News

Whistleblower: USA müssen Verbraucher vor Datenhunger der Tech-Konzerne schützen

(Foto: TY Lim/ Shutterstock)

Der hinter der Aufdeckung des Cambridge-Analytica-Skandals stehende Whistleblower sieht die USA in puncto Datenschutz auf chinesische Verhältnisse zusteuern – Grund seien die großen Tech-Konzerne.

Christopher Wylie hatte im Frühjahr 2018 die Aufdeckung des Cambridge-Analytica-Skandals ins Rollen gebracht. Die Informationen des Kanadiers, der früher selbst für die Analysefirma gearbeitet hatte, sorgten mit dafür, dass die US-Handelskommission FTC Facebook im Sommer zur Zahlung von fünf Milliarden US-Dollar verdonnerte. Jetzt warnt Wiley davor, dass die USA beim Datenschutz von Verbraucherdaten auf chinesische Verhältnisse zusteuere. Verantwortlich seien demnach aber weniger der Staat als vielmehr die großen Tech-Konzerne, wie CNBC schreibt.

Regulierung beim Datenschutz verbesserungswürdig

Cambridge Analytica hatte zwar wenige Monate nach der Aufdeckung des Skandals Insolvenz anmelden müssen, Wylie zufolge könnten die von dem Unternehmen verwendeten Strategien aber jederzeit anderswo ausgenutzt werden. Daher müsste die Regulierung beim Datenschutz drastisch verbessert werden, wie der Whistleblower forderte. Möglich sei etwa, dass China oder Nordkorea das nächste Cambridge Analytica werden könnten.

Social-Media-Unternehmen sollten, so Wylie, mindestens so stark reguliert werden, wie etwa Wasserversorger oder Stromanbieter. Bisher stünden Firmen im Fokus der Behörden, die aufgrund ihrer entscheidenden Bedeutung für die Wirtschaft und das Leben der Menschen besonders wichtig seien. Bei diesen Konzernen gelte, dass die Bedürfnisse der Verbraucher an erster Stelle stünden. Sie könnten zwar auch noch Gewinne machen, aber müssen die Rechte und die Sicherheit der Menschen voranstellen. Das solle laut Wylie auch für Tech-Firmen gelten.

Nur, weil nicht der Staat, sondern ein oder zwei große Konzerne die Menschen überwachen und alles tracken, was sie tun, heiße das nicht, dass das keine schädlichen Auswirkungen haben könne. Facebook und andere Social-Media-Konzerne sollten so reguliert werden, dass auch bei ihnen der Verbraucherschutz die höchste Priorität hat. Dass Wylie sich mit der Regulierungsforderung an die Öffentlichkeit wendet, hat sicher auch den Grund, auf seine in dieser Woche erschienenen Memoiren „Mindf*ck: Inside Cambridge Analytica’s Plot to Break the World“ hinzuweisen.

Facebook im Visier von Behörden und Politik

Cambridge Analytica soll sich über einige Jahre hinweg Zugriff auf Millionen Facebook-Profile verschafft haben. Mit den so gewonnenen Daten hat die Analysefirma wohl versucht, Wahlen zu beeinflussen. Rund 87 Millionen Menschen sollen davon betroffen gewesen sein, ohne davon gewusst zu haben. Facebook hatte sich im Sommer wegen entsprechender Verstöße gegen den Datenschutz mit der FTC auf die Zahlung von fünf Milliarden Dollar geeinigt. Der Konzern steht aber weiter im Fokus der Kritik. Einige Marktbeobachter und Politiker haben schon die Zerschlagung gefordert.

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung