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Entwicklung & Design

HTML-Standard: W3C hält an Plänen zur Integration von DRM fest

Das W3C hat eine neue Satzung für ihre HTML-Arbeitsgruppe freigegeben. Danach könnte auch digitales Rechtemanagement Einzug in den Web-Standard finden.

W3C: Gremium arbeitet weiter an DRM-Standard fürs Web. (Bild: Yuko Honda / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
W3C: Gremium arbeitet weiter an DRM-Standard fürs Web. (Bild: Yuko Honda / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Trotz Kritik von Einzelpersonen und Organisationen wie der Free Software Foundation (FSF) oder der Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Tim Berners-Lee – der Erfinder des WWW und Vorsitzender des World Wide Web Consortiums (W3C) – die neue Charta der HTML-Arbeitsgruppe unterzeichnet. Das W3C, ein Gremium zur Standardisierung von Web-Technologien, bekennt sich darin auch zur Implementierung eines Standards zur Wiedergabe von geschützten Inhalten. Sollte ein solcher Standard tatsächlich entstehen, würde das effektiv bedeuten, dass HTML um eine DRM-Komponente ergänzt wird.

W3C arbeitet an DRM-Standard

DRM steht für „Digital Rights Management“, also die digitale Rechteverwaltung. Damit sollen Kopien von rechtlich geschützten Inhalten zumindest in der Theorie verhindert werden. Vor allem große Medienkonzerne haben ein Interesse an der Integration von DRM in den HTML-Standard. Kritiker wie die EFF sehen darin nicht weniger als eine Gefahr für das offene Web und das W3C selbst.

In einer Stellungnahme zeigt sich die gemeinnützige Organisation, die sich für Bürgerrechte im digitalen Zeitalter engagiert, enttäuscht von der Entscheidung des W3C. Eine Welt, in der Browser den Download eines Bildes verhindern oder die Nutzung von Daten auch außerhalb des Browsers auf die erlaubte Nutzung hin prüfen würden, sei eine völlig andere, als wir sie bisher vom Web gekannt hätten. Auch müsste jeder Entwickler eines neuen Browsers zunächst mit unterschiedlichsten DRM-Anbietern verhandeln und entsprechende Verträge unterzeichnen, statt wie bisher die frei verfügbaren Informationen zum HTML-Standard einzuholen.

DRM: EFF bangt um das freie Web und die Rolle des W3C

Beinahe wie eine Drohung wirkt der Hinweis darauf, dass sich das Web schon einmal vom W3C abgewendet habe. Die Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) wurde 2004 unter anderem von Mozilla, Opera und Apple gegründet, nachdem das W3C die unpopuläre Entscheidung getroffen hatte, auf XHTML als kommenden Web-Standard zu setzen. Ein von der WHATWG entwickelter Entwurf bildete die Grundlage von HTML5 und wurde 2007 vom W3C übernommen. Generell werden die Vorschläge der WHATWG zu Erweiterung des HTML-Standards beim W3C eingereicht. Die EFF scheint zumindest die Möglichkeit zu sehen, dass sich das eines Tages wieder ändern könnte.

Bis es tatsächlich einen Web-Standard für DRM im Browser geben wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Erst dann werden wir absehen können, wie restriktiv diese Mechanismen sind und wie sich das Verhältnis des Webs zu seinem obersten Standardisierungsgremium verändern wird.

via boingboing.net

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