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Gadgets & Lifestyle

Walt Mossberg tritt ab und kürt die 12 wichtigsten Tech-Produkte aus 20 Jahren

Walt Mossberg. (Screenshot: YouTube)

Walt Mossberg hört beim Wall-Street-Journal auf und wählt die 12 wichtigsten Tech-Produkte der vergangenen 20 Jahre.

Die Ära „Mossberg“ geht zu Ende: Der „Kingmaker“ geht in den Ruhestand

Man kann schon behaupten, dass mit dem Ausscheiden des Wall-Street-Journal-Journalisten Walter S. Mossberg eine Ära zu Ende geht. Wer seine Karriere verfolgt hat, dem dürfte vor allem die All-Things-Digital-Konferenz im Jahr 2007 im Gedächtnis geblieben sein, auf der er die beiden Streithähne Steve Jobs und Bill Gates nach vielen Jahren erstmalig wieder auf ein Podium zum gemeinsamen Gespräch locken konnte. Dass er das geschafft hat, lag vor allem an dem Vertrauen und Ansehen das „Walt“ in der Branche (oder sollte ich „Szene“ sagen) genoss. Mossberg ist nicht nur ein Technik-Journalist, er ist eine Instanz, der die Digitale Revolution – wie Jobs und Gates selbst – von Anfang an mitbegleitet und sie nicht zuletzt auch mitgeprägt hat.

Walt Mossberg interviewt Steve Jobs zum iPhone. (Screenshot: YouTube)
Walt Mossberg interviewt Steve Jobs zum iPhone. (Screenshot: YouTube)

Seit 1970 schreibt Mossberg für das Wall-Street-Journal. Was viele gar nicht wissen: Er begann seine Karriere im Politik-Ressort – sowohl nationale als auch internationale Politik standen auf seiner Interessensliste. Bis 1988 war er in dem Bereich offiziell zu Hause; bis ihn seine Leidenschaft für Technologie andere Wege einschlagen ließ. Aufgrund seiner differenzierten Meinung und analytischen Artikel, bekam er beim WSJ ab 1991 recht schnell eine eigene Kolumne namens „Personal Technology“, die mit der Zeit sehr einflussreich werden sollte und nicht zuletzt auch über Erfolg und Misserfolg von ganzen Unternehmen entschied.

Mossberg entschied über das Schicksal von Unternehmen

Unvergessen dürfte beispielsweise die Kolumne über „XM Satellite Radio“ sein, die große Wellen schlug. Das Unternehmen, dass sich darauf verstand Satellitenradios für Autos herzustellen und sich um die Verbreitung der Programme kümmerte, kam in einer Kolumne, die Mossberg 2003 schrieb, nicht besonders gut weg. Das Produkt umfasste 100 verschiedene Sender, die ein interessierter Hörer gegen Entgelt hören konnte – theoretisch überall auf der Welt. Entgegen dem damals enthusiastischen Medienberichten, ärgerte sich Mossberg allerdings über das gehypte Produkt: Er kritisierte den Radiogeräten per se eine schlechte Konzeption und Bedienung und meckerte über den lückenhaften Empfang. In Folge davon fiel der Aktienwert von XM um 8,5 Prozentpunkte und potentielle Investoren zogen sich zurück. Einige Tage später hat der damalige CEO Hugh Panero auf der „Consumer Electronics Show“ in Las Vegas seinen Ärger freien Lauf gelassen und Mossberg in aller Öffentlichkeit zusammengeschrien – er allein sei Schuld, dass der Aktienwert fiel und der Verbraucher schlagartig eine schlechte Meinung von dem Produkt habe. Mossberg hörte zu, ließ den Mann reden und entgegnete nach der Tirade mit einem frechen: „I don't give a fuck about your stock price!“ Mossberg, scheinbar völlig unabhängig in seiner Art, bekam daraufhin vom Wired-Magazin den Titel „The Kingmaker“ verliehen.

Zwei Jahrzehnte hatte „Personal Technology“ überdauert. Mossberg kommentierte binnen dieser Zeit viele weitere Produkte und Trends und hat sie nicht zuletzt immer versucht einzuordnen. In seinem letzten Kolumnen-Artikel, der gestern erschien, blickt der Ausnahme-Journalist auf diese Zeit zurück und kürt die Top-Produkte, die – wie Steve Jobs es so gerne formulierte – eine echte Delle ins Universum geschlagen haben: Darunter das Newton MessagePad, Windows 95 und das MacBook Air.

Walt Mossberg: Die 12 wichtigsten Tech-Produkte aus 20 Jahren
1993: Das Newton MessagePad. (Bild: Bruno Cordioli-Flickr / CC BY 2.0)

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Mossberg selbst geht nicht in Rente: Verdient hätte der 66-Jährige sich den Ruhestand. Allen Anschein nach, wird er auf anderen Seiten hin und wieder Reviews veröffentlichen. Wir blicken jedenfalls mit ihm zurück auf einen Fundus an faszinierenden Berichten und wünschen dem scheidenden Tech-Guru, von Deutschland, aus alles Gute!

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