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Wework: Nach Übernahme durch Softbank müssen 4.000 Mitarbeiter gehen

Wework-Coworking im Sony Center in Berlin. (Bild: Wework)

Softbank macht nach der Übernahme der angeschlagenen Coworking-Firma Wework in puncto Restrukturierung Ernst. Einem Medienbericht nach will der Tech-Investor 4.000 Mitarbeiter entlassen.

Nach der Rettung des angeschlagenen Coworking-Startups Wework durch eine Finanzspritze in der Höhe von 9,5 Milliarden US-Dollar geht der japanische Technologieinvestor offenbar umgehend dessen Restrukturierung an. Wie die Financial Times unter Berufung auf Firmeninsider berichtet, sind massive Stellenkürzungen geplant. Rund 4.000 Mitarbeiter, das entspricht fast einem Drittel der Wework-Belegschaft, müssen demnach gehen, wie Golem schreibt.

Wework: Rückzug aus Teilen Asiens und Lateinamerikas

Allerdings gehört zu dem Stellenkürzungsplan wohl auch, rund 1.000 Arbeiter wie Reinigungskräfte in eine eigene Firma auszulagern. Ein weiteres Ziel ist es, sich stärker auf Regionen wie die USA, Europa und Japan zu konzentrieren und sich aus anderen Teilen der Welt, etwa China, Indien und Teilen Lateinamerikas zurückzuziehen. Die Auslastung der Büroflächen, die zuletzt auf unter 80 Prozent gesunken war, soll in den wichtigen Märkten auf 90 Prozent angehoben werden.

In einem Schreiben an die Wework-Mitarbeiter, das der Financial Times vorliegen soll, habe der von Softbank installierte neue Wework-Chef Marcelo Claure angekündigt, das Unternehmen richtig dimensionieren zu müssen. Das solle dazu beitragen, einen positiven Cashflow und eine positive Rentabilität zu erzielen. Das gehe freilich nicht ohne Entlassungen, so Claure. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, hat der Wework-Chef in dem Memo aber nicht erwähnt.

Wework-Mitarbeiter nicht erfreut über goldenen Handschlag

Wenig überraschend sind die Wework-Mitarbeiter laut dem Zeitungsbericht nicht sehr erfreut über den goldenen Handschlag, mit dem Mitgründer und Ex-CEO Adam Neumann der Abschied versüßt wurde. Neumann soll 1,7 Milliarden Dollar bekommen haben, inklusive einer sogenannten Beratergebühr in der Höhe von 185 Millionen Dollar. Darüber herrsche im Unternehmen viel Unmut, wie ein ehemaliger Mitarbeiter der Financial Times gesagt hat.

Wework und Softbank haben sich zu dem Zeitungsbericht und den möglichen Entlassungen bisher nicht geäußert. Klar ist aber, dass Softbank große Anstrengungen unternehmen muss, um das Ruder herumzureißen. In der ersten Hälfte dieses Jahres hat Wework bei einem Umsatz von 1,54 Milliarden Dollar mehr als 900 Millionen Dollar Verlust eingefahren. Der Wert des noch zu Jahresbeginn 47 Milliarden Dollar schweren Startups ist mit der Softbank-Übernahme auf acht Milliarden Dollar zusammengeschrumpft.

t3n meint:

An die alte Pokerregel, auch einmal etwas mit Verlust loszulassen, bevor man alles verliert, hält sich Softbank nicht. Der japanische Investor hat viele Milliarden in das US-Startup gepumpt und will offenbar nicht hinnehmen, dass das ganze Geld futsch sein könnte. Hartnäckig wird Softbank jetzt versuchen, das Ruder herumzureißen und Wework profitabel zu machen. Dann winkt vielleicht doch noch ein milliardenschwerer Exit über einen Verkauf oder Börsengang. Ob das Vorhaben aufgeht, ist aus jetziger Sicht aber mehr als fraglich.

Jörn Brien

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