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Wegen Spotify-Vorwürfen: EU geht angeblich gegen Apple vor

Spotify. (Foto: Shutterstock)

Die EU-Kommission plant laut Medienberichten eine offizielle Untersuchung zu den Vorwürfen von Spotify, Apple würde als Betreiber des App-Stores andere App-Entwickler benachteiligen.

Im März hatte der schwedische Musikstreamingdienst Spotify wegen angeblich unfairen Wettbewerbs offiziell Beschwerde gegen Apple bei der EU-Kommission eingelegt. Apple wies die Kritik zurück: Spotify greife zu „irreführender Rhetorik“, um eigene finanzielle Interessen voranzutreiben. Die EU-Kommission nimmt die Vorwürfe offenbar ernst und will jetzt eine entsprechende Untersuchung wegen möglicher Wettbewerbsverletzung einleiten, wie die Financial Times (Paywall) berichtet.

Apple behält Teil der Abo-Einnahmen ein

Konkret geht es darum, dass Spotify bei Abo-Abschlüssen via App-Store auf dem iPhone einen Teil der Erlöse an Apple abgeben muss – wie andere App-Anbieter auch. Der Anteil beläuft sich im Normalfall auf 30 Prozent, auch bei In-App-Käufen. Bei Abo-Einnahmen sinkt die Gebühr ab dem zweiten Jahr auf 15 Prozent. Die Kritik an Apple: Anders als in Googles Play-Store gibt es für Spotify und Co. im App-Store keine Möglichkeit, alternative Bezahlwege einzusetzen und die Gebühren zu umgehen.

Spotify ist aber nur einer von vielen App-Anbietern, die die Praktiken von Apple und Google kritisieren. Netflix hatte Anfang diesen Jahres die Möglichkeit für Neukunden gestrichen, ein Abo über die iOS-App abzuschließen – was Apple viel Geld kostet. 2018 soll Apple laut Daten von Sensor Tower damit bis zu 256 Millionen US-Dollar verdient haben. Amazon etwa bietet aus diesem Grund schon länger keine Kaufoptionen in seinen Prime-Video- und Kindle-Apps mehr an. Der Gameentwickler Epic entfernte sein Hitspiel Fortnite aus Googles Play-Store.

So hätten Internetdienste in den 80ern ausgesehen!
Internetfirmen in den 80ern: Spotify. (Grafik: Tom le French / Instagram)

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Dass die EU-Kommission bereit ist, mit hohen Strafen gegen US-Tech-Konzerne vorzugehen, musste zuletzt Google erfahren. 2017 wurde der Suchmaschinenkonzern wegen Verstoßes gegen das EU-Wettbewerbsrecht zu einer Rekordstrafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro verdonnert. Ein Jahr später gab es sogar eine Strafe in der Höhe von 4,3 Milliarden Euro wegen des Android-Missbrauchs – und Google drohen weitere Kartellverfahren in der EU und in den USA.

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