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Wechselakkus für E-Autos: Der chinesische Hersteller Nio startet Neuanfang

Elektro-SUV Nio ES8. (Bild: Nio.io)

Der chinesische Hersteller Nio will über 1.000 Stationen für Wechselakkus in China bauen. Damit sollen Elektroautos auch ohne lange Ladezeiten weite Strecken zurücklegen können.

In den vergangenen Jahren ist die Idee des Wechselakkus für Elektroautos etwas aus dem Blickfeld der Branche geraten – insbesondere nach der Pleite des Vorreiters Better Place. Jetzt will der chinesische Autobauer Nio den Wechselakku wieder zurück ins Spiel bringen. Bis 2020 will das Unternehmen entlang der chinesischen Nord-Süd-Transitroute rund 1.100 Stationen für Wechselakkus bauen, berichtet der Branchenblog Trends der Zukunft.

Elektroautos: Vollautomatischer Akkutausch verkürzt Wartezeiten

Der Akkutausch wird dabei vollautomatisch vorgenommen, der Fahrer steuert seinen Wagen dazu lediglich in eine spezielle Garage über einer Grube. Dort sorgt dann ein Roboter für den nötigen Wechsel innerhalb von etwa zwei Minuten. 18 solche Anlagen sind schon in Betrieb. Vorteil für kompatible Autos: Die Ladezeit entfällt, die Weiterfahrt ist schon nach wenigen Minuten möglich.

Elektroautos: Der ES8 ist seit Ende Juni in China erhältlich – und vielleicht 2020 auch in Deutschland. (Foto: Nio.io)

Allerdings hat Nio selbst erst zwei Modelle mit einem Wechselakku-System – eines davon ist der im Dezember 2017 präsentierte Elektro-SUV Nio ES8. Zudem kann Nio trotz des E-Auto-Booms in China noch nicht mit wirklich hohen Absatzzahlen glänzen. Seit Verkaufsstart im Juni konnte Nio von seinem E-Auto-Modell ES8 knapp 3.400 Fahrzeuge absetzen. Zum Vergleich: Tesla exportiert pro Quartal rund 10.000 seiner Elektroautos ins Reich der Mitte.

Diese Elektroautos gibt es schon zu kaufen
Klein und flink ist der Cityhopper E-Up. Mit seinem Preis von über 25.000 Euro ist das Modell aber um einiges teurer als der Einstiegspreis des normalen Up. Mit einem 82-PS-Motor ist der Wagen jedoch auch stärker ausgerüstet – aber für einen Kleinstwagen bleibt der Preis äußerst happig. (Foto: VW)

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Eine große Herausforderung für die Renaissance des Wechselakkus sind die im Ausbau befindlichen Ladestationen, etwa Teslas Supercharger sowie die Schnellladesysteme anderer Anbieter. Hier müssen die E-Auto-Fahrer zwar deutlich länger warten, bis der Akku wieder vollgeladen ist. Dafür sind sie im Zweifel nicht auf spezielle Modelle angewiesen, wichtig für den Erfolg der Elektromobilität sind ja kompatible Systeme.

Elektroautos mit Wechselakkus: Nio überlegt Expansion nach Europa

Tesla etwa will dafür sorgen, dass das kommende Model 3 in Europa auch an den Ladestationen der Konkurrenz geladen werden kann. Dazu werden die europäischen Modelle mit einem CCS-Stecker ausgestattet, der in Europa dem Standard entspricht. Darüber hinaus überlegt Tesla auch, das eigene Ladenetz für andere Elektroautos zugänglich zu machen. Nio spielt übrigens auch mit dem Gedanken einer Expansion seiner Wechselakku-Stationen nach Europa und in die USA.

Ebenfalls interessant: Das chinesische Startup Nio will Elektroautos in Deutschland verkaufen

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