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Windows-10-Chaos in Bundesbehörden: Warum niemand weiß, wie viele PCs betroffen sind

Obwohl Microsoft den Support für Windows 10 beendet hat, läuft das alte System auf vielen Geräten der Bundesverwaltung weiter. Je länger der Umstieg herausgezögert wird, desto teurer könnte es werden.

Von Noëlle Bölling
2 Min.
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In der Bundesverwaltung laufen viele Rechner noch auf Windows 10. (Foto: Shutterstock/DIY 13)

Microsoft hat den Support von Windows 10 zum 14. Oktober 2025 eingestellt. Trotzdem läuft das veraltete Betriebssystem noch immer auf zahlreichen Computern – auch in der Bundesverwaltung. Wie Netzpolitik berichtet, ist bislang nicht klar, bis wann der Wechsel zu Windows 11 abgeschlossen sein soll.

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Bundesverwaltung zögert Wechsel hinaus

Obwohl das Update auf Windows 11 schon lange angekündigt war, haben viele Nutzer:innen den Umstieg bis heute verweigert. Im September hatte das veraltete System in Deutschland noch immer einen Marktanteil von über 51 Prozent, wie Daten von Statcounter belegen. Dabei warnt sogar das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass die Nutzung eines veralteten Betriebssystems mit einem hohen Risiko für die Cybersicherheit verbunden ist. Nora Kluger, Expertin für digitalen Verbraucherschutz beim BSI, sagt: „Ein Betriebssystem weiterhin zu nutzen, für das es keine Sicherheitsupdates mehr gibt, öffnet Angreifern Tür und Tor.“

Ein Grund für die Verweigerung ist, dass Windows 11 hohe Anforderungen an die Hardware stellt und ältere Computer deshalb massenhaft ausgetauscht werden müssen. Daran scheint aktuell auch die Bundesverwaltung zu scheitern. Sascha H. Wagner ist Bundestagsabgeordneter der Linkspartei und Mitglied im Haushaltsausschuss. Er hat beim Bundesministerium der Finanzen (BMF) nachgefragt, wie viele Rechner noch mit Windows 10 betrieben werden. Ebenso wollte er wissen, was die Umstellung auf Windows 11 voraussichtlich kosten und bis wann sie umgesetzt sein wird. Die Antwort des BMF fiel ernüchternd aus: Die Zahlen würden nicht gesammelt vorliegen, hieß es im nicht-öffentlichen Antwortschreiben. Das zuständige Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) müsse erst „umfangreiche Erhebungen“ vornehmen.

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Der nötige Überblick fehlt bislang

Das Ziel: Bundesbehörden sollen künftig einen transparenten Überblick über bestehende Softwarelizenzen erhalten. Ausgelöst wurde das Vorhaben unter anderem durch die wiederholte Kritik des Bundesrechnungshofs, der die fehlende Transparenz zwischen den Behörden bemängelt hatte. Dadurch würden Softwarelizenzen häufig nicht effizient genutzt. Ein gemeinsamer Einblick in Einkaufskonditionen und Vertragsdetails könnte nicht nur den Austausch von Lizenzen erleichtern, sondern auch die Verhandlungsposition der Behörden gegenüber Anbietern stärken.

Trotzdem wurde die geplante zentrale Koordinierungsstelle bislang nicht umgesetzt. Das Bundesfinanzministerium (BMF) begründet dies mit fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen. Zwar haben Behörden inzwischen die Möglichkeit, mithilfe eines Verwaltungstools ein rechtssicheres und wirtschaftliches Lizenzmanagement einzurichten, eine Verpflichtung dazu besteht allerdings nicht. Anstelle der ursprünglich geplanten Zentralstelle will das BMDS jetzt einen übergreifenden Datenpool schaffen. In dieser neuen Plattform sollen künftig auch die Lizenzinformationen aller Bundesbehörden zusammengeführt werden, wie das BMF mitteilt.

So viel kostet der verspätete Wechsel

Die Bundesverwaltung scheint angesichts des Endes von Windows 10 keinerlei Zeitdruck zu verspüren. Ein Grund dafür könnte sein, dass Microsoft unter bestimmten Voraussetzungen auch weiterhin Updates zur Verfügung stellt. Allerdings sind die erweiterten Sicherheitsupdates (ESU) für Unternehmen und Behörden mit zusätzlichen Kosten verbunden. Wer die vollen drei Jahre ausnutzt, zahlt laut Heise rund 400 Euro plus Mehrwertsteuer pro Gerät. Der Linken-Politiker Wagner kritisiert das und betont, dass es darum gehen sollte, „die Abhängigkeit und die explodierenden Kosten für Microsoft-Produkte“ zu verringern.

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