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Weshalb Gründerinnen in deutschen Startups immer noch die Ausnahme sind

Die KfW hat eine Studie zu Startup-Gründern vorgelegt. Die Frage, ob der Kicker immer noch obligatorisch oder nur noch Klischee ist, haben wir vermisst. (Foto: wavebreakmedia/Shutterstock)

Die KfW hat eine Studie zu Unternehmensgründern vorgelegt. Darin zeigt sich, dass Frauen immer noch Nachholbedarf  beim Gründen von Startups haben. Die KfW hat auch eine Erklärung warum das so ist.

Die Zahl der Startup-Gründer in Deutschland wächst. Im Jahr 2017 gab es rund 108.000 Startup-Gründer mit 60.000 jungen Unternehmen. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei 93.000 Gründern mit 54.000 Startups – immerhin ein Zuwachs von 16 Prozent. Das ergab der in diesem Jahr erstmals erstellte Startup-Report als Teil des Gründungsmonitors, den die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereits seit Längerem jährlich erhebt. Die Studie unterscheidet dabei Startups von anderen Unternehmensgründern (die beispielsweise ein Geschäft eröffnen) dadurch, dass es sich um innovative Produkte oder Dienstleistungen handelt oder spezielle Wachstumserwartungen bestehen und die „von besonderem volkswirtschaftlichen Interesse sind“.

Kleiner, aber ebenfalls gestiegen, ist die Zahl der Startup-Gründer im engeren Sinn, also derjenigen, die sowohl innovations- als auch wachstumsorientiert sind: Die KfW-Studie zählt 29.000 solcher Gründer mit 12.500 Unternehmen im vergangenen Jahr, im Vorjahr waren es noch 19.000 Gründer mit 9.000 Unternehmen. Diese Unterscheidung zwischen „Startup-Gründern im eigentlichen Sinn“, „Startup-Gründern“ und „anderen Jungunternehmen“ ist etwas gewöhnungsbedürftig. Startup-Gründer im eigentlichen Sinn sind demnach in 39 Prozent der Fälle zwischen 18 und 30 Jahren, während andere Jungunternehmer im Sinne der Gründung im Schnitt einige Jahre älter sind. Während der Anteil der Gründer unter 30 Jahre größer ist als bei anderen Jungunternehmern, sind über 50-jährige Gründer genauso häufig vertreten. „Bemerkenswert ist, dass jeder sechste Start-up-Gründer Ü50 ist. Der Start-up-Spirit ist also nicht nur jungen Gründern vorbehalten. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung eine gute Nachricht“, so Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.

Startups:  Gründerinnen sind immer noch absolute Ausnahme

88 Prozent der Startup-Gründer sind männlich, wohingegen der Anteil der Männer unter den Unternehmensgründungen generell mit 70 Prozent niedriger liegt. Frauen sind demnach als Startup-Gründer noch stärker unterrepräsentiert als bei der gesamten Gründungstätigkeit ohnehin schon. Dies habe verschiedene Ursachen, so die Initiatoren der Studie. „Eindeutig ist aber, dass Frauen seltener MINT-Studiengänge absolvieren – und damit seltener in Startup-affinen Bereichen zu finden sind. Wenn es gelänge, mehr Frauen für MINT zu begeistern, würden wir mehr Frauen als Startup-Gründer sehen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner.

Projekte von Startup-Gründern sind häufiger digital, internetbasiert, international und geschäftskundenorientiert. (Grafik: KfW)

Auch sind Startup-Gründer digitaler als andere Jungunternehmer, „denn in fast jedem Lebensbereich wird nach vereinfachenden digitalen Lösungen gesucht“, heißt es in der Studie. Zudem sind Startup-Gründer im Vergleich zu anderen Jungunternehmen internationaler aufgestellt und häufiger auf B2B-Geschäftskunden ausgerichtet. Höher ist erwartungsgemäß auch der veranschlagte Kapitalbedarf, um die Ideen auf die Straße zu bringen. Etwa vier von zehn der Gründer benötigen für ihr Vorhaben in den kommenden 12 Monaten mehr als 100.000 Euro – bei anderen Jungunternehmen wird eine solche Größenordnung nur in zwei Prozent der Fälle veranschlagt. Bei der Finanzierung spielen neben Geld aus dem Familien- und Freundeskreis Bankkredite aber eine geringere Rolle. Nur bei jedem fünften Startup sind Kreditinstitute als Finanzierungspartner engagiert. Stattdessen nutzen Startups verstärkt alternative Kapitalquellen, etwa Venture-Kapitalgeber oder sie setzen auf Crowdfunding.

Gründer von Startups sind überwiegend „Chancengründer“

Hoffnungsfroh stimmt indes eine andere Erkenntnis des Reports: Das dominierende Motiv von Startup-Gründern ist demnach das Ausnutzen einer Geschäftsidee. Der Anteil solcher „Chancengründer“ liegt bei 84 Prozent und damit weit über demjenigen anderer Jungunternehmer (49 Prozent). Zudem sind Startup-Gründer häufiger Männer. Der bei Existenzgründungen ohnehin kleinere Anteil von Frauen (im Jahr 2017 etwa 37 Prozent) schrumpft bei Startup-Gründern deutlich auf 10-20 Prozent. Viele Startup-Gründer sind Akademiker, vor allem aus den MINT-Fächern. Ihr Akademisierungsgrad ist mit 35-45 Prozent deutlich höher als bei allen Jungunternehmern (rund 25 Prozent).

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