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Webbrowser für Code: Cross-Plattform-Tool Sourcetrail ist freie Software

Sourcetrail: Landing Page. (Screenshot: t3n.de)

Der Code-Visualisierer Sourcetrail steht ab sofort unter Open-Source-Lizenz kostenfrei zur Nutzung bereit. Das Tool arbeitet unter macOS, Windows und Linux.

Der Source-Explorer Sourcetrail steht ab sofort unter der Open-Source-Lizenz und ist auf Github verfügbar. Damit gibt der Hersteller sein bislang kommerzielles Produkt auf, will es aber mit der Unterstützung der Plattform Patreon weiter entwickeln und diese Entwicklung mit dem Funding-Support einer möglichst großen Nutzergruppe finanzieren. Bisherige Käufer sind ausdrücklich aufgerufen, zu Unterstützern zu werden.

Der Schritt erfolgt aufgrund der Tatsache, dass es nicht gelungen ist, Sourcetrail-Lizenzen in einem Maße zu verkaufen, das die Fortentwicklung des Produkts erlauben würde. Mit der kostenlosen Bereitstellung erhoffen sich die Entwickler, eine größere Zahl Nutzer zu erreichen, die dann hoffentlich bereit sein werden, das Produkt zu unterstützen.

Sourcetrail in Action. (Screenshot: Sourcetrail)

Sourcetrail in Action. (Screenshot: Sourcetrail)

Sourcetrail ist „ein Webbrowser für Code“

Sourcetrail ist eine lokal installierte Software, die es Programmierern erlaubt, auch Code-Zusammenhänge in Sprachen zu verstehen, die sie nicht beherrschen. Derzeit unterstützt das Tool die Sprachen C, C Plus Plus, Java und Python. Damit deckt Sourcetrail nach Angaben des Herstellers bereits 40 Prozent der real existierenden professionellen Software-Projekte ab. Über eine SDK können Anwender theoretisch Support für weitere Sprachen hinzufügen.

Sourcetrail baut ein visuelles Modell der gesamten Code-Basis eines Projekts, so dass Entwickler schnell eine Vorstellung davon bekommen, welche Code-Teile wie zusammenhängen und was sie tun. Das Editieren von Code ist damit indes nicht möglich.

Neben der visuellen Ansicht zeigt Sourcetrail den zu der grafischen Darstellung gehörigen Quellcode an, so dass Programmierer trotz des visuellen Zugangs auch den tatsächlichen Programm-Code sehen können. So erleichtert das Tool das Verständnis insbesondere solcher Programme, die in einer Sprache geschrieben wurden, die der Verwender des Tools selber nicht beherrscht.

Es ist indes genauso nützlich, wenn nicht nützlicher, bei der Verwendung in Sprachen, die der Nutzer selber schreibt. Hier kommt es ebenfalls vor, dass er mit einem Code konfrontiert wird, den er eben nicht selbst geschrieben hat. Mit Sourcetrail hat er die logischen Zusammenhänge schnell erkannt. Hauptentwickler Eberhard Gräther beschreibt Sourcetrail denn auch „mehr als einen Webbrowser, aber für Code.“

Die Geschichte hinter Sourcetrail

Sourcetrail, vormals Coati genannt, entstand als studentisches Projekt an der Universität Salzburg und nahm seinen Ursprung in einem Google-Praktikum seines Erfinders Eberhard Gräther. Dieser musste sich während seines dortigen Praktikums durch die Chromium-Code-Basis bewegen und stellte dabei fest, dass er bis zu 80 Prozent seiner Zeit nur mit dem Lesen von Code verbringen musste, um einigermaßen nachvollziehen zu können, welcher Code-Block zu welchem Zweck diente. Gemeinsam mit vier anderen Studenten im Master-Studiengang und einem Grafik-Designer entwickelte er nach dieser Erfahrung seinen Code-Visualisierer.

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