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110 Millionen Euro für das Amazon der Versicherungsbranche

Wefox-Gründer und CEO Julian Teicke. (Foto: Wefox Group)

Das Berliner Insurtech Wefox sammelt viel Geld ein  – unter anderem von der Investmentbank Goldman Sachs. Zuletzt stritt sich der Gründer mit einem Wettbewerber aus den USA.

Mit mehrmonatiger Verspätung landen 110 Millionen Euro auf dem Geschäftskonto von Wefox: Das Berliner Insurtech gab am Mittwoch den Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde bekannt. Zu den Geldgebern gehören federführend die Mubadala Investment Company, ein milliardenschwerer Staatsfonds aus Abu Dhabi, sowie die Investmentbank Goldman Sachs. Auch das chinesische Finanzunternehmen Creditease hat sich neu am Startup von Gründer Julian Teicke beteiligt.

Mit dem Geld will Wefox agressiv expandieren. Auf der Liste stehen neun europäische Länder sowie Japan und China. Der Grund für den Wachstumskurs: Das Berliner Startup versteht sich als das Amazon der Versicherungsbranche. Makler können über eine Smartphone-App die Policen ihrer Kunden verwalten, Kunden wiederum können Schäden melden und per Assistent günstigere Verträge abschließen.

Dazu bindet Wefox beispielsweise Hausrat- und Haftpflichtversicherungen diverser Anbieter in die App ein. Geld verdient Wefox dann mit einem Teil der Provision, die ein Makler erhält, wenn er die Police einer Versicherung betreut. Nach Schätzungen von Gründerszene lag der Nettoumsatz bei zuletzt vier Millionen Euro. Etwa 330.000 Kunden sollen die Wefox-App bereits auf dem Smartphone installierten haben.

Rechtsstreit verzögerte Investment

Die neue Finanzierung hatte sich wegen eines Rechtsstreits allerdings verzögert. Ursprünglich kündigte Wefox-Chef Julian Teicke bereits für vergangenes Jahr einen Deal an. Dann allerdings verklagte der US-Wettbewerber Lemonade die Berliner – unter anderem wegen Urheberrechtsverletzungen.

So soll Wefox einzelne Inhalte der Lemonade-App in eigene Produkte übernommen haben. Julian Teicke wurde außerdem vorgeworfen, bei Lemonade einen Account mit Scheinadresse und falschem Geburtsdatum angelegt und falsche Schadensmeldungen eingereicht zu haben. Inzwischen haben sich beide Unternehmen außergerichtlich geeinigt.

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