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Windows 10? Fehlanzeige! Darum nutzt Wladimir Putin noch Windows XP

Windows XP: Computer auf dem Schreibtisch von Wladimir Putin. (Bild: Kreml)

Auf dem Computer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml-Büro läuft noch die veraltete Betriebssystemversion Windows XP. Und das hat natürlich einen Grund.

Vor über 18 Jahren hat Microsoft Windows XP auf den Markt gebracht. Vor mehr als fünf Jahren endete der Support für die populäre Betriebssystemversion. Seitdem gab es nur eine Handvoll kritischer Sicherheitsupdates, etwa wegen der Wannacry-Attacke 2017. Dennoch nutzen noch 2,3 Prozent der Internetnutzer weltweit laut Netmarketshare das veraltete System – darunter der russische Präsident Wladimir Putin. Das belegen offizielle Fotos aus dem Kreml und dem Amtssitz des Präsidenten in Nowo-Ogarjowo, wie die Plattform Open-Media herausgefunden hat.

Windows XP erfüllt russische Sicherheitsanforderungen

Obwohl es zunächst etwas seltsam klingen mag, sind Sicherheitsbedenken der Grund für den Einsatz der mittlerweile stark veralteten Windows-Version. Denn Windows XP ist das bisher letzte Betriebssystem von Microsoft, das eine offizielle Sicherheitsfreigabe der russischen Geheimdienste bekommen hat. Das heißt, nur mit Windows XP, nicht aber mit den Nachfolgern Windows 7 oder Windows 10, dürfen in russischen Behörden streng geheime Dokumente geöffnet werden. Windows 10 darf nur auf Rechnern eingesetzt werden, auf denen keine Staatsgeheimnisse zu finden sind.

Schon länger arbeitet Russland daran, sich von westlichen IT-Diensten unabhängig zu machen. Aktuelles Beispiel sind die fortgeschrittenen Tests, ein eigenes, weitgehend abgeschottetes Internet, Runet, zu etablieren. In puncto Betriebssystem setzen russische Behörden auf eine Eigenentwicklung, Astra Linux. Dieses System ist zertifiziert und erlaubt das Verarbeiten von Dokumenten aller Geheimhaltungsgrade, wie Open-Media schreibt. Nur: Astra Linux ist trotz anders lautender Pläne noch längst nicht in der Mehrzahl der Büros von Kreml und Co. im Einsatz. Nachfragen dazu hat Präsidentensprecher Dimitrij Peskow nicht beantwortet.

Putin: Kein Smartphone, aber Windows XP

Ob Windows XP für den Computer des russischen Präsidenten eine Bedrohung ist, oder gerade nicht, ist selbst für Experten schwer einschätzbar. Putin gilt als Verweigerer moderner technischer Geräte. Er soll etwa nur selten im Internet unterwegs sein, das er einmal – nicht ganz zu Unrecht – als CIA-Projekt bezeichnet haben soll. Auch soll er kein Smartphone oder Handy besitzen. Dabei hatte der russische Telekomkonzern Rostelekom vor einigen Monaten mit Aurora ein auf Sailfish OS basierendes eigenes mobiles Betriebssystem vorgestellt.

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Ein Kommentar
Luise
Luise

Russland führt zuminestens in vielen Bereichen Astra Linux ein um sich nicht zu sehr von US Konzernen abhängig zu machen. Für mich sieht es übrigens eher aus wie Windows 7 aus was da Putin auf seinen Bildschirm hat….aber vielleicht muss ich mir noch mal ein Film von Oliver Stone anschauen, als der bei Putin im Office gewesen ist.

Beim Bundesnachrichtendienst benutzt man übrigens immer zwei PCs einer ist immer Offline und ist nicht vernetzt. Ich denke Putin benutzt ihn Offline um mal ein USB Stick mit Daten einzulesen….Fotos, PDFs und Fanpost aus aller Welt.

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