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Wannacry: Millionen Geräte sind immer noch für die Ransomware anfällig

(Foto: Shutterstock / ESB Professional)

Zwei Jahre nach dem Wannacry-Ausbruch sind noch immer Millionen Geräte dafür anfällig. Die Ransomware verbreitet sich in großem Tempo weiter – scheint aber kaum mehr gefährlich zu sein.

Im Mai 2017 versetzte eine großangelegte Cyberattacke die internationale IT-Welt in Aufregung. Innerhalb weniger Stunden waren damals Hunderttausende Computer in über 150 Ländern mit der Ransomware Wannacry infiziert worden – in Großbritannien war das Gesundheitswesen betroffen, in Deutschland die Deutsche Bahn und in Frankreich etwa musste Renault die Produktion stoppen. Zwei Jahre nach dem ersten Ausbruch ist die Malware derzeit aber noch immer aktiv und Millionen Geräte sind betroffen, wie Techcrunch berichtet.

1,7 Millionen Geräte anfällig für Wannacry

Als Einfallstor für Wannacry sowie für weitere Ransomware-Ableger wie Petya diente eine Schwachstelle in älteren Windows-Betriebssystemen, die durch den Leak von NSA-Hacking-Tools öffentlich bekannt wurde. Dennoch sind dem IT-Sicherheitsexperten Nate Warfield zufolge weltweit noch immer 1,7 Millionen direkt mit dem Internet verbundene Geräte für einen Angriff über diese Sicherheitslücke anfällig. Und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Denn mit den über Shodan gefundenen anfälligen Internetservern sind im schlimmsten Fall jeweils mehrere weitere Geräte mit ähnlichen Schwachstellen verbunden.

Wannacry-Schwachstelle

Laut Shodan sind noch Hunderttausende mit dem Internet verbundene Geräte für Wannacry anfällig. (Screenshot: shodan.io)

Der britische IT-Spezialist Kevin Beaumont erklärte via Twitter, dass Wannacry sich immer weiter verbreitet – offenbar in höherem Tempo als zu Beginn der Attacke. Mittlerweile, so Beaumont, würde sich die Schadsoftware in den allermeisten Fällen aber nicht mehr aktivieren, sondern quasi auf den betroffenen Computern schlummern. Die gefürchtete Verschlüsselung der Daten und der folgende Erpressungsversuch finden anscheinend nicht statt. Wie genau der sogenannte Killswitch, also der Ausschalter, aktiviert wurde, ist nicht bekannt.

Wannacry: „Weißem Ritter“ droht Gefängnisstrafe

Vor zwei Jahren hatte der Sicherheitsexperte und Hacker Marcus Hutchins die Verbreitung des Wannacry-Angriffs durch die Registrierung einer Domain eher unabsichtlich verlangsamt und damit Schlimmeres verhindert. Hutchins hat sich allerdings erst vor wenigen Wochen vor einem US-Gericht schuldig bekannt, die Banking-Malware Kronos entwickelt zu haben. Ihm drohen jetzt bis zu zehn Jahre Haft.

Ebenfalls interessant: Von Wannacry betroffen? So kannst du deine Daten mit etwas Glück noch retten

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