News

Wegen der Coronapandemie: Google verschiebt Abschied vom User-Agent

Chrome ändert vorerst nichts am User-Agent-String. (Foto: Shutterstock)

Das Chrome-Team verschiebt die geplante Abschaffung des User-Agent bis mindestens 2021. Als Grund nennt ein Google-Mitarbeiter die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Web-Entwickler-Community.

Eigentlich wollte Google noch 2020 den User-Agent-String in seiner jetzigen Form aus dem Chrome-Browser verbannen. Dazu sollten die in der Zeichenkette enthaltenen Informationen zum Browser nach und nach unbrauchbar gemacht und stattdessen ein Alternativmodell etabliert werden, das einen besseren Schutz der Privatsphäre sicherstellen soll. Jetzt hat Chrome-Entwickler Yoav Weiss jedoch bekanntgegeben, dass die Änderung auf das kommende Jahr verschoben wird. Als Grund nennt Weiss die derzeit grassierende Coronapandemie. Durch die Verschiebung auf 2021 soll die Web-Entwickler-Gemeinschaft mehr Zeit bekommen, das Client Hints getaufte Alternativmodell eingehender zu studieren.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Der User-Agent-String enthält Angaben zum Browser und der genutzten Hardware. Diese Informationen können beispielsweise genutzt werden, um eine Website an die Fähigkeiten des Browsers anzupassen. Allerdings wird der User-Agent auch beim sogenannten Fingerprinting ausgelesen und hilft so dabei, Nutzerinnen und Nutzer im Web zu identifizieren, um ihnen beispielsweise zielgerichtete Werbung anzuzeigen. Um das zukünftig zu verhindern, soll Client Hints die Informationen nicht mehr mit jeder Website teilen. Stattdessen soll das System nur die Informationen herausgeben, die eine Website jeweils benötigt.

Chrome-Team will den User-Agent einfrieren

Da der Code vieler Websites die Herausgabe des User-Agent-Strings voraussetzt, will Google die Angabe allerdings nicht gänzlich streichen – zumindest nicht in absehbarer Zeit. Stattdessen will Google die darin enthaltenden Eingaben mit der Zeit unbrauchbar machen. Dazu soll in einem ersten Schritt die ausgespielte Versionsnummer eingefroren werden. Anschließend sollen dann irgendwann die Angaben zum Betriebssystem und zur Hardware durch möglichst generische Informationen ersetzt werden. Auf die Art wird sichergestellt, dass alter Code auch in Zukunft noch funktioniert.

Nach Angaben von Weiss wird der User-Agent zwar vorerst unverändert bleiben, Client Hints soll es jedoch ab Chrome 84 geben. Der geplante Veröffentlichungstermin der Browserversion ist der 14. Juli 2020. Mit dem Release erhalten Web-Entwickler dann die Möglichkeit, ausgiebig mit dem neuen Modell zu experimentieren, bevor es den klassischen User-Agent-String ersetzt.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung