Weihnachtsgeschenk mal anders: So bastelt ihr mit KI ein persönliches Bilderbuch für eure Kinder
Weihnachten steht wieder vor der Tür. Während der Einzelhandel ein kaum überschaubares Angebot an Spielwaren bereitstellt, wünschen sich manche Eltern jedoch ein etwas persönlicheres Geschenk. Eine Möglichkeit dafür wäre ein selbst gestaltetes Bilderbuch. Nur hat nicht jeder ein Gespür für kindgerechte Geschichten und ein Händchen für eigene Illustrationen. Von der dafür notwendigen Zeit ganz abgesehen.
Dank generativer KI ist das aber auch nicht mehr nötig. Geschichten kann ChatGPT schreiben, und Bilder lassen sich mit KI-gestützten Bildgeneratoren erzeugen. Um euch zu zeigen, wie das geht, haben wir genau diesen Prozess für euch durchexerziert und erklären, welche Schritte ihr dabei beachten müsst.
Diese Weihnachtsgeschichte für Kinder haben wir mit ChatGPT und Midjourney erstellt
In dieser Bildergalerie seht ihr exemplarisch, wie ein rein KI-generiertes Bilderbuch aussehen könnte. Nein, einen Kinderbuchpreis gewinnt die Geschichte nicht. Auch an den Illustrationen hätten wir stellenweise noch feilen können. Das Ergebnis zeigt aber vor allem, dass ihr innerhalb sehr kurzer Zeit eine Bildergeschichte per KI erzeugen könnt. Wie viel Arbeit ihr dann noch in das Finetuning stecken wollt, müsst ihr entscheiden.
Diese Bildergeschichte haben wir per KI erstellt:
So schreibt euch ChatGPT eine kindgerechte Geschichte
Für euer Bilderbuch benötigt ihr zunächst eine Geschichte. Die könnt ihr entweder selbst schreiben, oder ihr überlasst ChatGPT diese Arbeit. Auch wenn ihr euch für die KI entscheidet, könnt ihr natürlich über euren Prompt festlegen, wovon die Story handeln soll. Auch könnt ihr ChatGPT etwa die Namen eurer Kinder verwenden lassen.
Für unsere Beispielgeschichte haben wir folgenden Prompt verwendet:
Schreib mir bitte eine Kindergeschichte über einen Jungen namens Joshua, der ein Weihnachtsabenteuer erlebt.
Wer möchte, der kann aber natürlich deutlich mehr ins Detail gehen und beispielsweise verschiedene Handlungsorte, Charaktere oder Dinge vorgeben. Wenn euch das Ergebnis nicht gefällt, lohnt es sich in jedem Fall, ChatGPT einfach eine neue Antwort auf euren Prompt generieren zu lassen.
Auch kann es sich lohnen, die Geschichte selbst noch einmal ein wenig zu überarbeiten. Auf die Art könnt ihr auch Probleme bei der Bilderstellung lösen. Denn bisweilen tun sich Bildgeneratoren noch etwas schwer mit bestimmten Prompts. Wenn ihr also im nächsten Schritt einmal partout kein vernünftiges Bild aus der KI bekommt, könnt ihr auch im Zweifel viel Zeit sparen, indem ihr einfach den betreffenden Teil der Geschichte abändert.

Der Held unserer Geschichte. (KI-generiertes Bild: Midjourney / t3n)
Ein Bilderbuch illustrieren mit Midjourney
Es gibt eine ganze Reihe von KI-gestützten Bildgeneratoren, die ihr zur Bebilderung eurer Geschichte einsetzen könnt. Wir haben für unser Beispiel Midjourney verwendet.
Unabhängig davon, welches Tool ihr verwendet, müsst ihr zunächst ein Problem lösen. Nämlich die Bild-KI dazu zu bringen, euren Charakter möglichst identisch auf allen Bildern darzustellen. Noch vor Kurzem hat sich Bild-KI damit oft noch recht schwergetan. Mittlerweile ist das aber kein größeres Problem mehr.
Midjourney bietet dafür eigens eine Funktion namens Omni Reference. Über die könnt ihr zusätzlich zu eurem Textprompt ein Referenzbild eures Hauptcharakters hochladen, an dem sich die KI orientieren kann. In einem ersten Schritt müssen wir also unseren Hauptcharakter erzeugen, um das Bild später als Referenz zu nutzen.
Unser Prompt dafür sah so aus:
little boy character, children’s book illustration style, simple, cute, full colour, green shoes, short blonde hair, hoodie, blue pants, flat colour
Anschließend müsst ihr zu dem Prompt für jedes Einzelbild euren Referenzcharakter auswählen, indem ihr auf Add Image und dann auf Omni Reference klickt. Jetzt solltet ihr über eure gesamte Bildergeschichte hinweg einen gleich aussenden Hauptcharakter zur Verfügung haben.

Omni Reference: Dank dem Feature generiert euch Midjourney immer den gleichen Charakter für eure Bilder. (Screenshot: Midjourney / t3n)
Aber Achtung: Ganz perfekt funktioniert das Ganze nicht. Kleinere Details könnten hie und da verloren gehen. In den meisten Fällen sollten kleinere Abweichungen aber nicht stören.
Jetzt bleibt euch nur noch für jede Szene eurer Geschichte ein passendes Bild zu erstellen. Dazu reicht in aller Regel eine simple Beschreibung von dem, was euer Charakter tun soll, und wie das Setting auszusehen hat.
Sorry, aber ich finde nicht, dass ein KI-generiertes Bilderbuch was „Persönliches“ ist, geschweige denn wirklich was „Selbstgemachtes“.
Die Daten, auf denen ChatGPT und Midjourney trainiert wurden, sind letztlich aus bestehenden Werken zusammengeklaut. Und auch, wenn es hier natürlich nicht ums Veröffentlichen geht, sind KI-generierte Bücher mittlerweile ein ziemliches Problem u.a. auf Amazon. Da finde ich es mehr als zynisch, das noch anzufachen.
Und welche Botschaft gibt man Kindern mit, wenn man ihnen so ein letztlich seelenloses, zusammengeklautes Machwerk schenkt, anstatt ein menschengemachtes Kinderbuch?
Mich macht es echt traurig (und ja, auch wütend), solche Empfehlungen zu lesen. Generative KI mag ihre Einsatzgebiete haben, Kunst (und dazu gehören auch Kinderbücher) ist keines davon.
Zum Geschichtenerzählen braucht es keine KI, und in der Zeit, in der man sich ein ums andere Mal Bildchen ausspucken lässt, hätte man sich wahrscheinlich schon im Buchladen beraten lassen können. (Hätte auch weniger Energie verpulvert.) Mir tut wirklich jedes Kind leid, das ein ChatGPT-Machwerk unter dem Weihnachtsbaum findet.
Ein Bilderbuch auf diese Weise zu erstellen, kann etwas sehr Persönliches sein.
Ich habe das selber auch schon gemacht, mittels ChatGPT mehrere Bilder generieren lassen, und diese dann als Photobuch in gedruckter Form zu verschenken.
Persönlich dabei, man kann Geschichten mit Illustrationen 100% auf bestimmte Personen zuschneiden.
So erkennen sich Kinder oder Erwachsene in den Geschichten sofort wieder.
Was gibt es Persönlicheres als eine „Gezeichnete“ Geschichte als Bilderbuch über Personen, die man kennt oder man selber ist.