Reportage

Hinter den Kulissen bei VW: Wie gut funktioniert Pair-Programming?

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Klassisches Coden oder Pair-Programming?

Der Timer läuft Stunde für Stunde, Arvid und Jonas wechseln sich jedes Mal ab. Manchmal ist es auch ein fließender Übergang.  Volkswagen lässt seinen Entwicklern beim Pair-Programming viel Freiraum. Im SDC (Software-Development-Center) Wolfsburg wird zum Beispiel auch ganz klassisch gecoded, erzählt uns Frank Loydl aus der Volkswagen-Konzern-IT und Leiter Software-Development. Kurz nach unserem Gespräch wurde er IT-Chef der Marke Audi.

Loydl erzählt, wie Volkswagen überhaupt zum Pair-Programming gekommen ist: „Die grundsätzlich positive Erfahrung mit agilem Arbeiten im Volkswagen-Konzern hat uns gezeigt: Das funktioniert richtig gut. Und wir können damit wirklich erfolgreich sein. Die logische Konsequenz war die Frage, wie wir uns hier noch weiter entwickeln können. Eines war von Beginn an klar: Neue Methoden müssen das höchste Niveau der Entwicklung erfüllen.”

„Pair-Programming ist natürlich nicht immer die beste Lösung.”

Trotz der Entstehung in den 90er Jahren ist die Methode in der praktischen Anwendung nicht überall verbreitet. Was die Gründe dafür sind, erklärt Loydl: „Pair-Programming ist natürlich nicht immer die beste Lösung. Diese Methode eignet sehr gut für bestimmte Projekte – für andere Projektsituationen ist sie wirtschaftlich nicht sinnvoll“, erläutert er. „Für Software, bei der es um maximale Entwicklungsgeschwindigkeit bei sehr hoher Qualität geht, ist Pair-Programming das beste Mittel der Wahl. Denn es erlaubt eine schnelle Anpassung, wenn sich Anforderungen an die Software ändern. Bei anderen Projekten können andere Arbeitsmethoden der wirtschaftlichere Weg sein.“

Agiles Arbeiten: Auch in Konzernen

Unser Besuch zeigt, dass agiles Arbeiten auch in großen Konzernen möglich ist. Zumindest dann, wenn das Vorgehen beherrscht wird und bestimmte Regeln vorhanden sind.

Dabei liegt Pair-Programming als Methode nicht jedem und es benötigt immer eine gewisse Eingewöhnungszeit. Doch es bietet viele Vorteile: keine Überstunden, schnelle Veränderbarkeit, kurze Kommunikationswege und ein kontinuierliches Lernen voneinander. Um so fokussiert wie Jonas und Arvid arbeiten zu können, werden allerdings auch bestimmte Unternehmensstrukturen vorausgesetzt. Denn nur dann lohnt es sich auch, zwei Entwickler für eine Aufgabe zu bezahlen und am Ende schnellere sowie bessere Ergebnisse zu erreichen.

Übrigens: Kein Unternehmen ist von heute auf morgen agil. Es ist ein Prozess, der niemals endet. Und ohne richtige Betreuung verfallen Mitarbeiter schnell wieder in alte Muster.

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2 Reaktionen
Atalanttore

Mit diesen agilen Methoden kann bei der Entwicklung der nächsten Abgasbetrugssoftware ja nichts mehr schief gehen.

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Curlybraces

Cooler Artikel, vielen Dank!

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