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Analyse

Verdi-Streik: Eure Weihnachtsgeschenke von Amazon sind nicht in Gefahr

Die Lieferfähigkeit von Amazon wird durch die Verdi-Streiks nicht beeinträchtigt. (Foto: Amazon)

Verdi behauptet, die Weihnachtsgeschenke von Amazon seien in Gefahr. Das sind sie nicht, denn Amazon wird trotzdem pünktlich liefern.

Wie in jedem Jahr streikt Verdi auch in diesem Jahr wieder, im Moment an zwei Standorten: im sächsischen Leipzig und in Werne in Nordrhein-Westfalen. „Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi der Deutschen-Presse Agentur in der Nacht zum Montag. In Wirklichkeit passiert schlicht nichts. Und das hat mehrere, nachvollziehbare Gründe.

Der Verdi-Streik beeinflusst die Lieferungen von Amazon nicht

Das liegt zum einen an der mangelnden Einschlagkraft der Gewerkschaft, die nur eine Minderheit der Amazon-Mitarbeiter vertritt. Am bestreikten Standort in Leipzig stellt Verdi elf von 19 Betriebsräten und laut Informationen der MZ haben sich in der Vergangenheit rund 400 von 2.000 Mitarbeitern an Streikaktivitäten beteiligt. An anderen Standorten sind die Verhältnisse ähnlich.

Die beiden bestreikten Standorte können überdies ohne Probleme durch Kapazitäten anderer Logistikstandorte ersetzt werden. Durch das nahegelegene Dortmund kann das bestreikte Werne aufgefangen werden, für Leipzig stehen Kapazitäten aus Polen und Tschechien zur Verfügung. Der überwiegende Anteil des Sortiments von Amazon.de wird auch von diesen beiden Ländern nach Deutschland geliefert.

Wieso Amazons Logistiknetzwerk auch bei Streik funktioniert

40 Logistikzentren betreibt Amazon in Europa, davon elf in Deutschland und alle diese Standorte sind als Netzwerk zu betrachten. Nach fein ausgeklügelten Algorithmen und Regeln verteilt Amazon Waren innerhalb der Logistikzentren, um die möglichst schnelle Erfüllung einer Bestellung zu ermöglichen. Die Waren werden dabei nicht nur innerhalb des jeweiligen Landes verteilt, sondern auch international. Und das betrifft nicht nur Amazon-eigene Waren.

Im sogenannten Pan-EU-Netzwerk können auch Marktplatzhändler, die an dem Programm „Versand durch Amazon“ (FBA) teilnehmen, ihre Artikel außerhalb von Deutschland lagern. Eben in Polen und Tschechien. Amazon legt großen Wert auf die Lagerung der Artikel in Polen und Tschechien, das zeigt sich auch bei der Preisgestaltung des Händlerservices: Amazon berechnet Händlern für jeden durch Amazon gelieferten Artikel kategorisch 0,50 Euro mehr, wenn dieser nicht zusätzlich zu den deutschen Standorten auch gleichzeitig in Polen und Tschechien eingelagert wird.

Und so können selbst Kunden in den neuen Bundesländern, die von den zwei Logistikzentren Brieselang bei Berlin und Leipzig abhängig sind, damit rechnen, dass ihre Sendungen pünktlich eintreffen. Im Zweifelsfall aus Polen oder Tschechien geliefert. Zu größeren Problemen bei der Paketzustellung und steigenden Paketpreisen wird im Onlinehandel in Zukunft eher die steigende Auslastung der Paketdienste führen, gepaart mit dem Unwillen des Verbrauchers, für Lieferungen zu zahlen.

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3 Reaktionen
Felix A.

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Auch noch das Artikelbild von Amazon.de übernommen, wie dreist ist das denn?!

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Guru

Kein Wort zu den Arbeitsbedingungen, reine Werbung für diesen Konzern, der hier kaum Steuern zahlt und Mitarbeiter ausbeutet. Traurig, Ihr lebt von den Anzeigen wahrscheinlich recht gut...

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Guru

Von verstopften Strassen, unterbezahlten Paketfahrern und sterbenden Innenstädten ganz zu schweigen...

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