnittstelle. Dabei sind die Grundfunktionen weder weniger noch komplexer als bei anderen Systemen.

Prinzipiell muss man ein Shop-System nicht von vornherein in- und auswendig kennen, um sich in einzelne Themen einzuarbeiten. Gleiches gilt für Funktionen, die sowieso von Shop zu Shop unterschiedlich genutzt werden. Vielmehr muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Und dabei ist es ganz egal, auf welches System der Shop-Betreiber letzten Endes setzt.

Vorurteil 6: Hoher Einarbeitungsaufwand

Weg von der Komplexität hin zum Einarbeitungsaufwand: An dieser Stelle wird Magento dann oftmals nachgesagt, dass es enorm aufwendig sei, bis man das Shop-System verstanden hat.

Ja, es ist aufwendiger, wenn man zum Beispiel noch keinerlei Erfahrung in PHP mitbringt, sehr gerne aber selbst programmieren und etwaige Änderungen auch eigenhändig vornehmen möchte.

Nein, es ist nicht aufwendiger, wenn man sich zum Beispiel nur um die Content- oder Produktpflege kümmern, jedoch den Code nicht selbst schreiben möchte.

Vielleicht, da es ja auch immer auf den Kontext ankommt.

Es bleibt also festzuhalten: Das Thema Einarbeitungsaufwand lässt sich niemals pauschalisieren. Möglicherweise ist es leichter, einen Onlineshop mittels Wordpress aufzusetzen als die Logik und spezifischen Eigenheiten von Magento zu verinnerlichen. Beides lässt sich realisieren. Die Frage ist nur: Genügt es auch den Ansprüchen der Shop-Betreiber? Und gelingt es, ein erstes, funktionsfähiges Produkt zu erstellen und Tests durchzuführen? Die Fragestellungen sind dabei von Fall zu Fall unterschiedlich und hängen immer maßgeblich vom Ziel des Händlers ab.

Vorurteil 7: Hoher Pflegeaufwand

Wer auf Magento setzt, muss mit einem großen Pflegeaufwand rechnen und ständig Probleme beheben. Auch das ist ein beliebtes Vorurteil.

Grundsätzlich ist der Pflegeaufwand immer abhängig vom jeweiligen System, den genutzten Funktionen und den geforderten Änderungen. Es ist ganz natürlich, dass man bei ansteigender Komplexität auch mehr Punkte testen oder anpassen muss. Man kann aber nicht pauschal sagen, dass der Pflegeaufwand bei Magento höher ist als bei anderen Shop-Systemen. Die ebenso vorherrschende Meinung, dass häufig Schwierigkeiten behoben werden müssen, rührt übrigens daher, dass regelmäßig einzuspielende Sicherheitspatches und Updates für Magento nicht allzu selten mit Problemen verwechselt werden.

Vorurteil 8: Langsame Time-to-market

Vielen Magento-Kritikern dauert es schlichtweg zu lange, bis ihr Shop-Projekt live im Web bewundert werden kann. Jedoch darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass das Unternehmen diesen Faktor maßgeblich mitbeeinflusst. Je höher deren Anforderungen, desto länger die Umsetzung und das damit verbundene Rollout des Onlineshops.

Mit der Veröffentlichung von Magento 2 steht Händlern inzwischen eine grundlegend neu konzipierte E-Commerce-Lösung zur Verfügung, die dank des innovativen Softwarekonzepts eine äußerst schnelle Time-to-market möglich macht. Um beurteilen zu können, wie schnell ein Projekt live gehen kann, muss also immer der jeweilige Kontext betrachtet werden. Natürlich dauern manche Projekte länger. Genauso gibt es aber solche, die in nur wenigen Wochen oder Monaten ausgerollt werden können.

Vorurteil 9: Lizenzgebühren und Supportkosten

Immer wieder führt das Thema Lizenzgebühren, die gegenüber anderen Shop-Systemen als viel zu teuer empfunden werden, zu Unmut. Wieso eine Unmenge an Geld ausgeben, wenn ich ähnliche Leistungen woanders günstiger bekommen kann?

Grundsätzlich sei gesagt: Magento bietet seinen Kunden zwei Optionen an. Das wäre zum einen Magento-Open-Source (früher: Magento-Community-Edition), die kostenfreie, und zum anderen Magento Commerce (früher: Magento-Enterprise-Edition), die lizenzpflichtige Lösung.

Oft wird an dieser Stelle der Fehler gemacht, dass kostenlose Einsteigerversionen von anderen Shop-Systemen mit der kostenpflichtigen Enterprise-Version von Magento verglichen werden und umgekehrt. Vieles wird durcheinandergeworfen, wie beispielsweise Support- und Lizenzgebühren oder Funktionen. Außerdem wird zumeist nicht daran gedacht, dass regelmäßige Updates und Sicherheitspatches bereits im Leistungsumfang von Magento enthalten sind, wohingegen zusätzliche Kosten bei anderen Systemen anfallen können.

Vorurteil 9½: Magento ist doof!

Zuletzt gibt es dann noch diejenigen, die Magento von vornherein verurteilen. Und das, obwohl sie mit der Materie nicht ausreichend vertraut sind. Zumeist wiegt einer der vorherigen Gründe soviel, dass das Shop-System schlicht und ergreifend als schlecht abgestempelt wird. Diese Meinung wird dann vertreten, ohne sich mit dem Thema überhaupt erst vertraut gemacht zu haben.

Alles eine Frage des Kontexts

Halten wir also fest: Auch Magento weist Vor- und Nachteile auf. Während einige Kritikpunkte nicht unbegründet sind, erweisen sich andere wiederum als reine Vorurteile. Sprich: Die einen mögen Magento, die anderen nicht. Grundsätzlich sollte jede Behauptung zunächst kritisch reflektiert werden. Außerdem ist es enorm wichtig, die beleuchteten Aspekte kontextbezogen zu betrachten. Denn letzten Endes muss jeder Shop-Betreiber für sich abwägen, welche Plattform hinsichtlich der eigenen Anforderungen und Wünsche die richtige Wahl ist.

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2 Reaktionen
RickoRo

Ich kenne die oben genannten Vorurteile nur zu gut. Ich bin Magento-Entwickler und habe in einer kurzen Auszeit für kleinere Kunden Shops mit WooCommerce (Wordpress) und Shopware umgesetzt.
Ersteres ist aus Entwicklersicht eine Zumutung, bei Zweiterem kann man wegen der kleinen Verbreitung (ein Produkt für den deutschsprachigen Markt) aus weniger Plugins wählen.

Meine Empfehlung:
Einsteiger, die ihr Geschäftsmodell erst noch testen wollen, stampfen in Windeseile mit WooCommerce einen Shop auf den Boden. Wenn das Geschäftsmodell scheitert ist nicht viel Geld kaputt, ist das Geschäftsmodell erfolgreich und die Bude läuft, kann ich zum Einsatz von Magento nur raten. Wordpress ist von der Softwarearchitektur schrecklich, von der Benutzerfreundlichkeit super.

Man sollte nur einen Dienstleister finden, der seine Erfahrungen mit Magento bereits gesammelt hat und jeden Monat ein Projekt umsetzt.
Lieber weniger in die erste Projektphase investieren und schneller an den Markt gehen! Nichts ist schlimmer als ein Shop, an dem ein halbes Jahr entwickelt wird und sich erst nach dem Livegang herausstellt, dass das Geschäftsmodell nicht trägt.

Antworten
flo me

@RickoRo

Vielen Dank für deinen Kommentar!

Ich kann diesem nur zustimmen. Ich finde es in so gut wie allen Fällen einen sinnvollen Ansatz, neue Dinge via MVP* (Minimum Viable Product) zu probieren. Das fängt mit ganzen Geschäftsmodellen an und führt dann im
Detail zu A/B Tests, die man nach und nach verfeinern kann.

Es ist meiner Meinung nach auch absolut richtig, dass man nur davon profitieren kann, eine Agentur zu haben, die sich tagtäglich mit einem Softwareprodukt wie Magento auseinandersetzt, da deren Erfahrung und Expertise in allen Projekten hilfreich ist und am Ende oftmals Zeit, Geld und Nerven spart.

//
* (Ein MVP dient dazu, Nutzer_innen beispielsweise neue Funktionen oder Produkte vorzustellen und diese auch schon nutzen zu lassen, jedoch nicht in einer maximalen Endausbaustufe, sondern mit dem kleinstmöglichen Ansatz, um so ggf. von den Nutzer_innen Feedback zu erhalten und dieses Feedback in zukünftigen Entwicklungen zu berücksichtigen.)

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