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Backdoor oder Bug? Wirbel um angebliche Whatsapp-Hintertür

(Foto: dpa)

Whatsapps Ende-zu-Ende-Verschlüsselung lässt sich umgehen. Handelt es sich dabei um eine absichtlich eingebaute Hintertür?

Whatsapp: Facebook-Tochter kann theoretisch eure verschlüsselten Nachrichten mitlesen

Unter großem Tamtam hatte Whatsapp im April 2016 ein Verfahren zur Verschlüsselung von Nachrichten eingeführt. Damals hieß es dazu im Firmenblog: „Niemand kann in diese Nachricht schauen. Keine Hacker. Keine unterdrückenden Regimes. Nicht einmal wir.“ Das ist so allerdings nicht korrekt, wie der deutsche Sicherheitsexperte Tobias Boelter schon im April 2016 in einem Blogbeitrag aufzeigte.

Das Problem besteht darin, dass Whatsapp einmal versendete Nachrichten erneut verschickt, wenn dem Absender zwischenzeitlich ein neuer öffentlicher Schlüssel des Empfängers mitgeteilt wird. In dem Fall ist aber nicht mehr sichergestellt, dass der Adressat wirklich dieselbe Person ist. Nutzer können sich eine Warnung anzeigen lassen, wenn sich der Schlüssel des Empfängers ändert, dann wurde die Nachricht aber bereits neu verschlüsselt und wiederversendet. Außerdem muss das explizit im Menü der App aktiviert werden.

Haben die Whatsapp-Macher eine Hintertür in den Messenger eingebaut? (Foto: Shutterstock / dennizn)
Haben die Whatsapp-Macher eine Hintertür in den Messenger eingebaut? (Foto: Shutterstock / dennizn)

Nutzt Whatsapp das Verhalten um heimlich Nachrichten abzufangen?

Durch die Art und Weise wie Whatsapp mit verschlüsselten Nachrichten verfährt, könnte die Facebook-Tochter die Mitteilungen theoretisch mitlesen oder an staatliche Akteure übermitteln. Der britische Guardian, der Boelters Entdeckung aufgegriffen hat, bezeichnet den gefährlichen Umgang mit den eigentlich verschlüsselten Nachrichten sogar als Hintertür. Einen Beweis dafür, dass Whatsapp die Vorgehensweise absichtlich zum Mitlesen verschlüsselter Nachrichten gewählt hat, gibt es allerdings nicht.

Ein Whatsapp-Sprecher verteidigt die Vorgehensweise im Gespräch mit dem Guardian damit, dass Nutzer in einigen Regionen der Welt sehr häufig ihre SIM-Karte und ihr Gerät wechseln. „In diesen Situationen wollen wir sicherstellen, dass die Nachrichten der Menschen übertragen werden“, sagte der Sprecher.

„Whatsapp gewährt Regierungen keine ‚Hintertür‘ in seine Systeme und würde jede Regierung bekämpfen, die die Erstellung einer Hintertür fordert“, sagte ein Whatsapp-Sprecher auf Anfrage von t3n. Die Design-Entscheidung, auf die in dem Guardian-Artikel Bezug genommen wird, schütze „Millionen Menschen davor, dass ihre Nachrichten verloren gehen.“ Zudem biete Whatsapp Nutzern Sicherheitsbenachrichtigungen, um sie über potenzielle Sicherheitsrisiken zu informieren. „Whatsapp hat ein technisches Whitepaper über das Verschlüsselungs-Design veröffentlicht und war transparent im Umgang mit den erhaltenen Regierungsanfragen, indem diese im Facebook Government Requests Report veröffentlicht wurden“, sagte der Sprecher weiter.

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Eine Reaktion
Frank

Neiiin, wie konnte das nur passieren?
Schon mal was von Patriot Act gehört oder von Geheimgerichten?

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