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Wie Wechat in China die App neu erfindet

(Foto: dpa)

Wechat bietet schon länger Funktionen, die über das reine Messaging hinaus gehen. Jetzt will der chinesische Dienst auch den App-Store ersetzen.

Wechat: Mit Mini-Programmen gegen klassische Apps

Wechat ist in China weitaus mehr, als ein reiner Messenger. Dank integrierter Bezahlfunktion und zahlreichen Zusatzdiensten nimmt der Messaging-Service eine zentrale Rolle in der Online-Nutzung der 800 Millionen Mitglieder ein. Über den Messenger wird Essen bestellt, werden Flüge gebucht oder eingekauft. Für Tencent, den chinesischen Internet-Konzern hinter Wechat, ist das aber noch lange nicht genug.

Wechat ist längst mehr als eine reine Messaging-Plattform. (Foto: dpa)

Daher unterstützt Wechat seit dem 9. Januar 2017 auch „Xiaochengxu“ – zu Deutsch: Mini-Programme. Dabei handelt es sich im Grunde um Apps, die direkt über den Messenger geladen und genutzt werden. Der Messaging-Dienst wird damit zu einer echten Konkurrenz für den App-Store und chinesische Nutzer werden noch stärker an Wechat gebunden. Das Bemerkenswerte daran: Schon jetzt ist Wechat die am häufigsten genutzte App auf chinesischen Smartphones.

Wechat: So funktionieren die Mini-Programme

Die Mini-Programme machen ihrem Namen alle Ehre und dürfen nicht größer als ein Megabyte sein. Das garantiert zwar schnelle Ladezeiten, grenzt jedoch den möglichen Funktionsumfang ein. Dennoch wurden seit Beginn der Beta-Phase im September 2016 bereits hunderte solcher Mini-Programme entwickelt.

Wechat: Einen zentralen App-Store gibt es für die Mini-Programme nicht. (Foto: dpa)

Wer ein Mini-Programm nutzen will, der muss danach in Wechat suchen oder einen QR-Code einscannen. Einen zentralen Store wie bei iOS oder Android gibt es nicht. Allerdings gibt es bereits eine Reihe von Drittanbieter-Websites wie Minapp, die als Sammelstelle für die Mini-Programme dienen.

Wie Wechat die Smartphone-Welt verändern könnte

Der Wandel zur App-Plattform könnte zumindest in China einen Paradigmenwechsel nach sich ziehen. Kommen die Mini-Programme an, könnte es für chinesische Smartphone-Käufer egal werden, welches Betriebssystem auf dem Gerät läuft, solange nur Wechat unterstützt wird. Damit wären die klassischen Vorteile der beiden erfolgreichsten Mobile-Plattformen, iOS und Android, ausgelöscht.

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3 Kommentare
Erich Kitzmüller
Erich Kitzmüller

Und Apple schaut diesem Treiben tatenlos zu, wo doch sonst alle Apps, die in irgendeiner Form ausführbaren Code nachladen (z.B. Emulatoren, alternative Stores etc.), vom AppStore ausgeschlossen sind? Wohl nur dann, wenn diese Mini-Apps eben weder eine Konkurrenz für Apple darstellen noch die Sicherheit der Benutzer gefährden. D.h. viel mehr als ein bisschen JavaScript kann das kaum sein.

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JavaScribby
JavaScribby

„ein bisschen Javascript“ kann an Funktionalität aber heute vermutlich 80% der Internetnutzer zufriedenstellen.

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Plotti
Plotti

Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich Threema verwende. Ganz nach Unix-Philosophi: one thing well. Ein Betriebssystem verwende ich bereits; es gibt keinen Grund, weshalb mein Messenger als Betriebssystem auftreten und sich alle möglichen Aufgaben unter den Nagel reissen muss.

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