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Ratgeber

Whatsapp Business: Ist der kommerzielle Einsatz jetzt endlich erlaubt?

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Du brauchst immer eine Einwilligung!

Ab dem 25. Mai 2018 findet die Datenschutzgrundverordnung Anwendung! Sowohl nach dieser als auch nach dem aktuell geltenden BDSG ist grundsätzlich eine Einwilligung des Betroffenen für eine rechtmäßige Datenverarbeitung erforderlich, sofern keine anderen Erlaubnistatbestände greifen. Die Einwilligung ist vom werbenden oder mit dem Kunden kommunizierenden Unternehmen und nicht von Whatsapp einzuholen. Dies ist Folge der einwilligungsbedürftigen Verarbeitung personenbezogener Daten (zum Beispiel der Telefonnummer), die bei Nutzung von Whatsapp zur Kundenkommunikation erfolgt. Liegt keine Einwilligung des Betroffenen vor, so müssen die Interessen des Unternehmens, das Whatsapp für die Kundenkommunikation nutzt, diejenigen des Kunden überwiegen. Im Vergleich zur bisherigen Rechtslage nach dem BDSG ist eher davon auszugehen, dass die Interessenabwägung zugunsten des mittels Whatsapp werbenden Unternehmens ausfällt, da die Direktwerbung in der DSGVO ausdrücklich als berechtigtes Unternehmensinteresse anerkannt ist.

Insgesamt muss die Datenverarbeitung nach der DSGVO jedoch transparenter als bisher erfolgen und dem Kunden in einer einfachen und verständlichen Sprache dargelegt werden, dies gilt zum Beispiel auch für die Interessenabwägung selbst.

Werden Daten pseudonymisiert erhoben, so ist die Datenverarbeitung bereits gemäß § 15 Abs.3 TMG gerechtfertigt. Eine Pseudonymisierung kann nur dann erfolgen, wenn Metadaten wie die Telefonnummer nicht beim verantwortlichen Unternehmen angezeigt werden. Dies ist vor allem beim Einsatz von Drittdienstanbietern wie Whappodo gewährleistet. Diese sind unter anderem darauf spezialisiert die Metadaten auf eigenen Servern zwischenzuspeichern und die dadurch „gereinigten“ pseudonymisierten Daten an das Unternehmen weiterzuleiten.

Whatsapp-Nachricht = unzumutbare Belästigung?

Unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten sind Whatsapp-Nachrichten wie elektronische Post zu behandeln. Ebenso wie für E-Mails gilt damit, dass auch insoweit eine Einwilligung des Nutzers vorliegen muss, damit etwa das Versenden von Service-Nachrichten nicht gegen das Verbot unzumutbarer Belästigung verstößt.

Um auch den Erstkontakt mit dem Nutzer rechtmäßig zu gestalten, ist Unternehmen zu empfehlen die Einwilligung mittels eines Links außerhalb eines Whatsapp-Chats, zum Beispiel auf der eigenen Homepage, einzuholen.

Achtung Datenschutz: Wer haftet für Verstöße?

Im Datenschutzrecht wird zwischen unterschiedlichen Haftungsmodellen unterschieden, wenn mehr als zwei Parteien beteiligt sind. Aktuell wird darüber diskutiert, ob für datenschutzrechtliche Verstöße durch Whatsapp auch das kommunizierende Unternehmen haften kann. In Betracht kommt hierfür das Modell der Störerhaftung, wonach derjenige haftet, der eine Gefahr für eine Rechtsverletzung geschaffen, diese aber nicht selbst begangen haben muss. Zudem kann Whatsapp als sogenannter Auftragsdatenverarbeiter des Unternehmens angesehen werden. Auch in diesem Fall haftet das verantwortliche Unternehmen, allerdings nur dann, wenn es Whatsapp konkrete Weisungen erteilt, wovon im Normalfall nicht auszugehen ist.

Fazit und Ausblick

Whatsapp Business stellt die nächste Stufe der sich schon seit längerem anbahnenden Entwicklung von Whatsapp als Business-Tool dar. Gelingt es Whatsapp, die Risiken für Unternehmen technisch zu minimieren, könnten sich gerade für kleinere Unternehmen erhebliche Spielräume auftuen. Es bleibt abzuwarten, ob Whatsapp auch für größere Unternehmen mit einer entsprechenden Variante nachzieht.

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