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Wegen Ad Exchange: Irische Datenschutzbehörde nimmt Ermittlungen gegen Google auf

(Bild: Shutterstock/dennizn)

Die irische Datenschutzbehörde hat Ermittlungen gegen Google aufgenommen. Im Visier ist das Werbe-Targeting-System Ad Exchange. Google droht eine Strafe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

Ein Jahr nach der Einführung könnte die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein weiteres Mal Basis für eine mögliche Strafe gegen Google sein. Anfang des Jahres war Google in Frankreich zu 50 Millionen Euro Strafe verdonnert worden. Jetzt hat die irische Datenschutzbehörde DPC eigenen Angaben zufolge Ermittlungen gegen den Suchmaschinenriesen wegen seines Werbe-Targeting-Systems Ad Exchange aufgenommen.

Google im Visier der irischen Datenschutzbehörde

Dabei soll untersucht werden, inwieweit Google personenbezogene Daten von Nutzern zu verschiedenen Zeitpunkten einer Werbetransaktion verarbeiten darf, um zielgerichtete Werbung auszuspielen, wie DPC-Sprecher Graham Doyle der BBC sagte. Die DPC verwies in ihrer Mitteilung auf Abschnitt 110 des irischen Datenschutzgesetzes. Das heißt, dass die Behörde Verstöße vermutet – und diesem Verdacht jetzt nachgeht, wie Techcrunch schreibt.

Googles Ad-Exchange-System erlaubt es Werbetreibenden, Nutzern gezielt Werbung über Webseiten hinweg anzuzeigen. Das hat zur Folge, dass Nutzer beim Besuch einer Webseite oft personalisierte Werbung sehen – dank der Daten, die Google über sie gesammelt hat. Kritisiert wird, dass dieses System unsicher sei und damit gegen die DSGVO verstoße, die in puncto persönliche Daten eine hohe Sicherheit verlangt.

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Google hat sich derweil zu der Ankündigung der Untersuchung geäußert. Demnach wolle der Konzern die Ermittlungen unterstützen. Google begrüße die Möglichkeit dieses Verfahrens, die Regeln des europäischen Datenschutzes bei Echtzeitgeboten klarer zu gestalten. „Autorisierte Käufer, die unsere Systeme verwenden, unterliegen strengen Richtlinien und Standards“, ließ Google laut BBC wissen.

Mögliche Strafe: 4 Prozent des Google-Umsatzes

Für Datenschutzangelegenheiten in der EU ist im Sinne der DSGVO für Google seit Ende Januar die Europazentrale des Konzerns in Dublin zuständig. Daher hat die irische Datenschutzbehörde die Untersuchungen eingeleitet. Google droht im schlimmsten Fall eine Strafe von bis zu vier Prozent seines jährlichen Umsatzes. Ähnliche Beschwerden gegen Echtzeitgebote – auch als Real-Time-Bidding (RTB) bekannt – im Online-Marketing-Bereich sind laut Techcrunch in Großbritannien, Polen, Spanien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden anhängig.

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