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Whois am Ende: Domain-Auskunft in jetziger Form fällt der DSGVO zum Opfer

ICANN-Präsident Göran Marby. (Foto: ICANN)

Whois in der derzeitigen Form entspricht nicht der Datenschutz-Grundverordnung. Wie eine angepasste Variante der Domain-Auskunft aussehen könnte, bleibt unklar, denn ICANN hat die Übergangsfrist von zwei Jahren weitestgehend verschlafen.

Die öffentliche Whois-Domain-Datenbank wird es bald nicht mehr in ihrer jetzigen Form geben, da sie gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt, die ab dem 25. Mai 2018 innerhalb der EU verpflichtend anzuwenden ist. Eigentlich hatte auch die dafür zuständige Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) zwei Jahre Zeit, Whois an die DSGVO anzupassen. Genutzt hat die US-amerikanische Organisation die Zeit allerdings nicht.

Erst vor einem halben Jahr hat die ICANN Schritte unternommen, um die Basis für eine DSGVO-konforme Whois-Datenbank zu schaffen. In einem Brief hat die dafür zuständige EU-Beratungsgruppe ICANN jetzt dafür kritisiert, dass ihr Vorschlag für eine Übergangslösung nach wie vor nicht im Einklang mit der DSGVO stehe. ICANN hat nur noch wenige Wochen Zeit, um das jahrzehntealte System, das persönliche Daten von Domain-Inhabern enthält, entsprechend der europäischen Gesetzeslage anzupassen. Dass die Organisation das hinbekommt, ist nahezu ausgeschlossen.

ICANN warnt vor Whois-Fragmentierung und fordert Ausnahmeregelung

In einem öffentlichen Statement warnt ICANN davor, dass es zu einer Fragmentierung der Whois-Datenbank kommen könne. Davon könnten, so die Organisation, dann nicht zuletzt auch Cyber-Kriminelle profitieren. Um das zu verhindern, fordert die ICANN eine Ausnahme von der DSGVO. „Wir prüfen alle verfügbaren Möglichkeiten, einschließlich rechtlicher Schritte in Europa, um auch weiterhin diese wichtige globale Informationsressource koordinieren zu können“, erklärt ICANN-Präsident Göran Marby.

Es bleibt vollkommen unklar, wie es mit Whois weitergeht. Am Ende könnte es auch weiterhin eine öffentliche Datenbank von Domain-Inhabern geben. Denn mit der entsprechenden Begründung ist das auch nach der DSGVO durchaus legal – genau die konnte ICANN bislang jedoch nicht liefern. Auch eine Ausnahmegenehmigung dürfte die Organisation höchstwahrscheinlich nicht bekommen. Mit Sicherheit lässt sich derzeit nur sagen, dass Whois in der jetzigen Form bald nicht mehr existieren wird.

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2 Reaktionen
H0wkeye

Ich finde die Formulierung: "Domain-Auskunft in jetziger Form fällt der DSGVO zum Opfer " etwas sehr missverständlich. Tatsächlich fällt die Whois Domainabfrage wohl eher der Lethargie, Verantwortungslosigkeit und Arroganz der ICANN-Leitung zum Opfer.

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Marcel von Trancefish.de

Ist es nicht sogar so, dass auch die DSGVO vorsieht, dass für "notwendige Dinge" Daten gespeichert werden und auch dargestellt werden dürfen. Beispielsweise ist ja die Frage nach der Konfession eines Arbeitnehmers prinzipiell erstmal verboten, für Steuer-Krams ist das aber legitim. Ebenso die Frage nach der Bankverbindung (weil sonst gibt's kein Geld)

So ähnlich müsste es doch auch bei Domain-Zeugs sein.

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