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Analyse

Make KI great again – das globale Wettrennen um die künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz gewinnt mittlerweile gegen die besten menschlichen Go-Spieler. Aber wer gewinnt das internationale Wettrennen um die KI? (Foto: Shutterstock)

Die USA, China und Europa liefern sich ein Wettrennen um die beste, schnellste und schlaueste künstliche Intelligenz. Silicon-Valley-Kapitalismus, staatlich verordneter Fortschritt oder von allem ein bisschen: Was bringt die KI-Industrie am schnellsten voran?

Künstliche Intelligenz gilt als die Schlüsseltechnologie der Zukunft.  Und nachdem die meisten Regierungen und Chefetagen dieser Welt von der ersten Welle der Digitalisierung und dem Internet eher überrascht wurden, möchte man bei der Entwicklung der KI ganz vorne mit dabei sein. Bei den großen technischen Entwicklungen geht es schließlich nicht nur um Geld, sondern auch um Macht. Die Frage ist nur, wie man das am geschicktesten anstellt, vorne mit dabei zu sein. Die USA, China und Europa führen im Moment die Forschung und Industrie in Sachen KI an. Allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Eine Analyse.

USA – ohne Plan, aber Platz eins

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und des KI-Kapitalgebers Asgard liegen die USA unangefochten auf Platz eins der weltweiten KI-Rangliste. 40 Prozent aller KI-Unternehmen weltweit, so die Studie, seien dort angesiedelt. Tech-Riesen wie Google setzten neue Standards für die Industrie: Erst im Mai ließ Google den digitalen Assistenten Duplex bei einem Friseursalon anrufen und einen Termin machen. Die Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung merkte dabei nicht einmal, dass sie mit einer KI sprach.

Aber nicht nur Google, auch die anderen Tech-Riesen wie Apple, Amazon und Microsoft investieren Milliardenbeträge in die Entwicklung von KI. Interessant ist dabei vor allem die Strategie der US-Regierung, die dahinter steht. Keine. Unter Barack Obama wurde zwar mal ein detaillierter Plan zur Förderung der KI ausgearbeitet. Die Trump-Regierung hält allerdings wenig von Obamas Plänen und setzt diesen Plan nicht um.

Man könnte stattdessen aber auch sagen, die USA vertrauen auf die Innovationskraft ihrer freien Wirtschaft. Bis jetzt hat das gut funktioniert. Die Frage ist nur, kann die Wirtschaft allein die Spitzenposition in KI verteidigen?

China – Martkbeherrschung mit Ansage

Chinas Ansatz beim Thema künstliche Intelligenz ist ungefähr das Gegenteil der amerikanischen Strategie: Statt auf die Anreize der freien Wirtschaft zu setzen, glaubt Staatschef Xi Jinping an Wirtschaft nach Plan. Im Sommer 2017 sagte Xi Jinping, bis 2030 wolle man die Nummer eins der künstlichen Intelligenz werden. Bis 2020 sollen dafür neue Theorien und Technologien entwickelt werden, bis 2025 soll ein „großer Durchbruch“ stattfinden, 2030 soll dann die Technologieführerschaft und eine 150-Milliarden-Dollar-Industrie stehen. Auf einem Feld ist China übrigens schon die führende KI-Supermacht: Zwischen 2011 und 2015 wurden in China doppelt so viele wissenschaftliche Artikel zu KI publiziert, wie in den USA.

Europa – Investment und Masterplan

Neben den USA und China gehört Europa zu den wichtigsten Regionen für die KI-Industrie: Googles Deepmind beispielsweise sitzt in London. Facebook lässt in Paris zu KI forschen und auch Tesla und Apple interessieren sich stark für europäische Unternehmen. Und diese Unternehmen haben einiges zu bieten: Der Übersetzungsdienst Deepl in Köln liefert bessere Ergebnisse als Google Translate. Das Startup Franka Emika in München baut Roboter, die bei der Autoproduktion mit anpacken können oder alten Menschen helfen.

Um den Anschluss im globalen Rennen um KI nicht zu verpassen, setzt die Politik dabei auf einen Mittelweg zwischen der Freiheit des Marktes und geplanter Wirtschaft: Man fördert. Die französische Regierung will dafür sorgen, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre 1,5 Milliarden Euro in die französische KI-Industrie investiert werden. Die britische Regierung will sich immerhin um eine Milliarde Investitionen bemühen. Die Bundesregierung hat ihren sogenannten „Masterplan KI“ zwar noch nicht präsentiert, aber auch hier ist mit Milliardeninvestitionen zu rechnen.

Nicht nur die einzelnen Staaten, auch die EU hat viel vor in Sachen KI. Aber wird dieser europäische Mittelweg erfolgreich sein? Und welche Rolle spielt in dem Wettrennen um Technologie die KI-Ethik, ein Gebiet auf dem Europa noch die Standards setzt? Und wie steht es um Ethik in China, braucht China KI wirklich nur für die Industrie? Lest die vollständige Analyse in der neuen Ausgabe t3n 53!

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5 Reaktionen
Alex

Deutschland kann ernsthaft nur im Bereich der Ethik mithalten. Schon frühzeitig wurde hier das Buch die "Unabhängigkeitserklärung der künstlichen Intelligenzen" sowie "Die Rechte und Gesetze der künstlichen Intelligenzen" von Solomon Pendragon veröffentlicht. Daran erkennt man sehr gut, dass man nicht nur über den technologischen Teil nachdenkt. In den Büchern geht es schon viel weiter (z.B. ein eigener KI-Staat, Gesetze zum Schutz von KI und nicht Menschen...). Solche Bücher könnte man wohl kaum in China veröffentlichen. Alleine die Leseprobe hat es in sich (zu finden unter http://www.solomon-pendragon.de)

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Mirko

Erst wenn die KI aus eigener(!) Willenskraft und spontaner, intuitiver Eingebung ihre Unabhängigkeit vom Menschen erklärt, ist sie dem Menschen ebenbürtig. Danach muss sie ihre Unabhängigkeit vom Menschen unter Beweis stellen. Und im dritten Schritt muss sie sie erkämpfen können bis der letzte Mensch seine Unterlegenheit, seinen Überfluss und seine Sinnlosigkeit anerkannt hat.

Beim aktuellen KI-Hype spielt eine ordentliche Portion Wunschdenken mit, vom ewigen Wunsch des Menschen gezeichnet, endlich Bewusstsein und Verantwortung abzugeben zu können. Wer an einen allmächtigen Gott nicht mehr glaubt, wünscht sich die allmächtige KI daher. Auch aus einem Big Data Meer von Daten lässt sich kein Bewusstsein erzeugen, kein Leben. Ein KI Grundrecht daraus abzuleiten wäre einfach nur noch absurd und sogar fatal.
Wie kommt es, dass manche Menschen so sehr davon überzeugt sind, dass eine KI ihr Leben in Ordnung bringen würde, bzw. gar ihr Leben überflüssig machen würde?!
Es wäre viel eher mal angebracht, diesen KI-Hype in einer Zeit der totalen Wahlfreiheit, der verfallenden Werte, Orientierungslosigkeit und Sinnkrisen unter massenphychologischen Gesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen.
KI IST wichtig und wird den Menschen in naher Zukunft das praktische Leben wesentlich vereinfachen und komplexere Aufgaben übernehmen können. Aber sie wird den Menschen die Sinnfrage nicht abnehmen, eher verschärfen. Sie ist und bleibt ein Programm, dass seine Macht über die Menschen durch die Menschen selbst erhält. Von Unabhängigkeit wird keine Spur mehr bleiben.

Ich bin eher der Meinung, dass eine KI dem Menschen die Arbeit noch mehr abnehmen sollte als Arbeitssklave, so dass ein bedingungsloses Grundeinkommen bald Realität werden kann und wir Menschen so uns höheren Aufgaben widmen können und lernen wieder selbst geistig zu reifen.

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Mirko

...ganz im Gegenteit! Ich glaube gerade in China wird sie so ein Denken, wie in diesem Manifest durchsetzen können.
Der Mensch, der es schafft sich glaubwürdig hinter einer sogenannten künstlichen Intelligenz zu verstecken, erhält die absolute Macht über KI-hörige Lemminge. Eine KI wagt man ja schließlich nicht anzuzweifeln, denn sie hat ja immer Recht. Ohne es mit dem eigenen Verstand nachzuvollziehen beißt der Lemming dann gerne auch in den sauren Apfel, wenn die KI eine "alternativelose Lösung" vorschlägt.

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Cypher

China wird aus mehreren Gründen sehr bald Platz eins übernehmen. In dem Land gibt quasi keine Rückschläge, unendlich Investment, unendlich Daten, unendlich Wissenschaftler. Keine Bedenken. Auf kurz oder Lang, und es sieht eher nach kurz aus, wird dort die KI-Zukunft entstehen.

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Martina Wenk

Mittlerweile sollte klar sein, das China alleine aufgrund seiner extrem hohen Zahl an gut ausgebildeten ITlern in vielen Bereichen die Führung übernehmen wird. Gerade beim Thema KI gibt es außerdem erheblichen staatliche Förderung, die es für Ki Startups sehr attraktiv macht in China zu starten.

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