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Windows 10: Microsoft Edge übernimmt ungefragt Daten anderer Browser

Microsoft Edge: Zwangsverteilung hat begonnen. (Bild: Microsoft)

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Microsoft hat begonnen, seinen Edge-Browser auf Windows-10-Geräten per Update zu installieren. Im Zuge des Prozesses kommt es offenbar zur ungefragten Datenübernahme aus anderen Browsern. Das sorgt für Verärgerung.

Wie angekündigt, verteilt Microsoft den neuen Edge-Browser nun per Windows-Update automatisch auf den Rechnern der Nutzer. Dabei geht der Softwarehersteller offenbar gewohnt offensiv vor, um Windows-Nutzer vom Wechsel zu Edge zu überzeugen.

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Bildschirmfüllende Edge-Präsentation ohne Abbruchmöglichkeit

Auf Reddit beschwerten sich Nutzer über die Zwangstour durch Edge, die ihr Rechner nach dem durch das Update erzwungenen Neustart initiierte und die sich dem Vernehmen nach nur durch das Beenden des Prozesses durch den integrierten Task-Manager abbrechen ließ. Ansonsten hätte sie Schritt für Schritt durchlaufen werden müssen.

In dem Thread fallen die Begriffe „hinterhältig“, „Trickserei“ und „Irreführung“ im Zusammenhang mit der bildschirmfüllenden, nicht ohne Weiteres zu schließenden Edge-Einführungstour. Nutzer mutmaßen, nur so könne Microsoft Browser-Marktanteile sichern.

Microsoft kopiert Browserdaten erst, fragt dann um Erlaubnis

Diesem Eindruck will der Hersteller offenbar auch gar nicht entgehen. Denn wie sich herausstellt, kopiert der Edge-Browser im Zuge seiner Erstinstallation ungefragt Daten wie Lesezeichen und Favoriten aus anderen auf dem jeweiligen System installierten Browsern. Zwar fragt der Browser am Ende des Prozesses den Nutzer, ob er das tatsächlich möchte, hat es aber zu diesem Zeitpunkt bereits getan.

Entscheidet sich der Nutzer doch noch dagegen, werden die bereits übernommenen Daten offenbar wieder gelöscht. Richtiger wird die Verfahrensweise dadurch allerdings nicht. Manch ein Reddit-Nutzer reagierte brachial und schloss den Dialog mit dem Task-Manager. In diesen Fällen gab Edge die übernommenen Browserdaten jedoch nicht wieder her. Das mag am nicht ordnungsgemäß abgeschlossenen Update-Prozess liegen. Dennoch hätte Microsoft nicht bereits vor der Zustimmung Daten kopieren dürfen.

Der Vorfall bestätigt erneut das in vielen Köpfen entstandene Bild eines datensammelwütigen US-Konzerns, der in der Vergangenheit zudem immer wieder wegen seiner ausgesprochen ausgeprägten Telemetrie-Aktivitäten aufgefallen war.

Passend dazu: Neuer Edge-Browser: Microsoft bereitet den Launch vor

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2 Kommentare
spoxbox
spoxbox

kann ich nur bestätigen! es ging nix mehr zu klicken, alles war edge oberfläche, rechte Maustaste auf die taskleiste/ task manager/ prozess / päng!! Man kann nur den Kopf darüber schütteln dass Microsoft das nicht lernt. Ich hoffe hier kommt das Wettbewerbsrecht noch zum tragen und die Nummer kostet die Mrds..

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dennis
dennis

Ach Gott, der pöse Browser… Ja, es ist nicht die feine englische, aber hier wird maßlos übertrieben. Da werden die alten Kamellen wieder rausgeholt, obgleich das gar nicht zum Thema passt: Datensammlung.
Das macht der Chrome nicht? Macht der Chrome das nicht in einem viel größerem Ausmaß? Darüber aber kein einziges Wort. Dass das OS von Android in allen Belangen Datensammelt und dahinter Google steht? Egal.

Wer Windows nutzt, wird wissen wie man das ausschaltet. Bleibt doch alle mal ein bisschen entspannter und seid hier nicht so reißerisch.

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