News

Walmart will Waren direkt in den Kühlschrank liefern – Konkurrenz für Amazon Key

Walmart-Lieferanten sollen Waren direkt in den Kühlschrank liefern. (Bild: Walmart)

Walmart will Kunden künftig die Lieferung der Waren direkt in ihren Kühlschrank anbieten – und geht damit noch einen Schritt weiter als Rivale Amazon mit seinem Key-Dienst.

Seit Herbst 2017 bietet Amazon in einigen Regionen der USA seinen Dienst Amazon Key an. Damit können Lieferanten Pakete des E-Commerce-Riesen direkt in der Wohnung der Kunden platzieren. Das System basiert auf Türschlössern mit Nummerncodes für die Lieferanten und Kameras, mit denen Kunden die Lieferung aus der Ferne überwachen können. Das Haus betreten dürfen die Lieferanten nicht. Ganz anders soll das bei dem neuen Lieferdienst Inhome Delivery werden, den Amazon-Konkurrent Walmart jetzt angekündigt hat.

Walmart: Lieferung in den Kühlschrank

Bei Inhome Delivery sollen die Waren – also vorrangig Lebensmittel – direkt in den Kühlschrank der Walmart-Kunden geliefert werden, wie das Handelsblatt schreibt. Die Lieferanten müssen also die Wohnung betreten und im Zweifelsfall durchqueren. Laut Walmart sollen nur Mitarbeiter, die schon seit mindestens einem Jahr für Walmart arbeiten, Zugang zu den Küchen der Kunden bekommen. Wie bei Amazon Key setzt auch Walmart auf eine Technologie zur Öffnung der Türen und eine Dokumentation des Liefervorgangs via Kamera.

Kunden beobachten Walmart-Lieferantin beim Auffüllen des Kühlschranks

Kunden beobachten Walmart-Lieferantin beim Auffüllen des Kühlschranks. (Screenshot: Walmart/t3n)

Dass ein solches System nicht unbedingt 100-prozentige Sicherheit bietet, hat ein Hacking-Versuch US-amerikanischer Sicherheitsexperten wenige Wochen nach der Vorstellung der Überwachungskamera Cloud Cam sowie des smarten Türschlosses Key gezeigt. Den IT-Experten war es gelungen, die Kamera abzuschalten und so einfrieren, dass sie nur das Bild der geschlossenen Tür übertrug. Dafür war allerdings Zugriff auf das WLAN notwendig, indem die Cloud-Kamera eingeloggt ist. Inhome Delivery soll im Herbst zunächst in Pittsburgh, Kansas City und Vero Beach starten – und rund eine Million Menschen erreichen.

Walmart hat in den vergangenen Jahren seine Onlinepräsenz ausgebaut, etwa durch den Kauf des Onlinehändlers Jet. Auch dank kundenorientierten Diensten wie der Onlinebestellung mit anschließender Abholmöglichkeit der fertig gepackten Einkaufstüte im Supermarkt konnte der Konzern seinen E-Commerce-Umsatz 2018 um über 40 Prozent steigern. Rivale Amazon macht aber vor allem bei der Lieferung Druck. Ende April kündigte der E-Commerce-Riese an, die Lieferung für Prime-Kunden in den USA zukünftig am nächsten Tag garantieren zu wollen. Innerhalb der kommenden Monate will Amazon auch Drohnen bei der Lieferung einsetzen.

t3n meint: Allen Unkenrufen zum Trotz ist Amazons Key-System ziemlich erfolgreich angelaufen und wurde mittlerweile um Lieferungen in die Garage oder ins Auto erweitert. Auch die Halbierung der garantierten Lieferzeit für Prime-Kunden auf einen Tag ist eine Kampfansage für die US-Konkurrenz. Die muss jetzt reagieren – und die Lieferung in den Kühlschrank kann als ein Versuch gewertet werden, sich von Amazon abzuheben. Ob den Kunden das nicht zu unangenehm ist, wenn ein ihnen wildfremder Mensch an ihren Kühlschrank geht, bleibt aber abzuwarten. Für mich persönlich wäre das nichts. Jörn Brien

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Karsten

Das wird ja immer komfortabler und schafft sogar Arbeitsplätze.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung