News

Wechat-App-Store: Jetzt schon halb so groß wie der von Apple

Die Wechat-App von Tencent. (Foto: dpa)

Das Ökosystem um Wechat, Chinas populärstem Messenger, wächst rasant und umfasst jetzt bereits schon etwa halb so viele Apps wie Apples App-Store.

Anfang 2017 wurde der Messaging-Dienst Wechat um Miniprogramme erweitert. Dabei handelt es sich um leichtgewichtige Apps, die direkt in dem Messenger laufen. In weniger als zwei Jahren entstand ein riesiges Ökosystem an Anwendungen, die von Lieferdiensten über Spiele bis hin zu Kreditangeboten reichen. Tencent-Gründer Pony Ma hat jetzt laut Techcrunch im Rahmen der World Internet Conference verkündet, dass es mittlerweile eine Million solcher Miniprogramme gibt. Zum Vergleich: Stand April 2018 gab es 2,1 Millionen Apps in Apples App-Store.

Gemessen an den monatlich aktiven Nutzern ist Wechat der am dritthäufigsten genutzte Messenger weltweit nach Whatsapp und dem Facebook Messenger. Während sich die Nutzerbasis der beiden Chat-Dienste aus dem Hause Facebook allerdings über die ganze Welt verteilt, wird der Messenger des chinesischen Internetgiganten Tencent vorwiegend auf dem Heimatmarkt des Unternehmens genutzt. Neben den erwähnten Miniprogrammen und dem eigentlichen Chat-Dienst enthält Wechat auch einen eigenen Payment-Dienst und eine Social-Media-Funktion namens Moments.

Wechat: Zensur und Überwachung im Namen Pekings

Eine Untersuchung der Universität Toronto belegte 2017, dass Wechat nicht nur Textnachrichten zensiert, die bestimmte regierungskritische Schlüsselwörter enthalten, sondern auch Bilder, die damit in Verbindung stehen. Die Zensur findet auf Seiten der Wechat-Server statt, da die Nachrichtenübertragung nicht verschlüsselt abläuft. Im April 2018 erklärten chinesische Strafverfolgungsbehörden außerdem, sie hätten einen Korruptionsfall durch die Auswertung gelöschter Chat-Protokolle aufgeklärt, was nahelegt, dass Wechat auch zur Überwachung genutzt wird. Wechat hatte daraufhin erklärt, der Dienst speichere keine Chat-Protokolle auf seinen Servern und der ursprüngliche Bericht der chinesischen Behörden wurde gelöscht.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung