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Wasserstoff: EWE will neues Geschäftsfeld aufbauen

Im deutschen Verkehrssektor setzt Wasserstoff sich bisher nicht durch. (Foto: Stephen Barnes/ Shutterstock)

Der Energiekonzern EWE will Wasserstoff für den Transport und die Industrie anbieten. Aktuell läuft ein Pilotprojekt.

EWE sieht Chancen in Wasserstoff als potenziell klimaneutralem Energieträger.  Der norddeutsche Energiekonzern will „zum Anbieter für grünen Wasserstoff werden“, sagte Vorstandschef Stefan Dohler der Nachrichtenagentur Reuters. Im Dezember hatte EWE den Zuschlag für ein Pilotprojekt bekommen und entwickelt im Nordwesten Deutschlands eine Modellregion für Wasserstoff.

In zehn Jahren profitabel

Innerhalb der nächsten zehn Jahre könne aus dem Pilotprojekt ein profitables Geschäft werden, so Dohler gegenüber Reuters. Bis 2025 werde EWW damit voraussichtlich noch kein Geld verdienen. Bei passenden Rahmenbedingungen könne man das Geschäft ab Mitte der 20er Jahre aber schnell skalieren.

EWE habe Speicher und könne Gasnetze umrüsten, betonte Dohler. Deshalb sei das Unternehmen gut vorbereitet auf das Geschäft mit Wasserstoff. Auch im Standort Oldenburg sieht Dohler einen Vorteil. Denn Deutschland sei als Importeur auf Gaslieferungen per Schiff oder Pipeline angewiesen.

EWE setzt auf grünen Wasserstoff

Bei der Klimabilanz von Wasserstoff kommt es vor allem auf die Herstellung an. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nannte deshalb als Ziel, Wasserstoff  müsse möglichst aus erneuerbaren Energien hergestellt werden.

EWE betonte, grünen Wasserstoff produzieren zu wollen. „Wir könnten Wasserstoff aus Elektrolyse bereitstellen oder aus der Kooperation mit Stahlwerken wie ArcelorMittal in Bremen“, so Dohler gegenüber Reuters. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten.

Fokus auf Transport und Industrie

EWE will laut Reuters Wasserstoff für den Transport und die Industrie anbieten. Passend dazu geht es beim Modellprojekt in der Region rund um Cuxhaven, Wilhelmshaven, Oldenburg und Bremen vor allem um Wasserstoff für den Verkehrssektor. EWE arbeitet dort mit rund 90 Partnern zusammen, darunter sind auch Fahrzeughersteller und Verkehrsbetriebe. Sie sollen den Bedarf in der Region schaffen. Darüber hinaus fördert das Verkehrsministerium das Projekt mit 20 Millionen Euro.

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Ein Kommentar
Volker Weidner
Volker Weidner

Billigen Wasserstoff bekommt man mit dem Dampfreformationsverfahren aus Methan. Der entstehende Wasserstoff enthält weniger Energie, als das Methan, es wird CO2 freigesetzt und der erzeugte Wasserstoff muss subventioniert werden, um überhaupt ansatzweise konkurrenzfähig zu sein. Momentan zahlt man den politisch festgesetzten, nicht kostendeckenden preis von 9,50 Euro pro kg Wasserstoff. Und DAS war der BILLIGE, dreckige Weg. Der teure, saubere Weg benötigt ziiiiemlich viel Energie in Form von Strom für die Elektrolyse, Kühlung und Verdichtung auf bis zu 700 bar.
Daneben ist Wasserstoff hochaggressiv und extrem leicht flüchtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in 10 Jahren all diese Probleme einfach so gelöst sind und Wasserstoff problemlos und billig zur Verfügung steht.
Die Kritiker der Elektromobilität beklagen immer, es sei ja gar nicht genug Elektrizität da, um all die Elektroautos zu versorgen. Gleichzeitig ist der Bedarf an Elektrizität beim sauberen Wasserstoff zwei bis dreimal höher. Wie soll das dann gehen? Hier werden nur wieder einmal Fördergelder des Bundes abgegriffen, um in zehn Jahren festzustellen, dass noch weiter geforscht werden muss.

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