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WikiLeaks veröffentlicht 251.287 vertrauliche Telegramme

WikiLeaks veröffentlicht 251.287 vertrauliche Telegramme und Julian Assange steht als Gründer der Enthüllungsplattform in der Kritik der USA (Foto: New Media Days, Flickr.com).

Wie zuvor angekündigt hat die Enthüllungsplattform WikiLeaks gestern Abend damit begonnen über 250.000 teils geheime Depeschen aus den Botschaften der USA zu veröffentlichen. In Zusammenarbeit mit einigen internationalen Medien werden so in den nächsten Tagen Auszüge von Telegrammen in die Öffentlichkeit getragen, deren Inhalte zwischen peinlich und brisant einzustufen sind. Nach den geheimen Militärberichten aus dem Irak und aus Afghanistan wird die USA abermals von WikiLeaks bloßgestellt.

Die Weltansicht der USA enthüllt

Als besonders peinlich für die US-Regierung werden bei den Enthüllungen die Einschätzungen zu internationalen Spitzenpolitikern angesehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt dabei nicht gut weg. Sie sei wie „Teflon“, scheue das Risiko und sei selten kreativ. Auch andere deutsche Spitzenpolitiker wurden nicht gerade positiv beurteilt. So wird Guido Westerwelle beispielsweise als inkompetent, eitel und amerikakritisch eingestuft. Die US-Diplomaten bemühen sich nun zerbrochenes Glas wieder zu kitten und sich für die Veröffentlichungen zu entschuldigen, doch ein fader Beigeschmack wird sicher zurückbleiben.

DDoS-Attacke auf WikiLeaks

Wenige Stunden vor der geplanten Veröffentlichung wurde die Plattform von WikiLeaks zum Ziel einer „Distributed Denial of Service“ Attacke (DDoS), die die Website kurzfristig lahm legte. Mittlerweile ist die Seite aber wieder erreichbar, allerdings sind dort aktuell noch keine der 251.287 Depeschen zu finden. Wer hinter dem Angriff steckt ist unklar. Feinde dürfte sich WikiLeaks und dessen Gründer Julian Assange aber nicht nur bei den US-Diplomaten gemacht haben. So überprüft beispielsweise auch die Polizei in Australien, ob Assange mit der jüngsten Veröffentlichung australische Gesetze gebrochen habe. Assange wurde in Australien geboren und besitzt nach wie vor die australische Staatsbürgerschaft.

WikiLeaks veröffentlicht 251.287 vertrauliche Telegramme und Julian Assange steht als Gründer der Enthüllungsplattform in der Kritik der USA (Foto: New Media Days, Flickr.com).

Weiterführende Links:

Bildnachweis: Foto von New Media Days auf Flickr. Lizenz: CC BY

[Update 02.12.2010: Amazon verbannt WikiLeaks von seinen Servern]

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4 Kommentare
Dieter Petereit
Dieter Petereit

Ich als alter Spiegel-Abonnent war ziemlich früh informiert. So baute sich eine Spannung auf, die sich im Nachhineinn als völlig ungerechtfertigt erwies. Mein Bericht: http://www.blogmanufaktur.de/2010/11/29/wikileaks-viel-geraeusch-um-wenig-substanz/

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vkdherzhaft

Interessant sind eher die psychologischen Implikationen des ganzen Aufruhrs, ich habe die Mal auf meinem Blog unter dem Titel “Die peinliche Wahrheit – oder was die Meister des Verblümens wirklich denken” skizziert. Dabei kommt der Modebegriff “fremdschämen” zu neuen Ehren.

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