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Wall-Street-Analyst: Jaguar und Audi klauen Tesla Marktanteile

Audi E-Tron. (Foto:Audi)

Die zunehmende Konkurrenz in Europa ist laut einem Tech-Analysten verantwortlich für die Absatzschwäche von Tesla bei Model S und X. Dafür seien vor allem Jaguar und Audi verantwortlich.

Für das abgelaufene Quartal musste Tesla Ende Juli einen höher als erwartet ausgefallenen Verlust melden. Zu den Verlusten beigetragen hat neben den Produktions- und Lieferproblemen beim Model 3 auch der Absatzrückgang bei den lukrativeren Reihen Model S und X. Analysten mutmaßten, dass das Interesse am Model 3 die Käufe bei den teureren Model S und X kannibalisiere. Der renommierte Tech-Analyst Toni Sacconaghi von A.B. Bernstein hat aber eine andere Erklärung: Jaguar und Audi machten Tesla vor allem in Europa Marktanteile streitig, wie CNBC berichtet.

Audi E-Tron schlägt Tesla Model 3

Sacconaghi erklärte, dass Tesla normalerweise 20.000 bis 25.000 Model S und X pro Quartal produziere. Im ersten Halbjahr 2019 sei diese Zahl auf 14.000 gesunken. Der Bruttogewinn mit den Luxus-E-Autos brach entsprechend um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. In Deutschland wurden in den Monaten Januar bis Juli 1.000 Neuzulassungen von Model S und Model X gemeldet. Der Audi E-Tron hatte bei den Neuzulassungen für Elektroautos in Deutschland im Juli auch Teslas Model 3 überholt. Das Tesla-Fahrzeug musste sich in diesem Ranking mit Platz fünf zufriedengeben.

Insgesamt hat sich der Markt für elektrisch betriebene Luxusautos, die mehr als 60.000 US-Dollar kosten, in den Jahren 2018 und 2019 nur moderat entwickelt. „In anderen Worten: Der Markt wächst nicht sehr stark und Tesla verliert Marktanteile“, urteilte der Bernstein-Analyst. Wo derzeit schon Audi E-Tron und Jaguar I-Pace dem bisherigen Marktführer zusetzten, kämen bald noch neue Fahrzeuge von Mercedes und Porsche auf den Markt. Das könnte das Problem für Tesla noch verstärken, prognostizierte Sacconaghi.

Tesla-Aktie verliert an Wert

Die Entwicklung der Tesla-Aktie spiegele die herausfordernde Phase, die Tesla derzeit durchlaufe, wider. Das Tesla-Papier hat im Laufe dieses Jahres schon mehr als 30 Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch ging es um weitere rund drei Prozent nach unten. Derzeit pendelt der Aktienkurs um die Marke von 220 Dollar herum. Vor genau einem Jahr war die Tesla-Aktie dagegen noch gut 320 Dollar wert. Die Negativentwicklung am Mittwoch kann aber auch mit der Klage zusammenhängen, die Walmart in den USA gegen Tesla eingereicht hat. Schlecht gewartete Solaranlagen der Tesla-Tochter Solarcity sollen auf sieben Supermarkt-Dächern Feuer ausgelöst haben, wie Walmart Tesla vorwirft.

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6 Kommentare
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Das ist halt das alte Problem wenn man Statistik nicht versteht: Wenn ich meinen Anteil temporär von 25 auf 14 senke und alle anderen weiter bei 1 bleiben, „gewinnen“ diese in Relation natürlich Marktanteile – ohne dass irgendetwas (bei denen) passiert ist.

Dasselbe gilt auch für Zulassungen: Es wurden nicht mehr Audis, sondern nur weniger Teslas, aufgrund weniger Auslieferungen (nicht weniger Bestellungen), zugelassen.

Aber so funktionieren halt BWLer Gehirne…

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Jörn Brien

Genauso steht es im Text …

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Nick
Nick

Wenn man die Entwcklung von Tesla in letzen Jahren verfolgt hat, so muss man feststellen, dass dieser Artikel komplett an der Realität vorbei ist.
Dass Audi auf seinem Heimatmarkt mehr EVs verkauft als Tesla ist auch kein Wunder. Wie sieht es in den anderen Ländern in Europa oder vor allem USA aus?
Der Markt für EVs steigt rasant und die dynamic wird sich in den nächsten Jahren noch beschleunigen. Somit stellt sich eher die Frage wieviele Marktanteile hat Audi mit seinen Verbrenern an Tesla bereits in solchen Ländern wie Norwegen, Niederlande, Schweiz oder USA bereits verloren und wird es noch in den nächsten Jahren tun.

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Alex F.
Alex F.

Tesla verliert nicht Marktanteile durch Audi und Jaguar oder Mercedes. Nein Sie verlieren durch ihren schlechte Qualität und den unsäglichen Service-Gedanken, der sich nicht wie in den USA hier in Deutschland durchsetzen lässt.
Kann man in den USA einfach über weniger Service-Punkte und mobilen Service nachdenken, so ist das in Deutschland nicht möglich. Hier muss man ein Händlernetz mit Verkauf und Service vorhalten. Hier kann man nicht Fahrzeuge verkaufen bei denen Teile fehlen. Oder Fahrzeuge mit Beulen, Lackschäden ausliefern wo der Kunde dann Wochenlang für die Beseitigung hinterherlaufen muss. Teile sind nicht vorrätig falls mal ein Unfall passiert steht man Wochenlang ohne Fahrzeug da, weil Teile erst aus den USA bestellt werden müssen. Noch schlimmer sie sind bestellt und kommen dann nicht.
Viele Interessenten bekommen natürlich mit was dort so abgeht und werden unter solchen Umständen natürlich weder ein Model3 für solche Preise und so schlechten Service, geschweige denn Fahrzeuge jenseits der 60.000 Euro Grenze mit so miesem Service kaufen. Wenn Elon Musk und Co nicht schnell umdenken, dann werden Sie noch weitere Interessenten an andere Hersteller verlieren und das nicht nur im Oberklasse-Segment.
@Redaktion: einen Audi eTron mit einem Model 3 zu vergleichen ist für mich mal wieder typisch Medien-Like. Genau wie man schon solche Vergleiche mit verbräuchen von einem Model S gegenüber einem Diesel C-Klasse von Mercedes hören musste. Ich glaube nicht das ich mir eine eTron für 75.000 Euro kaufen wenn ich mir gerade mal ein Model 3 für 45.000 bis 50.000 Euro kaufen wollte. Da gibt es schlicht und einfach Gründe von ca. 25.000 – 30.000 Euro!

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MrX
MrX

Komische Statistik…ich sehe jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit drei Tesla 3, einen Tesla X, eine Tesla S, zwei BMW i3 und nur einen Audi eTron.

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Silverbeard
Silverbeard

Mal abwarten was passiert wenn das Batteriekontingent des E-Tron für dieses Jahr ausgeschöpft ist.

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